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Döbeln Döbeln: Tändler-Walenta will in den Landtag
Region Döbeln Döbeln: Tändler-Walenta will in den Landtag
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19:05 12.02.2019
Marika Tändler-Walenta aus Roßwein will für die Linke in den Landtag einziehen. Quelle: Die Linke
Region Döbeln

Die Mitglieder des Döbelner Stadtverbandes der Partei Die Linke treffen sich am Sonnabend im Hotel Bavaria zur Mitgliederversammlung. Das Wahljahr 2019 soll im Mittelpunkt stehen. Es geht darum, die Kandidaten der Linken für den Döbelner Stadtrat und den Kreistag zu nominieren und einen Bewerber für das Amt des Döbelner Oberbürgermeisters ins Rennen zu schicken. Die Wahlen dazu finden am 26. Mai statt. Zudem möchte die Roßweinerin Marika Tändler-Walenta (34), Kreisvorsitzende der mittelsächsischen Linken, die Gelegenheit nutzen, sich die Unterstützung des Ortsverbandes zu sichern, für ihre Kandidatur für den Sächsischen Landtag, der am 1. September gewählt wird.

Döbeln und Roßwein jetzt ein Verband

Es ist die erste Nominierungsveranstaltung der Linken nach dem Zusammenschluss der Ortsverbände von Döbeln und Roßwein, der Ende 2018 erfolgte. Die Roßweiner Genossen gehören jetzt zum Döbelner Stadtverband. „Es geht darum, die Kräfte zu bündeln und darauf zu reagieren, dass es auch für unsere Partei zunehmend weiße Flecken in der Region gibt. Mit den Kommunalwahlen, der Oberbürgermeisterwahl in Döbeln und der Landtagswahl stehen dieses Jahr wichtige Entscheidungen an. In einem starken Ortsverband lässt sich der Wahlkampf besser organisieren und koordinieren“, nennt Tändler-Walenta Gründe für die Fusion. Die Linke in der Region werde zunehmend in Altkreis-Strukturen denken, wie sie bereits mit den Regionalkonferenzen in Döbeln, Mittweida und Freiberg gezeigt hat.

Politikverdrossenheit zu spüren

Auch Die Linke bekomme eine zunehmende Politikverdrossenheit, eine Entfremdung der Menschen von der Politik zu spüren. Sorgen und Nöte würden anders kanalisiert. „Die Frage ist, wie wir dieser Tatsache begegnen. Wir müssen mit den Leuten sprechen, nicht über deren Köpfe hinweg“, sagt Tändler-Walenta. Die Linke erhebe den Anspruch, sich als einzige Partei wirklich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Die Kreisvorsitzende: „Dann müssen wir es aber konkret machen. Was ist Gerechtigkeit? Wir müssen den Menschen ins Gesicht schauen, sie müssen spüren – es passiert was.“ Zur von der SPD vorgeschlagenen Grundrente sagt Tändler-Walenta: „Guten Morgen!“ Sie sei auf jeden Fall dafür, glaube aber nicht, dass das die Sozialdemokraten umsetzen können.

Gute Listenplätze für Mittelsachsen

Als Chefin der Linken in Mittelsachsen setzt sich die Roßweinerin dafür ein, dass der Landkreis auch in Zukunft mit zwei Linken im Landtag vertreten ist. Zurzeit sind das die Landesvorsitzende Antje Feiks für die Mittweidaer Region und Jana Pinka für Freiberg. Da Feiks bereits als Direktkandidatin gewählt ist, aber diesmal im Erzgebirgskreis antritt, will bei der Wahl im September Tändler-Walenta gemeinsam mit Pinka auf möglichst aussichtsreichen Listenplätzen für Mittelsachsen ins Rennen gehen. Die Kandidatinnen und Kandidaten für die fünf Landtagswahlkreise von Mittelsachsen werden zwar erst beim Kreisparteitag am 2. März in Siebenlehn offiziell nominiert. Und über die Listenplätze entscheidet die Landesvertreterversammlung Mitte April. Doch die engagierte Tändler-Walenta gibt sich schon kämpferisch. „Die mittelsächsische Linke braucht zwei Vertreter im Landtag. Wie sollte ein Abgeordneter allein den ganzen Landkreis bespielen? Schließlich wollen wir uns für eine starke Linke im ländliche Raum einsetzen.“ Sie sieht Pinka und sich in diesen Rollen.

Kostenloser Nahverkehr

Thematisch setzt Tändler-Walenta für den anstehenden Wahlkampf auf zwei Schwerpunkte. Das ist zum einen die Problematik des Ärztemangels im ländlichen Raum. Sie will sich für eine medizinische Versorgung in Wohnortnähe einsetzen, für angemessene Wartezeiten beim Arzt und für eine funktionierende Notfallversorgung. Beim zweiten Schwerpunkt geht es ihr darum, neue Wege zu beschreiten, Kreativität zu entwickeln. „Im Landkreis fehlen bislang die Visionen für Neues“, sagt die Roßweinerin, die als Pressesprecherin für europäische Angelegenheiten bei der Europäischen Linken in Brüssel genügend Möglichkeiten hat, über den Tellerrand zu schauen. Tändler-Walenta will einen kostenfreien oder fahrscheinlosen Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Mittelsachsen: „Die Fahrpreise im ÖPNV können nicht immer weiter steigen, daher muss man über alternative Finanzierungsmodelle sprechen. Es gibt Städte und Regionen, wo die kostenlose Nutzung bereits funktioniert. Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels, weg vom Auto, hin zu Bus und Bahn, kann das auch bei uns gelingen.“

Von Olaf Büchel

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