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Döbeln Döbeln: Straße Am Mühlgraben soll offen bleiben
Region Döbeln Döbeln: Straße Am Mühlgraben soll offen bleiben
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20:56 16.01.2012
Die Straße Am Mühlgraben, aus dieser Perspektive rechts der Schiffsbrücke, ist eher ein Sträßchen, das sich unmittelbar zwischen Bebauung und Mühlgraben hindurchzwängt. Diesen Weg während des Baus der Hochwasserschutzmauer auch für Rettungsfahrzeuge dicht zu machen, möchte die Landestalsperrenverwaltung nicht verantworten. Quelle: Wolfgang Sens

Sie sind idyllisch gelegen und die meisten schmuck herausgeputzt - die Wohngrundstücke Am Mühlgraben. Die direkte Nähe zum Fluss und die tiefe Lage birgt aber erhebliche Hochwassergefahr. Deshalb ist zwischen Schiffsbrücke und Wasserkraftanlage ein aufwendiger Hochwasserschutz geplant, bestehend aus Mauer, wie in der Ritterstraße, und zu einem kleineren Teil aus einem Damm. Alles in allem auf einer Länge von rund 450 Metern.

Ursprünglich war vorgesehen, den Mühlgraben abzusperren und wasserfrei zu machen, um dann vom Graben aus die umfangreichen Bauarbeiten zu bewältigen - ganz so wie in der Ritterstraße geschehen. Die Naturschützer der Landesdirektion Chemnitz sahen darin aber einen zu drastischen Eingriff in die Umwelt, einerseits durch die zeitweise Trockenlegung des Mühlgrabens, andererseits durch die unvermeidbare Beeinträchtigung vorhandener Uferbepflanzungen. Demzufolge plädierte die Landesbehörde dafür, die Maßnahme von der Straße Am Mühlgraben aus in Angriff zu nehmen. Was dabei offensichtlich nicht berücksichtigt wurde: die Straße ist eher ein Sträßchen.

"Ich gehe das Risiko nicht ein und mache die Straße dicht. Für Rettungsfahrzeuge oder die Feuerwehr wäre kein Durchkommen. Und wenn dann etwas passiert..." Manfred Schmidt, Vize-Chef der Landestalsperrenverwaltung Rötha, sagt das mit Nachdruck. Für ihn ist unverständlich, wieso man überhaupt auf den Gedanken kommen konnte, die Straße Am Mühlgraben als Baustraße beziehungsweise als Stellfläche für die Baugeräte in Betracht zu ziehen. "Aus Sicht des Brand- und Katastrophenschutzes geht das gar nicht", bestätigt der Leiter des städtischen Bauamtes, Erik Brendler. Deshalb habe auch die Stadt Döbeln gegen diese Variante Widerspruch eingelegt.

Was bedeutet, dass nun alle Antragsunterlagen noch einmal bei der Landesdirektion Chemnitz eingereicht werden. Alle hoffen, dass es zur zügigen Bearbeitung kommt und die Naturschützer der Behörde die komplizierten örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen. Schmidt rechnet etwa Anfang März mit einem Bescheid. Dann könnte die Ausschreibung der Bauleistungen erfolgen und noch vor dem Sommeranfang Baustart sein. "Sollte ein negativer Bescheid kommen, weiß ich auch nicht, was wir machen", so Manfred Schmidt. Doch daran wollen alle Beteiligten gar nicht erst denken.

Segnet die Landesdirektion das Ganze ab, würde der Mühlgraben während der Bauphase ohne Wasser sein. Der Betreiber der Wasserkraftanlage bekäme eine Entschädigung für die entgehenden Einnahmen. Die Betontransporte für Bohrpfahlgründung und Mauer würden über die Zschackwitzer und die Hermsdorfer Straße und dann über eine noch anzulegende Baustraße in den Mühlgraben rollen. Die Hochwasserschutzmauer entstünde unmittelbar entlang der Straße Am Mühlgraben und nicht, wie auch schon einmal vorgesehen, am Fuße der Uferböschung. Olaf Büchel

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