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Döbeln braucht noch eine Sporthalle

Döbeln braucht noch eine Sporthalle

Für den Schulsport und den Vereinssport in Döbeln fehlt zum Glücklichsein die Kapazität einer Zweifachsporthalle mit einer Fläche 20 mal 40 Metern.

Döbeln. Von Thomas Sparrer

Idealerweise müsste diese Halle in Döbeln-Nord am modernen Schulzentrum Am Holländer stehen. Denn für den Schulsport der Grundschule und der Oberschule reicht die aktuell bestehende Halle nicht aus. Und auch die 28 Sportvereine der Stadt, die in Döbeln sage und schreibe 30 Sportarten anbieten, bräuchten für ihre Zukunftsvisionen zusätzliche Trainings- und Wettkampfkapazitäten. Das ist grob das Fazit einer großen Runde, bei der Vereinsvertreter gemeinsam mit dem Sachgebiet Sport des Rathauses und dem Ingenieurbüro Zumpe aus Dresden an einem Tisch zusammensaßen.

"Wir wollen für die Stadt Döbeln noch in diesem Jahr die Sportstättenleitplanung fertigstellen. Dazu brauchen wir natürlich unsere Sportvereine als Partner. Denn sie stehen für 4000 aktive Sportler in unserer Stadt", sagt Michael Thürer vom Sachgebiet Sport der Stadtverwaltung. Die Sportstättenleitplanung brauchen sowohl die Stadt als auch die Vereine aus mehreren Gründen. Vereine mit eigenen Sportanlagen benötigen die Leitplanung für den Nachweis, dass ihre Sportstätte langfristig in der Stadt eine Rolle spielt. Sonst sind zum Beispiel Förderanträge bei der Sächsischen Aufbaubank nicht möglich. Die Stadt braucht die Sportstättenleitplanung als Bestandteil des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes und als Leitfaden, wo und wie in Sportstätten investiert werden muss.

Auf der gemeinsamen Beratung mit den Vertretern der Sportvereine legte Gisela Zumpe vom gleichnamigen Dresdner Ingenieurbüro eine Zustandsanalyse der Döbelner Sportstätten vor. Knackpunkte sind beispielsweise die Sporthalle Staupitzstraße mit dem größten Investitionsbedarf. Aber auch die Sporthalle Döbeln-Nord steht auf der Agenda, denn der Schulsport des dort angesiedelten modernen Schulzentrums braucht eine adäquate Sporthalle. Auch für den Wettkampf- und Trainingsbetrieb der Döbelner Sportvereine wäre diese Zweifachhalle notwendig, um die Entwicklung bestimmter Sportarten in Döbeln nicht auszubremsen.

"Bei der Runde mit den Vereinen sollten die Vereinsvorstände aufzeigen, wie sie sich die Entwicklung ihrer Sportarten in Zukunft vorstellen, wo sie Knackpunkte und wo Reserven sehen", beschreibt Michael Thürer vom Sportamt der Stadt. Aktuell haben etwa die Handballer der HSG Neudorf/Döbeln 16 Mannschaften im Wettkampfbetrieb, zwei davon in der Sachsenoberliga. Die Fußballer von DSC und ESV Lok sind mit vielen Nachwuchsmannschaften am Start und brauchen im Winter Trainingskapazitäten in den Sporthallen. Die Floorballer des UHC wollen weiter wachsen. Sie spielen aktuell in der 2. Bundesliga und der Regionalliga. Mittelfristig will der Verein wieder in der 1. Bundesliga vertreten sein und auch ein Damenteam aufstellen. "All diese Vereine haben sportlich ehrgeizige Ambitionen und damit auch den Anspruch mehrmals wöchentlich zu trainieren", sagt Michael Thürer. Die Trainingszeiten in den Hallen sind aber jetzt schon knapp.

Ganz klare Bekenntnisse von Seiten der Stadt und der Vereine gibt es zum Judo und zum Karate. Da gibt es in Döbeln eine große Tradition und eine Vielzahl an aktiven Sportlern. 100 Judoka des Döbelner SC trainieren in der Staupitzsporthalle. Hier wäre ein erheblicher Investitionsaufwand nötig. Größere Investitionen in Sportstätten sind aber derzeit kein Thema. Denn seit Januar gilt im Rathaus eine Haushaltssperre, weil aufgrund des Hochwassers 2013 mit erheblichen Gewerbesteuerausfällen auf der Einnahmenseite der Stadt gerechnet werden muss. "Aktuell haben wir damit zu tun, dass unsere städtischen Sportstätten betriebsfähig und in Schuss zu halten", sagt Michael Thürer. Das ist offenbar auch der Grund, warum es bisher noch keine finanzielle Lösung mit dem Sport- und Freizeitzentrum Welwel gibt. Hier wurde die einstige Tennishalle nach der Flut 2013 so wieder aufgebaut, dass sie für den Vereins- und Wettkampfsport als eine Zweifachsporthalle nutzbar wäre. Ungeklärt ist noch die Frage, von wem und wie die Nutzung dieser schon vorhandenen Reserveflächen finanziert werden könnte.

Im Herbst soll die Sportstättenleitplanung für Döbeln im Entwurf dem neugewählten Stadtrat vorgelegt und in allen weitere Gremien beraten werden. Enthalten sein werden auch die Analyse der vorhandenen Sportstätten und ein Vorschlag des Ingenieurbüros, wie eine Zweifachsporthalle für Döbeln-Nord aussehen könnte. "Erst nach all diesen Beratungen ist eine Aussage zu treffen, wann ein Sporthallenneubau realistisch ist", bremst Michael Thürer eventuell aufkommende Euphorie.

 

28 Sportvereine

bieten in Döbeln

30 Sportarten

an. Insgesamt sind von

22 000 Einwohnern

rund

4000

in Sportvereinen organisiert. "Sport ist die größte und günstigste Sozialstation unserer Stadt", sagt Michael Thürer vom Sportamt. Vereine sorgen für sinnvolle Freizeitgestaltung, erziehen Kinder und Jugendliche und fördern die Gesunderhaltung. Senioren- und Rehasport spielt eine wachsende Rolle.Wie selbstverständlich belegen ehrenamtliche Übungsleiter nachmittags ab 14.30 Uhr mit Kindern die Sporthallen, obwohl viele von ihnen auch arbeiten gehen. Wenn es diese ehrenamtlichen Übungsleiter nicht schon am Nachmittag gebe, würde der Hallenbelegungsplan für die Trainingszeiten komplett zusammenbrechen..

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