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Döbeln: Toni Koitsch hängt seinen Helm an den Nagel

Döbeln: Toni Koitsch hängt seinen Helm an den Nagel

Jung, schnell und erfolgreich: So möchte KSW-Motorsport in die Saison 2012 starten. Die Frischzellenkur, die sich der Döbelner Rennstall selbst verordnet hat, soll schon im kommenden Jahr Früchte tragen.

Döbeln .

 

 

 

 

Das soll sich in der kommenden Saison ändern. Denn dann möchte der mittelsächsische Rennstall ein Wörtchen mitreden bei der Vergabe von vorderen Platzierungen. Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, werden die Döbelner mit Carsten Knüpp zusammenarbeiten. Der Renn-Ingenieur aus Bergkamen, der vor einem Jahrzehnt zwei junge Nachwuchsrennfahrer mit seinem damaligen Team in der ADAC Formel BMW zum Gesamtsieg führte, möchte dort anknüpfen, wo er 2001 aufgehört hat.

Schon während der Tests, die KSW mit dem zukünftigen leitenden Renn-Ingenieur in dem vergangenen halben Jahr absolvierte, hat sich gezeigt, dass die Erfahrung des über 40-Jährigen sowohl Rennstall als auch Fahrer weiter voranbringen kann. "Wir glauben einfach, dass Carsten mit seinem Wissen wesentlich schneller und gezielter auf Veränderungen reagieren kann, als wir in der Vergangenheit", ist Daten-Ingenieur Gerd Hickethier überzeugt.

Auch im Cockpit kündigt sich ein Wechsel an. Toni Koitsch wird vorerst seinen Helm an den berühmten Nagel hängen und jungen Fahrern Platz machen. Der langjährige Pilot übernimmt das Amt des Chefmechanikers für eines der beiden geplanten Fahrzeuge. Damit wird das angestrebte Ziel, mit jungen Nachwuchsfahrern zusammenzuarbeiten, ab der kommenden Saison bei KSW-Motorsport umgesetzt. Als erster neuer Fahrer hat sich Kim Giersiepen empfohlen, der bereits seit geraumer Zeit mit dem Team auf verschiedenen Rennstrecken testet. "Der Junge hat Potenzial. Wenn er den Motorsport sehr ernst nimmt und die schulischen Leistungen stimmen, kann er es weit bringen", meint Carsten Knüpp. Zurzeit laufen weitere Gespräche mit jungen Nachwuchspiloten, die für KSW interessant sein könnten. "Natürlich hängt im Motorsport sehr viel am Geld. Aber bis zum Start Mitte April ist ja auch noch etwas Zeit", gibt sich Gerd Koitsch betont locker.

Was die Crew im Rückblick der letzten drei Jahre aber erreicht hat, sucht auch ohne Podestplätze im Formelsport seines Gleichen. Der einzige reine Amateurrennstall dieser Serie hat sich nicht nur etabliert, sondern auch einen guten Namen gemacht. Allein die Tatsache, dass die Mittelsachsen jedes Rennen bestreiten konnten, sorgt bei den anderen Teams für Respekt und Anerkennung. Hinzu kommen die persönlichen Erfolge von Toni Koitsch, die auch in diesem Jahr insbesondere in der zweiten Hälfte der Saison eingefahren werden konnten. Vor allem die Rennen auf dem Nürburgring, die wieder vor den Augen von über 200 000 Zuschauern über die Bühne gingen, schienen den Aufwand wert zu sein. "Vor so einer riesigen Kulisse zu fahren, ist einfach gigantisch. Wenn man dann auch noch, so wie ich, mit einem fünften Platz sein bestes Ergebnis erreichen kann, ist das natürlich um so schöner", berichtet Toni Koitsch. Doch nicht nur der Nürburgring hat es ihm angetan. "Am liebsten bin ich auf dem Red-Bull-Ring gefahren. Diese Strecke war nach dem Umbau in diesem Jahr das erste Mal im Programm. Einfach super." Allerdings denkt er auch mit einem weinenden Auge an den ehemaligen Formel-1-Kurs in Österreich zurück. "Ein Podiumsplatz war zum Greifen nah und dann ist mir eine halbe Runde vor dem Ende der Sprit ausgegangen." Ursache: Ein neuer Auspuff, der mehr Sprit verbraucht! Trotzdem war der Ausflug in die Steiermark für den 24-Jährige erfolgreich gewesen. Denn nach diesem Rennwochenende stand nicht nur die beste Platzierung bei einem Zeittraining in seiner Formel-Masters-Karriere in seiner Bilanz, sondern auch die ersten Punkte in der Meisterschaft 2011.

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