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Döbeln Döbeln: Tanz um den Standort der neuen Arbeitsagentur
Region Döbeln Döbeln: Tanz um den Standort der neuen Arbeitsagentur
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20:47 27.12.2012

Die Kehrtwende zum Sitz des mittelsächsischen Agenturbezirkes bedeutet für den Döbelner Landtagsabgeordneten Sven Liebhauser (CDU) "große Unsicherheit bei Mitarbeitern und Kunden der Agentur für Arbeit." Wie berichtet, soll nicht mehr - wie beschlossen - Hainichen, sondern die Kreisstadt Freiberg als Hauptsitz des zum 1. Januar neu zu bildenden Agenturbezirkes erkoren werden. "Die Entscheidungshoheit dazu lag allein bei der Agentur für Arbeit in Chemnitz", erklärte gestern der Sprecher des Landkreises, André Kaiser. Hintergründe, die zur neuen Entscheidung geführt haben, sollen Fehlplanungen bei den Räumlichkeiten in der Hainichener Bahnhofstraße gewesen sein, wo der Agenturbezirk dauerhaft einziehen sollte. Wie die Sprecherin der Chemnitzer Behörde, Michaela Barthel, bestätigt hatte, sind die Umbauarbeiten unterbrochen worden. Jetzt werde nach einer geeigneten Immobilie in Freiberg gesucht.

Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) hatte von den Umzugsplänen nichts gewusst. Und konnte den in Chemnitz vollführten Tanz zunächst nicht glauben. "Nachdem es über viele Monate hieß, dass die Zentrale der Arbeitsagentur nach Freiberg kommt und dann plötzlich doch Hainichen der Sieger war, hoffe ich, dass die Pläne, doch noch nach Freiberg zu ziehen, nur in den Köpfen existieren. Da die Mitarbeiter aus den bisherigen Arbeitsamtszentralen in Chemnitz und Oschatz kommen, wäre es doch geradezu ein Hohn, wenn diese nach Freiberg geschickt werden, was bei weitem nicht so zentral liegt wie Hainichen", reagierte Greysinger auf die Hiobsbotschaft. Er wolle sich "mit allen Mitteln gegen die Entscheidung wehren", wenn Freiberg neuer Sitz der Arbeitsagentur würde. Niemand bestreitet das mehr. Selbst ein Neubau in der Kreisstadt sei denkbar, wenn dort kein geeignetes Haus gefunden würde, so Sprecherin Michaela Barthel. "Diese Praxis verbreitet Unsicherheit. Das Hin und Her zur Standortentscheidung ist nicht nachvollziehbar", so Landtagsabgeordneter Sven Liebhauser. Hainichen sei in der Entscheidungsfindung insbesondere wegen seiner zentralen Lage favorisiert worden. Gerade wegen der weniger mobilen Kunden der Agentur für Arbeit war die Erreichbarkeit der Behörde wichtiges Kriterium. "Was jetzt passieren soll, schafft Unsicherheit und Misstrauen. Außerdem wurde die Chance verpasst, über den Tellerrand hinaus zu schauen und auch andere Standorte neu zu hinterfragen, sollte Hainichen tatsächlich nicht passen", ergänzte Liebhauser.

Der Beigeordnete des Landkreises, Dieter Steinert, erklärte bei der Vertragsunterzeichnung zwischen Kreis und Arbeitsagentur, dass perspektivisch die Dienststellen des Jobcenters (Hauptsitz Mittweida) auf den Prüfstand müssten.

Thomas Lieb

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