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Döbeln Döbeln im Banne von Miniaturwelten
Region Döbeln Döbeln im Banne von Miniaturwelten
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13:37 21.02.2018
Döbelns Modellbahntage zogen Neugierige in der Sporthalle an der Burgstrasse. Quelle: Sven Bartsch
Döbeln

„Zu den Zügen“ verwies am Wochenende ein Schild die Besucher der 12. Eisenbahnmodelltage in Döbeln. Das führte nicht in den Bahnhof, sondern in die Turnhalle an der Burgstraße.

Zwanzig Aussteller

Zahlreiche Besucher ließen es sich nicht nehmen, in den Schulferien einen Ausflug in die dort präsentierten Miniaturwelten zu unternehmen. 20 verschiedene Aussteller aus der Region, aber auch aus Leipzig und Brandenburg stellten in diesem Jahr aus.

Nicht zu machen ohne Ehrenamt

Ohne die Hilfe der vielen ehrenamtlichen Helfer und der Stadt, die die gesperrte Halle dem Sportverein Vorwärts überlasse, sei dies nicht zu machen, sagte Harald Köpke. Der 66-Jährige ist Mitglied des SV Vorwärts und Mitorganisator der Ausstellung.

Manches wirkt am besten von oben

Zur Ausstellung kommt, wen er kennt, wer sich bei ihm bewirbt oder wer von ihm angesprochen wird. „Mehr als die Hälfte der Aussteller sind noch immer aus Döbeln. Manche waren auch schon mehrfach hier. Es gibt Anlagen, die muss man zwei oder drei Mal zeigen“, erklärt er, welche seine Kriterien sind. Es helfe auch, von der Empore einmal zu beobachten, was beim Publikum gut ankomme.

Roßweins Bahnhof nachgebaut

So versammelten sich in der Halle die unterschiedlichsten Bauarten – ob als Modul oder in Segmentbauweise – und Größenverhältnisse. Der Leipziger Modellbahnverein Friedrich List etwa zeigte eine Anlage, die das Saaleeck bei der Rudelsburg in Sachsen-Anhalt in Miniatur abbildete. Modellbahnfreunde aus Nossen hatten den fast originalgetreuen Nachbau des Roßweiner Bahnhofes im Maßstab 1:160 im Gepäck. Auch zu sehen war ein Automodell, das den ehemaligen Stützpunkt der Döbelner Entsorgungsgesellschaft wieder aufleben ließ.

Für und Wider der Geschichte darstellen

So noch nicht vertreten war ein Aufbau, der die sogenannte Epoche 2 nach der Gründung der Reichsbahn dokumentierte: Diese sei nicht oft ausgestellt, weil sie von 1920 an auch die Jahre bis 1945 umfasst, also auch das Dritte Reich. Köpke wollte sie im Programm, um zu zeigen, was war: „Das Für und Wider der Geschichte soll man darstellen, nicht verschweigen“, war sein Credo.

Geschichten abseits der Gleise

Doch nicht nur die Vergangenheit stand Pate bei der Ausstellung, mancher zeigte auch seine Heimanlage oder Fantasielandschaften mit beweglichen Figuren, Echtwasserverläufen oder Kunstgriffen wie abnehmbaren Dächern, die Einblick in die Gebäude gaben. So erzählte die Bahn von Heike Schwind kleine Geschichten abseits der Gleise. Mit Oststarlets, die sich vorm zeltbewährten Trabi von eifrigen Reportern abfotografieren lässt oder dem Bauern, der auf der Wiese Heu schlägt.

Diese Bahn fährt immer pünktlich

Zwei Jahre habe sie gebraucht, bis sie die Landschaft das erste Mal ausstellen konnte. Eine idyllische Dorflandschaft, wie sie mit ihrer Erinnerung an ihre Kindheit verbinde. Zum Modellbahnclub Lößnitzgrund kam die Dresdenerin über ihren damaligen Freund. Irgendwann habe sie dann auch für das Hobby gebrannt, das ihr vor allem Entspannung biete. „Diese Bahn fährt pünktlich und es geht gemütlicher zu“, sagt die 58-Jährige, die im richtigen Leben Zugbegleiterin ist. Dort, sagt sie, sei der Ton merklich rauer geworden.

Kindheit mit Schmalspuhrbahn

In einen Mikrokosmos konnte man auch beim Henry Müller blicken und Schiebereien im Baustoffhandel abseits der Schienen entdecken. Für den Freiberger bedeutet der Modellbau, sich zu erinnern, kleine Geschichten zu erzählen und ein wenig in die Kindheit mit der Schmalspurbahn zurückzuversetzen.

Von Manuel Niemann

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