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Döbeln Döbeln fehlen bald 17 Bürgerarbeiter
Region Döbeln Döbeln fehlen bald 17 Bürgerarbeiter
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23:01 22.04.2014
Bürgerarbeiterin Larissa Batt katalogisiert Museumsstücke im Döbelner Stadtmuseum. Dazu muss sie auch neue Signatur-Nummern vergeben und die Gegenstände beschriften. Noch bis Ende August arbeitet Larissa Batt im Rathaus, dann läuft die Stelle aus. Eine Verlängerung ist nicht in Sicht. Quelle: Wolfgang Sens

Larissa Batt kam vor elf Jahren aus Russland nach Döbeln. Sprachprobleme gibt es nicht, zumal Larissa Batt schon in der Schule Deutsch hatte. Trotzdem fand die Bauzeichnerin hier zunächst keinen Job. Bis zum 31. August 2011. Da kam Larissa Batt über die Bürgerarbeit ins Stadtmuseum. Seitdem hat sie sich in ein spezielles Computersystem eingearbeitet und überträgt die Informationen zu den einzelnen Museumsstücken aus den Katalogbüchern in dieses Programm. Und nicht nur das: Wenn Bürger dem Museum Fundstücke oder Nachlässe bringen, recherchiert Larissa Batt die Geschichte dieser Dinge und füttert den Computer mit diesen Informationen. Das nützt zum Beispiel Historikern und anderen Interessierten. Sie können dadurch im Stadtmuseum ganz schnell Informationen bekommen. Die Mitarbeiterinnen müssen nur in den Computerkatalog schauen. Ohne das Projekt Bürgerarbeit wäre das nicht möglich. Eine weitere Bürgerarbeiterin scannt im Stadtarchiv Akten und andere Schriftstücke, an denen der Zahn der Zeit genagt hat. Vorteil: Heimatforscher und Historiker können dadurch am Computer ihre Quellen studieren und müssen sich nicht durch Papier wühlen, das vom vielen Anfassen auch nicht besser wird.

Bis zum 31. August hat Larissa Batt noch Arbeit im Stadtmuseum. Dann läuft ihre Stelle als Bürgerarbeiterin aus. Eine Verlängerung ist vorerst nicht Sicht. "Zwischen Mai 2014 und November 2015 enden bei uns insgesamt 17 Arbeitsverhältnisse der Bürgerarbeit", informiert Rathaussprecher Thomas Mettcher. Laut Bundesarbeitsministerium fließen dafür knapp 635 000 Euro Fördergeld aus dem Bundeshaushalt und dem Europäischen Sozialfond. Zuletzt kritisierte die mittelsächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann, dass SPD-Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles das erfolgreiche Projekt Bürgerarbeit nicht in die Verlängerung schickt (die DAZ berichtete).

Larissa Batt wird ihre Arbeit vermissen. "Das Computerprogramm ist ziemlich kompliziert aber ich habe mich eingearbeitet", sagt sie. "Uns wird definitiv etwas fehlen. Wir haben dann keinen Leute mehr für manche freiwillige Aufgaben, die vordergründig nicht notwendig erscheinen", sagt Stadtsprecher Mettcher. Auch Annegret Kretschmar, Mitarbeiterin im Stadtmuseum, wird ihre Kollegin Larissa Batt und deren Arbeit vermissen. "Wir konnten einem Dresdner Historiker helfen, der sich bei uns erkundigte, ob es in Döbeln mal eine Druckerei für Reklame-Karten gab", sagt sie. Die Druckerei gab es zwar nicht, wohl aber einen Handelsvertreter, der herumreiste und auch Döbelner Geschäfte für diese Art der Werbung gewann. Ohne zusätzliche Recherchearbeit hätte das Museum nicht weiterhelfen können.

Bei allem Kummer dürfe nicht in Vergessenheit geraten, dass das Projekt Bürgerarbeit das Ziel verfehlt habe, für nachhaltige Beschäftigung zu sorgen. Das meint die mittelsächsische SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Simone Raatz. Trotzdem kündigt sie an, im Arbeitsministerium nachzufragen, auch was mögliche Nachfolgeprojekte angeht. Möglich wäre, dass die geförderte Bürgerarbeit unter anderem Namen fortgesetzt wird. Dirk Wurzel

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