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Döbeln Döbeln: Rote Zahlen wegen weißer Wanne
Region Döbeln Döbeln: Rote Zahlen wegen weißer Wanne
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23:00 11.10.2013
Wilfried Schneider (l.), Geschäftsführer der Volkssolidarität, und sein ehrenamtlicher Stellvertreter Klaus Beßler schauen sich im ehemaligen Pflegebad im Keller der Seniorenwohnanlage Haus Wappenhensch um. Nur die Sitzwanne erinnert noch an die einstige Nutzung des Raumes. Quelle: Sven Bartsch

Die 49 seniorengerechten Wohnungen im Haus sind seit Wochen zumindest wieder mit einem Fahrstuhl erreichbar. Die lange Zeit über eine Baustromeinspeisung erfolgte Stromversorgung im Haus läuft nun von den Bewohnern unbemerkt wieder über das neu installierte hauseigene Elektronetz. Seit vier Wochen funktioniert auch die gesamte Telefonanlage wieder wie vor der Flut. Der neue Telefoncomputer wurde höher gesetzt. "Überhaupt wurde und wird versucht, so viel wie möglich aus dem gefährdeten Kellerbereich weiter nach oben zu bekommen, um im Falle eines erneuten Hochwassers nicht wieder solche immensen Schäden verkraften zu müssen", sagt Wilfried Schneider, Geschäftsführer des Kreisverbandes Döbeln der Volkssolidarität.

Der wiederhergerichtete Fahrstuhl funktioniert aber zunächst nach dem alten Prinzip mit Hydraulik vom Keller aus. Die Hydraulik hatte beim Hochwasser komplett im Keller unter Wasser gestanden und das Hydrauliköl lief aus. Ab Jahresende wird für den zweiten größeren Bettenfahrstuhl Ersatz geliefert. Der neue Fahrstuhl wird mit Seilzug und Winde betrieben. Die Technik steht dann im oberen Geschoss. Gleiches soll auch mit dem jetzt in Betrieb befindlichen Fahrstuhl nach seinem Umbau passieren.

Die Gutachter haben den Flutschaden im Haus Wappenhensch der Volkssolidarität gerade nach oben korrigiert. Mit 714 000 Euro fällt er damit doppelt so hoch aus, wie am Anfang berechnet. Grund sind Schäden an der so genannten Weißen Wanne unter dem Neubauteil des Wappenhenschstiftes. Weiße Wanne heißt der aus wasserundurchlässigem Beton gebaute Keller. Dieser Beton sollte den Keller bei steigendem oder in Muldenähe ohnehin immer hohem Grundwasserspiegel trocken halten. Das Hochwasser ist aber im Juni auch ins Kiesbett zwischen die Betonschichten eingedrungen. Wenn die Trockenbohrungen im Beton nichts helfen, muss der Beton im Keller komplett raus. Ohnehin ist der Keller gerade im Rohbauzustand. Das Pflegebad ist rausgerissen, Brandschutztüren und -decken sind ebenfalls raus. Aus einem Gymnastikraum aufgeschwommene Medizinbälle haben mit der Kraft des Wassers sogar die Deckenunterkonstruktion verbogen. "Der Zeitplan wie wir im Keller der Seniorenwohnanlage voran kommen, hängt jetzt von den Kapazitäten der Handwerksbetriebe ab. Wir hoffen, dass wir über den Winter entsprechende Baufirmen verpflichten können", sagt Geschäftsführer Wilfried Schneider.

Thomas Sparrer

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