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Döbeln hat jetzt die größte Klappe

Döbeln hat jetzt die größte Klappe

"Wir Döbelner haben die größte Klappe", sagt Döbelns Bauamtsleiter Erik Brendler scherzhaft und klopft Axel Bobbe, dem Leiter der Landestalsperrenverwaltung Rötha, auf die Schulter.

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30 Tonnen schwer, 25 Meter lang: Die erste der beiden Wehrklappen schwebte gestern ein. Das Schlossbergwehr in Döbeln wird Sachsens größtes Klappenwehr.

Quelle: Sven Bartsch

Ein 400-Tonnen-Autokran hängte gestern Morgen um 8 Uhr am Döbelner Schlossbergwehr Sachsens größte Klappe ein. Mit einem Schwerlasttransport samt Polizeibegleitung kam das 30 Tonnen schwere und 25 Meter lange stählerne Monstrum über Nacht aus dem Brandenburgischen Beeskow in Döbeln an. Erstmals lässt die Talsperrenverwaltung eine solche Riesenklappe nicht vor Ort aus mehreren Teilen zusammenschweißen, sondern im Ganzen transportieren. "Das hat den Vorteil, dass der Korrosionsschutz nicht auf der Baustelle aufgebracht werden muss", sagt Axel Bobbe. Das riesige, schwarze Teil ist feuerverzinkt und mit fünf Spezialanstrichen versehen.

 

Millimetergenau wurde die Wehrklappe in das neue Tosbecken eingesetzt und mit riesigen Bolzen befestigt. Als nächstes werden die Elektro-Hubzylinder eingebaut, welche die 30 Tonnen schwere Klappe bewegen. Zunächst wird sie in etwa vier Wochen manuell zu bewegen sein. Auf der Schlossbergseite des Wehres steht bereits das neu Technikgebäude, von dem aus das Schlossbergwehr nach seiner Fertigstellung komplett automatisch betrieben wird.

 

Sobald die Hubzylinder eingebaut sind wird die erste Wehrklappe aufgerichtet. Bis dahin sind die Dichtungen an die Stahlkanten geflanscht. Dann gibt es eine Dichteprüfung, indem das Betonbecken vor der Klappe geflutet wird. "Beim nächsten erhöhten Pegelstand der Mulde wird die Klappe funktionieren", so der Leiter der LTV. Ab August wird auf der Schlossbergseite die zweite Hälfte von Sachsens größtem Klappenwehr errichtet. Es wird mit der zweiten Wehrklappe über 50 Meter breit im Fluss stehen. Für den Bau der zweiten Hälfte des Wehres wird wieder ein Damm geschüttet und werden Spundwände eingerammt. Insgesamt liegt die Wehrbaustelle noch immer fünf Wochen hinter dem Zeitplan, nachdem sie bei Hochwasserständen mehrfach aus Sicherheitsgründen aufgegeben und geflutet werden musste.

 

Bis Ende des Jahres wird noch am verbreiterten Flutgraben hinterm Busbahnhof gebaut. An der Brücke Straße des Friedens ist dann zunächst Schluss. Mit Steinaufschüttungen werden die Brückenwiderlager geschützt. Die Erdmassen aus dem Flutgraben werden in den nächsten Wochen abgefahren. Sie kommen auf Spezialdeponien, weil sie mit Schwermetallen belastet sind.

 

Im nächsten Jahr gehen die Arbeiten an der Flutgrabenverbreiterung in Döbeln zunächst von Kaufland in Richtung Steigerhausplatz in zwei Abschnitten weiter. Der Bereich hinter der Brücke Straße des Friedens wird zunächst ausgelassen. Nach der Klage eines Anliegers gibt es für diesen Bereich im Juli einen Termin vor dem Verwaltungsgericht. Deshalb baut die Talsperrenverwaltung jetzt erst einmal an anderer Stelle weiter. Für den Abriss und den Neubau der breiteren Brücke in der Straße des Friedens liegt jetzt aber der Ergänzungsbescheid zum Planfeststellungsbeschluss vor. Dieser ist im Rathaus ausgelegt.

 

Der Hochwasserschutz für Döbeln ist auch in den nächsten Jahren Döbelns größte und wichtigste Baustelle mitten in der Stadt. In 21 Einzelabschnitte unterteilt, soll das Großprojekt im Jahr 2022 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten liegen bei rund 56 Millionen Euro.

Thomas Sparrer

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