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Döbeln: Über vier Brücken musst du fahr'n

Döbeln: Über vier Brücken musst du fahr'n

Im kommenden Jahr soll die Brücke in der Straße des Friedens abgerissen werden und bis 2016 durch eine neue und breitere Brücke über den verbreiterten Flutgraben der Mulde ersetzt werden.

Döbeln.

Das 1,7 Millionen Euro-Projekt aus dem 52-Millionen Euro schweren Hochwasserschutzkonzept für Döbelns Innenstadt sorgte zuletzt im Stadtrat für Wellen. Doch höher könnten die Wogen bei Döbelns Autofahrern schlagen. Denn während der Bauzeit gibt es für Autos keine Ersatzbrücke. Von fünf Auto-Brücken auf die Muldeinsel fällt während der gesamten Bauzeit eine weg.

 

Eine Ersatzbrücke für den Autoverkehr war während der Bauzeit auch nie vorgesehen. "Da wäre die Behelfslösung wahrscheinlich sogar teurer geworden als die eigentliche neue Brücke", sagt dazu Döbelns Baudezernent Thomas Hanns. Auch die eigentlich für die Fußgänger und vor allem für die vielen Schüler des Gymnasiums zwischen Busbahnhof und Uferstraße angedachte Ersatzbrücke wird es nach aktuellem Verhandlungsstand zwischen der Landestalsperrenverwaltung und der Stadtverwaltung nicht geben. Diese Behelfslösung wäre zu teuer und mit Blick auf den direkt in Sichtweite schon vorhandenen Robert-Tümmler-Steg (Fußgängerbrücke am Kaufland) auch ziemliche Geldverschwendung. Außerdem würde die behindertengerecht auszuführende Behelfs-Fußgängerbrücke alle weiteren Arbeiten an den Flutschutzmauern im Umfeld des Busbahnhofes für eineinhalb Jahre behindern oder ganz lahm legen.

 

Die Stadtverwaltung hat sich aber in den Verhandlungen mit der Landestalsperrenverwaltung den Verzicht auf die Ersatzbrücke für Fußgänger offenbar ein wenig versilbern lassen. Denn im Gegenzug für den Verzicht der Stadt auf die Ersatzbrücke und als Dank für die Kostenersparnis hat sich die Landestalsperrenverwaltung bereit erklärt, in den Uferbereichen des Flutgrabens einige der Gestaltungswünsche der Stadt umzusetzen und zu bezahlen. 2008 hatte die Stadt Döbeln mit dem Wettbewerbsbeitrag "Stadt im Fluss - Den Fluss erlebbar machen" beim Stadtentwicklungswettbewerb "Ab in die Mitte" einen zweiten Preis und 20 000 Euro Preisgeld abgeräumt (siehe Hintergrundkasten). Terrassierte und somit trotz des Hochwasserschutzes begehbare Uferbereiche am Niederwerder und am Pferdebahnmuseum sowie Revisionswege, die zum Spazieren am Fluss rund um die Muldeninsel einladen, waren Teile des Konzeptes. Sie werden nun mit Hilfe der Landestalsperrenverwaltung umgesetzt. Nach Gesprächsrunden und Vor-Ort-Terminen zwischen November 2012 und April 2013 sind diese Lösungen mittlerweile vertraglich besiegelt worden.

 

Doch während Fußgänger und Radfahrer mit dem Tümmlersteg zwischen Kaufland und Innenstadt einen recht nahen Ersatzweg anstelle der Brücke Straße des Friedens nutzen können, wird die Straße des Friedens auf der einen und die Kleine Kirchgasse auf der anderen Uferseite während der Bauzeit für Autos und Busse zur Sackgasse.

 

"Das Planfeststellungsverfahren für diesen Brückenbau ist noch nicht abgeschlossen. Somit liegt auch noch kein fertiges Verkehrskonzept für die Bauzeit vor. Detailabstimmungen dazu erfolgen nach dem Planfeststellungsbeschluss, wenn das Baurecht für die Brücke vorliegt", sagt Döbelns Baudezernent Thomas Hanns. Dennoch haben er und Ordnungsamtsleiter Jürgen Müller schon Vorgespräche geführt. So etwa mit der Verkehrsgesellschaft über den Schülerverkehr. "Der Schülerverkehr könnte für die Bauzeit so organisiert werden, dass alle Schüler fast direkt ans Gymnasium in der Straße des Friedens und die Außenstelle am Körnerplatz fahren können", so Hanns. Ansonsten wird die Verkehrslösung ähnlich funktionieren wie im vergangenen Jahr, als die Franz-Mehring-Straße und der Körnerplatz gesperrt waren. Der Autoverkehr in Ost-West Richtung wird über die Oberbrücke auf die Mul- deinsel und über die Ritterstraße bis zur Rosa-Luxemburg-Straße rollen, um an der Brücke Bahnhofstraße die Insel wieder zu verlassen. Geklärt werden muss noch, ob an der Volkshauskreuzung das Linksabbiegen in die Franz-Mehring-Straße geregelt werden kann und so bei der Umleitung das Ringel über den Wettinplatz einzusparen wäre. Der West-Ost-Verkehr durch die Innenstadt müsste über die Niederbrücke, die Zwingerstraße und die Kleine Kirchgasse zu Oberbrücke fahren. Geprüft werden muss, ob die Niederbrücke auch in beide Richtungen befahrbar wäre.

 

In den letzten 20 Jahren wurden bereits die Brücke an der Rosa-Luxemburg-Straße (am Stadtbad), die Brücke Bahnhofstraße (am Autohaus Döbeln) und die Niederbrücke ohne Behelfsbrücken saniert. Lediglich bei der Sanierung der Oberbrücke hatte es eine Behelfsbrücke für Autos zwischen Krankenhaus und Thielestraße gegeben, weil die Oberbrücke als einzige aus Richtung Osten auf die Muldeninsel führt. Thomas Sparrer © Kommentar

Thomas Sparrer

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