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Döbeln: Winter ade - brachtest wenig Schnee

Döbeln: Winter ade - brachtest wenig Schnee

Die Straßenmeister haben meist den richtigen Riecher: Wenn sie die Schneezäune abbauen lassen, dann war's das mit dem Winter. Bis die Frostschäden an den Straßen behoben werden, dauert es aber noch eine Weile.

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Das ahnte keiner: Die Schneezäune, die die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Schweta gestern an der B 175 in Döbeln-Ost abgebaut haben, konnten wegen Schneemangel ihren Nutzen diesmal kaum unter Beweis stellen. Im nächsten Winter kann das schon wieder ganz anders aussehen.

Quelle: Sven Bartsch

Mittelsachsen. Nein - mit dem heutigen kalendarischen Frühlingsanfang habe der Schneezaun-Abbau überhaupt nichts zu tun, versichert Andreas Reimer, Straßenmeister für den Altkreis Döbeln. An der B 175 in Döbeln-Ost hatten Straßenwärter gestern die grünen Schutzeinrichtungen demontiert, zusammengerollt und verladen. Insgesamt 14 Kilometer Schneezäune wurden in der Region vom Landkreis aufgestellt. Beim Abbau sei pro Tag etwa ein Kilometer zu schaffen, so Reimer.

Dass der in Schweta sitzende Straßenmeister jetzt dafür grünes Licht gab, liegt viel mehr an Erfahrungswerten. "Ich gehe davon aus, dass es keine größeren Verwehungen mehr gibt. Wenn es doch noch mal kalt wird, dann bei Ostwind, und der bringt immer trockene Luft mit", sagt Reimer, der in seiner Funktion regelmäßig den Wetterbericht studiert. Cornelia Kluge, Pressesprecherin des Landkreises, nennt noch einen anderen Grund, weshalb die Schneezäune verschwinden sollen: "Meist stehen diese auf landwirtschaftlichen Flächen. Und diese Flächen müssen schnellstmöglich wieder nutzbar werden." Dass die Schneezäune im zurückliegenden Winter kaum nötig gewesen sind, konnte niemand ahnen. "An ein oder zwei Tagen hat es mal ein bisschen geweht. Im Winter davor war es viel schlimmer. Da haben die Zäune gute Dienste geleistet", so der Straßenmeister.

Auch der Streusalzverbrauch unterscheidet sich erheblich. Wurden im Kreis Mittelsachsen im Winter 2010/11 beachtliche 15 589 Tonnen Salz auf die Straßen gebracht, war es im letzten Winter nicht einmal halb so viel. Vor allem im Bereich der Brand-Erbisdorfer Straßenmeisterei, die auch für die mittelsächsische Gebirgsregion zuständig ist, wurde das Streumittel benötigt. Eingelagert waren für den Landkreis insgesamt 18 000 Tonnen. "Durch die Zugabe eines so genannten Antibackmittels ist das übrige Salz bis zum nächsten Winter haltbar, es behält seine Eigenschaften und klumpt nicht", erklärt Kluge.

In der Stadt Döbeln ist laut Baudezernent Thomas Pfeiffer der Unterschied des Salzverbrauchs in beiden Wintern noch gravierender. Er liegt bei 300 zu 70 Tonnen und beim Splitt sogar bei 60 zu vier Tonnen. Die städtischen Schneezäune wurden übrigens schon in der vergangenen Woche abgebaut.

Die Schäden, die der Winter an den Straßen angerichtet hat, haben laut Kluge nicht die Ausmaße der vorangegangenen beiden Jahre. Mit den Flickarbeiten würden die Straßenmeistereien Ende März, Anfang April beginnen. Die Stadt Döbeln plant im April eine Straßenbefahrung zur Erfassung der Schäden, die dann nach einer Prioritätenliste behoben werden sollen.

Olaf Büchel

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