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Döbeln: "Sorgfalt beim Förderantrag hilft Zeit sparen"

Döbeln: "Sorgfalt beim Förderantrag hilft Zeit sparen"

Nach der Aufbruchstimmung und der Zuversicht beim Aufräumen nach dem verheerenden Juni-Hochwasser stecken viele Flutgeschädigte jetzt in den Mühen der Ebene fest.

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Sven Liebhauser

Döbeln. Das zugesagte unbürokratische Kurzarbeitergeld für die Mitarbeiter flutbetroffener Unternehmen landete erst nach acht bis zehn Wochen auf den Konten. Und die Bereitstellung von Fördermitteln zieht sich hin und scheint komplizierter als gedacht. Die DAZ sprach dazu mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Sven Liebhauser.

Frage: Viele Flutbetroffenen in Döbeln fühlen sich jetzt im Behördendschungel allein gelassen. Die von der Politik versprochenen Fördergelder sind gar nicht so einfach zu bekommen. Wo bekommen Betroffene Hilfe?

Sven Liebhauser: Ich kann an dieser Stelle den Unternehmern, Gewerbetreibenden und privat Betroffenen nur meine Hilfe anbieten. Gerne vermittle ich auch mit der SAB und begleite in akuten Fällen auch bei Terminen. Einige Unternehmen haben mein diesbezügliches Angebot bereits angenommen.

Ist der ganze Schriftkram für die Flutunterstützung vom Freistaat denn wirklich so kompliziert?

Zum Teil schon. Es sind schon gewisse Anforderung gestellt, um die Fördergelder geordnet und gerecht auszureichen. Das sieht für Laien schon nach einem Berg an Bürokratie aus. Und wenn man nicht ständig mit Anträgen und Formularen zu tun, verstehe ich durchaus, dass mancher sich davon überfordert fühlt. Aber wie gesagt: Nicht schimpfen und rot sehen. Lieber Hilfe suchen und die Anträge so akribisch wie möglich vorbereiten. Das spart Zeit für Rückfragen und Rücksendungen. Das Geld ist dann vielleicht schneller auf dem Konto.

Wie ist denn der aktuelle Stand bei den Flutschadenshilfen im Freistaat?

Die sächsische Ministerriege im Kabinett hat am Dienstag die Fördermittelanpassungsverordnung beschlossen. Damit ist es amtlich, dass Privatpersonen, Unternehmen und Vereine bis zu 80 Prozent der Flutschäden ersetzt bekommen. Kommunen und freie Träger sogar bis zu 100 Prozent. Gestern wurden die Richtlinien veröffentlicht. Damit hat die Flutförderung Gesetzeskraft. Am Dienstag muss allerdings noch der Landesrechnungshof zustimmen.

Die Döbelner Unternehmen und Einzelhändler haben drei Monate nach der Flut längst mit dem Wiederaufbau begonnen Auf einen Fördermittelbescheid konnten sie doch so lange gar nicht warten. Gibt es da Probleme?

Ich kann den Unmut der Betroffenen über den aus ihrer Sicht langen Zeitraum verstehen. Dass die meisten längst begonnen haben, in ihre Geschäfte wieder zu investieren, hat definitiv keine negativen Auswirkungen auf die Förderung. Ein sogenannter vorfristiger förderunschädlicher Maßnahmebeginn ist gesichert. Alle die zudem schon Förderanträge gestellt haben, müssen diese jetzt nicht nochmal stellen. Die neuen Förderbedingungen werden von der SAB berücksichtigt.

Was empfehlen sie den Betroffenen?

Es ist sinnvoll, ein Vorabgespräch mit der Hotline der SAB zu führen und alle Fragen und Details zu klären. Damit erspart man sich, dass später die Anträge mehrmals hin und her geschickt werden müssen. Und wie gesagt, bei größeren Problemstellungen vermittle ich gern und helfe bei Terminen in Dresden.

 

Kontakt zum Büro des Landtagsabgeordneten Sven Liebhauser in der Zwingerstraße 2a in Döbeln, Telefon 03431/608626.

 

 

 

Architektenkammer und SAB mit Infos aus erster Hand

Döbeln (T.S.). Praktische Informationen zur Beseitigung von Hochwasserschäden und zu vorbeugenden Hochwasserschutzmaßnahmen an Gebäuden erhalten flutgeschädigte Bürger aus Döbeln und Umgebung am kommenden Dienstagabend im großen Sitzungssaal des Döbelner Rathauses. Die Architektenkammer Sachsen, die Ingenieurkammer Sachsen, die Sächsische Energieagentur und die Sächsische Aufbaubank laden gemeinsam zu einer Informationsveranstaltung ein.

Von 17 bis etwa 18.30 Uhr geht es um die fachgerechte Beseitigung von Hochwasserschäden, gibt es Hinweise zum vorbeugenden Hochwasserschutz und informieren die Fachleute über mögliche Fördermaßnahmen.

Was ist bei der Beseitigung von Hochwasserschäden zu beachten? Reinigung, Schimmelbefall, Hinweise zur Austrocknung - welche Bauteile sind reparaturfähig? Was muss bei der Instandsetzung beachtet werden? - Behandlung von Untergründen, Auswahl geeigneter Baustoffe. Was ist mit Blick auf eine erneute Hochwassergefährdung zu beachten? Welche präventiven Schutzmaßnahmen sind für ein Gebäude sinnvoll? Abschottungen von Fenstern und Türen, Rückstausicherung. Wie sind Spätfolgen zu verhindern? Was kann ein unabhängiger Gutachter leisten? Was müssen Bauherren bei der Beseitigung von Schäden an der Elektroinstallation oder der Heizungs- und Sanitärinstallation beachten? Was ist hier für den vorbeugenden Hochwasserschutz sinnvoll?

Ein weiterer Themenkomplex befasst sich mit Förderprogrammen des Freistaates und des Bundes: Welche Maßnahmen sind förderfähig? Wer kann wo und wie Förderung beantragen? Wie wird vorbeugender Hochwasserschutz unterstützt?

Alle Fragen der Gäste werden in einem Podiumsgespräch beantwortet.

Interview: Thomas Sparrer

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