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Döbeln Döbeln: U-Bahn im Keller, Giraffe an der Decke
Region Döbeln Döbeln: U-Bahn im Keller, Giraffe an der Decke
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21:10 04.10.2013

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Einen solchen Ansturm hatte selbst Henwi-Chef Ralf Hensgens nicht erwartet, dem deutlich sichtbar eine Last von den Schultern gefallen ist: "Wir haben in den zurückliegenden Monaten einiges durchgemacht. Da lagen auch Nerven blank. Jetzt können wir endlich vom Ausnahmezustand zum Tagesgeschäft übergehen."

Die Kunden waren nicht nur vom lukrativen Eröffnungsrabatt angetan, sondern auch davon, was aus dem Kaufhaus geworden ist. "Es ist geräumiger, freundlicher, es gibt mehr Waren - einfach sehr schön", lobt Erika Knabe aus Döbeln. Das Ehepaar Böhme aus Mügeln gehört zu den regelmäßigen Kunden. Sie seien zwar eigentlich schneller in Oschatz zum Einkaufen, aber da gibt es ein solches Kaufhaus nicht, weshalb häufig Döbeln angesteuert werde. Darüber freut sich auch Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer, der zu Ralf Hensgens sagte: "Es ist alles spitze geworden. Sie haben sich große Mühe gegeben. Ihr Kaufhaus ist eine echte Bereicherung und für eine Kleinstadt wie Döbeln etwas ganz Besonderes." Nicht weniger schwärmen die Henwi-Mitarbeiter: "Ich bin stolz und glücklich. Die Wiedereröffnung war ein hartes Stück Arbeit. Aber wir sind unserem Chef 1000-mal zu Dank verpflichtet, dass er weiter gemacht hat", versichert Verkäuferin Christa Ehrlich.

Was die Umbau- und Sanierungszeit angeht, ist laut Hensgens das Unmögliche möglich gemacht worden. Trotz des extrem engen Zeitkorsetts wurde nicht darauf verzichtet, etliche Aha-Effekte zu schaffen. Dazu gehört das wieder aktivierte Untergeschoss des Hauses, Teile davon im Stile einer U-Bahnstation. In die ließ der Henwi-Chef nicht nur die Nachbildung eines gelben U-Bahn-Wagens einbauen, in dem es Mode für junge Leute gibt, sondern auch zwei alte Metallsäulen aus einer abgerissenen Roßweiner Textilfabrik, die schon seit zehn Jahren auf Verwendung warteten. Im Erdgeschoss ist die neue Spanndecke ein Blickfang, die mit großen runden Fotomotiven, wie einer Giraffe, auch als Lichtquelle dient. Der hochwertige Holzfußboden ist ebenso ein Hingucker. Zudem ist das Geschoss durch Umbau im Bereich des Eingangs Bäckerstraße luftiger, transparenter geworden. Auf einer großen Fläche mit separatem Zugang wird die Drogeriekette Roßmann im November die neue Döbelner Filiale eröffnen. Im Modebereich hat Hensgens das Sortiment ausgebaut. Es gibt wesentlich mehr Marken als bisher. Im Obergeschoss ist nach wie vor Reno vertreten.

Um den ganzen Umbau so zu bewerkstelligen, war finanzielle Sicherheit für Ralf Hensgens das Wichtigste. "Wir sind von unserer Hausbank, der Volks- und Raiffeisenbank, sehr fair behandelt worden. Das hat Ruhe und Kraft gegeben", sagt der Henwi-Chef. Dazu Volksbank-Vorstand Angelika Belletti: "Wir dürfen nicht nur vom Genossenschaftsgedanken reden, sondern müssen danach handeln. Das Kaufhaus ist für ein belebtes Döbelner Zentrum und die Einkaufskultur der Stadt enorm wichtig." In dem Zusammenhang hat Ralf Hensgens einen Wunsch, den er am gestrigen Eröffnungstag ausspricht: "Die Döbelner Händlergemeinschaft sollte sich einen Ruck geben und den Sonnabend zu einem echten Einkaufstag machen." Sprich, die Geschäfte nicht nur bis Mittag öffnen.

Olaf Büchel

Die Stammbelegschaft des Döbelner City-Kaufhauses ist mit der Neueröffnung von vormals zwölf auf etwa 20 Mitarbeiter angewachsen.

Die Verkaufsfläche beträgt jetzt 2500 Quadratmeter, also 800 Quadratmeter mehr als vor Umbau und Sanierung.

Die Investitionskosten liegen derzeit bei gut einer Million Euro. Mit dem weiteren Ausbau des Gesamt-Objektes wird laut Ralf Hensgens an der Zwei-Millionen-Marke gekratzt. So muss zum Beispiel noch die Heizungsanlage in Gang gesetzt werden, umfangreiche Arbeiten sind auch im Büro- und Kellerbereich erforderlich.

Geöffnet ist das Kaufhaus diesen Sonnabend von 9 bis 18 Uhr und Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Sonst kann werktags von 9 bis 18.30 Uhr und sonnabends von 9 bis 18 Uhr eingekauft werden.

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