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Döbeln Sextäter gesteht Übergriffe auf Stieftochter
Region Döbeln Sextäter gesteht Übergriffe auf Stieftochter
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15:18 11.10.2018
Das Amtsgericht Döbeln hat einen Sextäter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Quelle: dpa
Döbeln

Es tut ihm offenbar leid. „Ich werde dafür sorgen, dass so etwas nie wieder vorkommt.“ Mit „so etwas“ meint ein Endvierziger aus Döbeln widerliche Übergriffe sexueller Natur auf die Tochter seiner Lebensgefährtin. Die war zum Zeitpunkt der Handlungen zwischen zehn und 14 Jahre alt. Dem Deutschen lag zur Last, im Herbst vergangenen Jahres das Mädchen unsittlich berührt zu haben, an intimen und intimsten Stellen ihres Körpers. Drei solcher Handlungen listete die Anklage auf. Beim ersten Tatgeschehen habe der Angeklagte nackt im Bett gelegen. Als die sich das Mädchen zu ihm legte, habe er ihr das T-Shirt hochgezogen und sie begrapscht. Die beiden weiteren Tatvorwürfe sind ähnlicher Natur.

Geständnis mit „Ja aber...“

„Das erste stimmt. Allerdings hat sie sich selbst ausgezogen“, räumte der Angeklagte ein. Man habe sich gegenseitig gestreichelt. „Erleben wir hier eine Täter-Opfer-Verschiebung?“, sagte die Richterin. „Nein“, entgegnete der Angeklagte. „Ich habe zu ihr gesagt, eigentlich dürfen wir das gar nicht, wenn das rauskommt, kann ich bestraft werden.“ Was die Richterin auch nicht gerade wohlwollend zur Kenntnis nahm: „Das ist ja echt eine Ansage. Sie hätten dem Kind einfach sagen können, es soll sie in Ruhe lassen.“ Auch die weiteren Handlungen räumte der Mann ein, wenngleich nicht im vollen Umfang.

Bewährung mit Auflagen

Das geschädigte Mädchen vernahm das Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit, so wie das üblich ist bei Sexualstraftaten. Es ging darum, weitere Details zu klären, die sich auf das Strafmaß auswirken könnten. Durch ihre Aussage, so sollte es das Gericht später in der Urteilsbegründung zusammen fassen, stellten sich zwei Taten als eine dar. So verurteilte es den Mann wegen des zweimaligen tatmehrheitlichen sexuellen Missbrauchs eines Kindes zu zwölf Monaten Haft mit Bewährung. Die dauert zwei Jahre und ist an Auflagen geknüpft. So soll der Endvierziger 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und wird einem Bewährungshelfer unterstellt. Bewährung gab es, weil der Mann nicht einschlägig vorbestraft. Arbeiten geht er in einem Nebenjob und bessert sich so das Hartz IV auf.

Unheilige Beziehung

Der Verteidiger des Sextäters hatte ein Jahr Haft mit Bewährung beantragt, die Staatsanwältin hatte auf 15 Monate plädiert. „Dem Mädchen fiel es sehr schwer, hier darüber zu reden. Sie sitzt zwischen Stühlen, weil es schwer ist, gegen ein Elternteil auszusagen“, sagte die Vertreterin der Anklage. Die jetzige Situation nannte sie „unheilig“. Die Tochter hatte ihrer Mutter in einem Brief die Übergriffe geschildert. Daraufhin hatte die Frau den Döbelner rausgeworfen. Und sei später nach etlichen Aussprachen wieder mit dem Mann zusammen gekommen. Bestraft wollte sie den Mann auch nicht sehen. „In einem Brief an mich haben Sie geschrieben, dass sie die Klage zurücknehmen“, hielt die Richterin der Frau vor, als sie diese als Zeugin vernahm. Aber so einfach ist das nicht. Sexueller Missbrauch von Kindern ist ein Offizialdelikt, das die Staatsanwaltschaft auch ohne Zutun anderer verfolgt. Und eine Klage kann man nur in Zivilprozessen zurücknehmen.

Gericht glaubt junger Zeugin

„Ich sage es in aller Deutlichkeit: Sie haben das Vertrauen der Nina (Name geändert) schamlos missbraucht“, sagte die Richterin, als sie das Urteil begründete. Sie glaubte der jungen Zeugin und ging davon, dass die Übergriffe doch intensiver waren, als der Angeklagte einräumte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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