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Döbeln: Riesiger Papierberg für eine Brücke

Döbeln: Riesiger Papierberg für eine Brücke

Heute Abend soll der Döbelner Stadtrat Nägel mit Köpfen machen. Alle Planungsunterlagen für den Bau der neuen Muldenbrücke zwischen der Schillerstraße und der Sörmitzer Straße liegen dann auf dem Tisch.

Döbeln. Ziel ist es heute, alle erarbeiteten Planunterlagen einschließlich der begleitenden gutachterlichen Fachplanungen durch den Stadtrat zu bestätigen und den Oberbürgermeister zu beauftragen, bei der Landesdirektion Sachsen das Planfeststellungsverfahrens für den Brückenbau anzuschieben. Damit soll bis 2014 Baurecht für die neue Brücke geschaffen werden.

Zu den Unterlagen gehört neben den Plänen für die als Spannbeton-Plattenbalken-Konstruktion bezeichnete Brücke auch das erarbeitete Verkehrskonzept. Darin enthalten sind Verkehrszählungen und Pläne wie nach dem Brückenbau in Richtung Sörmitz ein wachsendes Verkehrsaufkommen verhindert werden kann. So sind in dem Bereich vier Stellen in einer Zeichnung aufgeführt, an denen die Fahrbahnen aufgepflastert werden, um Autos zu verlangsamen. Zudem wird an der Oberranschützer Straße ein Gehweg gebaut.

Bestandteil der Unterlagen ist auch eine genaue Kostenaufstellung zum geplanten Brückenbau (Hintergrundkasten). Fast 900 000 Euro mehr als noch im März stehen dabei auf dem Papier. Diese Erhöhung hängt mit dem Planungsfortschritt zusammen, der nun detaillierter ist. So ist mittlerweile zu hundert Prozent klar, welche Flächen für welche Preise angekauft werden und müssen. Ebenso ist jetzt auch ein richtiger dicker Posten für passive Lärmschutzmaßnahmen eingeplant. Darunter fallen etwa Lärmschutzfenster für die Anlieger des hinteren Bereiches der Schillerstraße.

Um sich vorstellen zu können, welcher Aufwand für das Planfeststellungsverfahren betrieben werden muss, bis die Brücke einmal gebaut werden kann, enthält die Beschlussvorlage eine endlose Aufführung, welche Unterlagen das Planungsbüro VIC Verkehrsanlagen GmbH Dresden mit weiteren Fachplanern und in Abstimmung mit den Trägern öffentlicher Belange und den Fachämtern der Stadtverwaltung erarbeitet hat. Neben der Verkehrs- und Brückenplanung (Verkehrsanlage Ingenieurbauwerk) sind das ein landschaftspflegerischer Begleitplan im Rahmen der Umweltplanung, eine verkehrsplanerische Untersuchung, ein Bodengutachten, ein faunistisches Gutachten, Wasserspiegellagenberechnung, eine Verkehrsführungskonzeption während der Bauzeit, eine Untersuchung zur Verkehrsberuhigung der Verbindung Sörmitzer Straße - B 175, Immissionstechnische Untersuchung und sogar Einzelbaumgutachten. Das Planfeststellungsverfahren bei der Landesdirektion Chemnitz wird in etwa ein Jahr dauern. Die Stadt hofft dann, 2014 eine Baugenehmigung zu erhalten, mit der die Brücke ausgeschrieben und gebaut werden kann.

 

 

Gesamtbaulänge 350 Meter, davon 260 Meter Schillerstraße inklusive neuer Brücke sowie 90 Meter Sörmitzer Straße

Brückenbauwerk: 93 Meter mit vier Felder asymmetrisch

Gesamtkosten: 4,3 Millionen Euro, davon 2,1 Millionen Euro für die Brücke, 516 000 Euro für Straßen und Wegebau, etwa 530 000 Euro für Lärmschutz, 366 000 für Leitungen, 136 000 Euro für Grunderwerb und Vermessung, 60 000 Euro für Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, 35 000 Euro für Landschaftsbau und 64 000 Euro für Straßenbeleuchtung.

Gefördert vom Freistaat werden voraussichtlich 75 Prozent der Baukosten. So wird der Eigenanteil, den die Stadt Döbeln aus dem Stadtsäckel aufbringen muss bei rund einer Million Euro liegen. Dies sollen aus der Rücklage kommen.

Thomas Sparrer

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