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Döbeln hat eine "Straßenbahn auf Gummirädern"

Döbeln hat eine "Straßenbahn auf Gummirädern"

Ein Bus wird nicht alle Tage abgeschleppt. Schon gar nicht, wenn es sich um einen (fast) nagelneuen handelt, der mit innovativer Hybridtechnik bestückt ist.

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Das ist ein Einzelfall, versichert der Chef von Regiobus Mittelsachsen, Michael Tanne. Vom Döbelner Busbahnhof aus (Foto) musste einer der neuen Hybrid-Busse in eine Vertragswerkstatt nach Dresden geschleppt werden.

Quelle: Wolfgang Sens

Mittelsachsen/Döbeln. Durch ganz Döbeln ging die ungewöhnliche Fuhre, bis sie auf der A 14 den neugierigen Blicken entschwand.Wegen eines Defektes, den er nicht näher beschreiben wollte, wurde der Bus mit Hilfe eines Abschleppdienstes in die MAN-Vertragswerkstatt nach Dresden gebracht, erklärte der Geschäftsführer der Regiobus Mittelsachsen GmbH, Michael Tanne. Vertrags- und nicht eigene Betriebs-Werkstatt deshalb, weil noch Garantieanspruch für die Reparaturleistung besteht.

Ärger mit den neuen Bussen gibt es keinen, wie Michael Tanne versichert. Der jetzige Defekt sei ein Einzelfall. "Die Ausfallquote bei unseren Bussen ist generell sehr gering. Und mit den Hybrid-Bussen sind wir bislang sehr zufrieden. Die spezielle Zusatztechnik ist zuverlässig", so der Geschäftsführer.

Im Zeitraum von September bis November 2011 hatte Regiobus insgesamt zehn Hybrid-Busse für den Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis Mittelsachsen angeschafft. Davon sind vier Busse im Raum Freiberg sowie jeweils drei in den Altkreisen Mittweida und Döbeln im Einsatz. Nach europaweiter Ausschreibung wurde sich für MAN-Busse entschieden. Die Ausgaben dafür lagen bei rund 3,6 Millionen Euro, wobei Fördermittel des Bundesumweltministeriums genutzt werden konnten. Regiobus hat sich für die Hybrid-Variante mit Superkondensator entschieden. Dieser Energiespeicher ist in der markanten Dachkuppel des Busses untergebracht. Andere Verkehrsunternehmen, mit denen Regiobus in einem Projekt zusammenarbeitet, nutzen die Variante der Lithium-Ionen-Akkus. Diese Busse sind deutlich schwerer, doch die bei Bremsvorgängen gewonnene Elektroenergie lässt sich besser speichern. Innerhalb des Projektes würden die gesammelten Erfahrungen und die erfassten Daten ausgetauscht und auch den Herstellern für die weitere Entwicklung übermittelt.

Sehr positiv ist laut Tanne die Resonanz der Fahrgäste auf die neue Technik. "Das liegt an der extremen Laufruhe der Motoren. Das Anfahren erfolgt in der Regel mit dem Elektromotor, dann wird automatisch auf den Dieselmotor umgeschaltet", erklärt der Regiobus-Chef. Außerdem verfügten die Busse über eine Start-Stopp-Automatik, so dass beispielsweise bei einem Halt an der Ampel gar kein Motor mehr läuft.

Hauptziel der Anschaffung ist die Kraftstoffeinsparung. Schon nach den ersten beiden Monaten, die jetzt alle zehn Hybridbusse in Betrieb sind, spricht Tanne von "hoher Kraftstoffeffizienz". "Spannend ist natürlich, welche Langzeiterfahrungen wir sammeln werden, also wie das Ergebnis nach zwei oder drei Jahren aussieht", sagt der Geschäftsführer.

Die Busfahrer, die ans Steuer der Hybrid-Busse dürfen, müssen speziell geschult werden. "Es handelt sich schließlich um Hochvoltanlagen - im Prinzip eine Straßenbahn auf Gummirädern", so Tanne. Das Wichtigste aber sei die Fahrweise, der Einsatz des rechten Fußes - sprich die Frage, wie gehe ich mit dem Gasgeben um. Der Regiobus-Chef: "Ein kluger Fahrer rollt an die Haltestelle heran, lässt den Motor bremsen und benutzt kaum die Fußbremse."

Olaf Büchel

 

❏ Ein Hybrid-Bus ist ein Fahrzeug, in dem mindestens zwei Energiespeichersysteme (Kraftstoff-Tank und Lithium-Ionen-Batterie oder Hochleistungskondensator) und zwei Energieumwandler (Diesel- und Elektromotor) vorhanden sind, um ihn anzutreiben.

❏ Bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen geht die Bremsenergie verloren. Mit dem Hybrid-Antrieb kann diese Energie zurückgewonnen und gespeichert werden. Wenn der Hybrid-Bus abbremst, übernehmen die Motoren die Funktion eines Generators. Die Bewegungs- wird in elektrische Energie umgewandelt und, im Fall der Döbelner Busse, in die Superkondensatoren eingespeist.

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