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Döbeln Döbeln bekommt weitere 50 Flüchtlinge
Region Döbeln Döbeln bekommt weitere 50 Flüchtlinge
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16:30 04.08.2015
Dieses ehemalige Berufsschulgebäude in Döbeln wird neue Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Quelle: S. Bartsch
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Darüber informierte gestern das Landratsamt Mittelsachsen.

Jörg Höllmüller, Geschäftsbereichsleiter im Landratsamt, spricht von einer "Notunterkunft". Das heißt, er geht nicht davon aus, dass das Gebäude längerfristig Asylheim bleibt. "Ich bin nicht glücklich mit dieser Lösung. Es handelt sich um ein Schulgebäude, das sich eigentlich nicht als Unterkunft eignet. Doch wir möchten den Menschen ein Dach über dem Kopf geben", sagt Höllmüller. Das Unterbringen in Zelten oder in Turnhallen lehne er zurzeit ab.

Die bestehenden Unterkünfte in Brand-Erbisdorf, Döbeln, Flöha, Frankenberg, Freiberg, Rochlitz, Roßwein, Striegistal und Waldheim seien an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Rund 733 Asylsuchende und Flüchtlinge wurden dem Landkreis dieses Jahr bereits zugewiesen. Allein im August kämen nach jetzigem Stand noch 160 hinzu.

Der Einzug der Flüchtlinge in das frühere Berufsschulgebäude erfolgt wahrscheinlich ab 17. August. Welcher Nationalität sie sein werden, ist laut Höllmüller noch nicht bekannt. Die umliegenden Anwohner und Unternehmen sollen vorher über Einzelheiten schriftlich informiert werden. Mit der neuen Unterkunft leben dann in Döbeln rund 300 Asylsuchende und Flüchtlinge. Döbelns Baudezernent Thomas Hanns, der den Oberbürgermeister während seines Urlaubs vertritt, informierte bereits die Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen.

"Voraussichtlich werden dem Landkreis bis zum Jahresende 1800 Asylsuchende zugewiesen, derzeit leben in Mittelsachsen rund 1750 Asylbewerber und Flüchtlinge", sagt Höllmüller. Die Einrichtung weiterer Unterkünfte werde derzeit geprüft, über die Unterbringung in Hainichen am Donnerstag informiert. Die Betreiberin der Notunterkunft in Döbeln ist die Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung Freiberg (GSQ), wie auch schon im Fall der Unterkünfte in Roßwein und Waldheim. Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung sei abgesichert.

Angesichts der Rekordzahlen an Asylbewerbern und vor dem Hintergrund der gestrigen Information vom Landratsamt fordert der Döbelner Landtagsabgeordnete Sven Liebhauser (CDU) kurzfristige und wirkungsvolle Änderungen im Asylrecht. "Wir sind mit deutschlandweit 79 000 Asylbewerbern allein im Juli an die Grenze der Belastbarkeit gekommen", so Liebhauser. Es könne nicht sein, dass - wie derzeit in Döbeln geschehen - in kürzeren Abständen neue Unterkünfte für Asylbewerber geschaffen werden, die immer kompliziertere Anforderungen an die Sicherheitsbehörden stellen. Vorkommnisse wie die Massenschlägerei in Dresden zeigten, dass Handlungsbedarf bestehe, so Liebhauser. © Kommentar

Olaf Büchel & Thomas Sparrer

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