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Döbeln: Schlendern und Radfahren am Muldeufer

Döbeln: Schlendern und Radfahren am Muldeufer

Canale Grande an der Mulde - Mit dieser Idee hatte die Stadt Döbeln 2008 zum zweiten Mal nach der Wiederbelebung der Pferdebahn beim Wettbewerb "Ab in die Mitte" einen Preis abgeräumt.

Döbeln.

 

 

 

 

Jetzt geht es damit einen Schritt weiter. Eine Fuß- und Radwegeverbindung zwischen dem Staupitzsteg und der Oberbrücke entlang der Mulde soll in diesem Jahr mit Mitteln aus dem Sanierungsgebiet Innenstadt geplant und im kommenden Jahr errichtet werden. Dafür hat der Stadtrat mit dem Kaufbeschluss für ein Grundstück an der Mulde auf seiner Dezembersitzung einen weiteren Grundstein gelegt.

Es geht um ein 1500 Quadratmeter großes Grundstück zwischen Staupitzsteg und Goldener Sonne. Es gehört der Familie von Werner Braun, dem mittlerweile verstorbenen letzten Döbelner Müller. Das Grundstück wird die Stadt nun nach einem Wertgutachten ankaufen, um darauf einen Rad- und Fußweg entlang der Mulde unter den alten Bäumen anzulegen. Die restlichen Ufer-Grundstücke zwischen Goldener Sonne und Oberbrücke hatte sich die Stadt bereits seit 1990 strategisch für solche Zwecke gesichert.

Döbelns Baudezernent Thomas Hanns sieht die Pläne auch als eine schöne Abrundung für das Ritterstraßenviertel, wenn man hinter der wieder sehr lebendigen Geschäftsstraße auch am idyllischen Muldeufer flanieren kann. An der alten Stadtmauer könnte er sich eine gestaltete Ruhefläche und Sitzbänke gut vorstellen. Möglicherweise könnten für das Projekt sogar noch Mittel aus dem Sanierungsgebiet Innenstadt genutzt werden. Die von den Grundstücksbesitzern des Gebietes vorfristig abgeführten Sanierungsbeträge darf die Stadt nämlich auch noch bis zum Abschluss des Sanierungsgebietes darin einsetzen.

Insgesamt haben sich die Stadtplaner zum Ziel gesetzt, dass die Döbelner und ihre Gäste auf der Muldeinsel fast durchgängig am Fluss spazieren, Rad fahren und verweilen können. Im Zuge des Hochwasserschutzkonzeptes für die Innenstadt wurden diese Vorstellungen auch mit der Landestalsperrenverwaltung (LTV) erörtert, die dem Ansinnen positiv gegenüber steht.

Seit 1000 Jahren gehört die Mulde zur Stadt Döbeln und macht die Innenstadt zur größten Insel Sachsens. Deshalb legten 2008 die Döbelner Bauingenieurin Annette Fischer, der Stadtrat und Bauunternehmer Sven Weißflog, die Planer Christian Florke und Cornelia Gilles von der Stadtentwicklungsgesellschaft (STEG) sowie der damalige Planungsamtsleiter Thomas Hanns und Ex-Baudezernent Thomas Pfeiffer die ausgearbeitete Idee vor, die Mulde in der Stadt positiv erlebbar zu gestalten Denn der Fluss war nach dem Hochwasser 2002 sehr negativ besetzt. Mit der Idee "Canale Grande" an der Mulde gewannen sie den mit 20 000 Euro Preisgeld dotierten Innenstadtwettbewerb "Ab in die Mitte". Sie wollten an Teilen des Flutgrabens die Ufer auf der Innenstadtseite der Muldeinsel terrassenförmig anlegen und hatten sogar die Idee, mit einem Klappwehr in dem Bereich die Mulde im Sommer anzustauen, um einen Ruderbootbetrieb zu ermöglichen.

"Diese Ideen sind nicht vom Tisch", sagt Baudezernent Thomas Hanns. Am Niederwerder soll im Zuge der Verbreiterung des Flutgrabens der Mulde und dem Bau der Flutmauern im Bereich des Pferdebahnmuseums das Ufer terrassiert werden. So kann man jederzeit auch an den Fluss. Die Revisionswege für die Hochwasserschutzanlagen zwischen Pferdebahnmuseum und Tümmlersteg sollen zudem für die Bürger zugänglich gemacht werden. Auch am Steigerhausplatz sieht die Landestalsperrenverwaltung auf Wunsch der Stadt eine solche Terrassierung des Ufers anstelle einer Steinanschüttung vor. An vielen Stellen signalisierte die LTV, dass sie die Ideen aus dem "Ab-in-die-Mitte-Konzept" mittragen würde.

Die Idee, dass man rund um die Muldeninsel am Fluss entlang wandern kann, ist bereits seit 1990 im Rahmenplan für die Döbelner Innenstadt verankert. Dieses Papier und die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes für Döbeln schoben damals die Kommunalpolitiker aus der Döbelner Partnerstadt Unna als erste Aufbauhilfe nach der Wiedervereinigung an. Stadtplaner Thomas Hanns erinnert sich noch daran, dass etwa der Unnaer Architekt Günter Büchel damals wochenlang an der Uferstraße mit seinem Wohnmobil campierte, die Innenstadt fotografierte und analysierte. Danach wurde in Workshops mit Stadträten und Stadtmitarbeitern die Innenstadtgestaltung beraten und der Rahmenplan entwickelt. "Ich nehme diesen Plan heute immer noch gern zur Hand. Er ist noch immer Arbeitsgrundlage. Vieles, was damals wie eine verrückte Idee aussah, ist zwischenzeitlich umgesetzt worden", sagt Thomas Hanns. Die Wege entlang der Mulde gehören auch dazu.

 

-Kommentar Seite 13

 

 

 

 

Am Rahmenplan für die Döbelner Innenstadt, am Döbelner Verkehrskonzept, das damals schon die heute wieder aktuelle Schillerstraßen-Variante für die neue Muldenbrücke beinhaltete, und am Flächennutzungsplan hat 1990 neben dem Architekten Günter Büchel aus Unna-Kamen auch der damalige Planungsamtleiter von Unna, Martin zur Nedden, mitgewirkt. Zur Nedden ist heute Baubürgermeister in Leipzig.

Einer der ersten und wichtigsten Stadtratsbeschlüsse von 1990 war, die damals in Teilen abrissreife Döbelner Innenstadt zum Investitionsvorranggebiet zu erklären.

Thomas Sparrer

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