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Döbeln „Döbeln ist und bleibt ein sicheres Pflaster“
Region Döbeln „Döbeln ist und bleibt ein sicheres Pflaster“
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18:25 11.04.2018
Die Tage des alten Polizeireviers an der Burgstraße sind gezählt. Die Polizisten bekommen in Döbeln-West ein neues Revier. Quelle: Wolfgang Sens.
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Döbeln

„Döbeln ist nach wie vor ein vergleichsweise sicheres Pflaster.“ So lautet das Fazit von Döbelns Polizeichef Andree Wagner. Am Dienstagabend berichtete der Leiter des Döbelner Polizeireviers beim kriminalpräventiven Rat von der aktuellen Kriminalitätsentwicklung in der Stadt. Die Zahlen von 2017 stützen die Aussage, dass Döbeln sicher ist. Denn die Kriminalität in Döbeln ist 2017 im Vergleich zu 2016 stark zurückgegangen – vor allem im Bereich der Eigentums- und Gewaltstraftaten. Gleichzeitig hat das Döbelner Revier seine Aufklärungsquote weiter gesteigert. Gesunken ist zudem der Ausländeranteil – einschließlich EU-Ausländer – bei den Straftätern. Keine Entwarnung gibt es dagegen bei Betrug. Hier gab es einen drastischen Anstieg, weshalb der Revierleiter umstrukturierte und diesen Ermittlungsbereich personell verstärkte.

1200 Ausländer leben in Döbeln, davon 261 Flüchtlinge

Unter den fast 25 000 Einwohnern der Stadt Döbeln leben derzeit 1200 Ausländer. Die Zahl setzt sich aus Geflüchteten sowie aus EU-Bürgern zusammen. Darunter sind auch Mediziner im Krankenhaus oder rumänische Vertragsarbeiter in Betrieben der Region. Diese Zahl nannte Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer am Dienstagabend beim kriminalpräventiven Rat der Stadt Döbeln, zu dem Vertreter von Schulen, Behörden und Vereinen gehören.

Dieter Steinert von der Stabsstelle Asyl beim Landratsamt Mittelsachsen sprach der Stadt Döbeln und ihren Bürgern ein großes Lob aus. Die Stadt habe beim Thema Asyl mitgeholfen, die anstehenden Probleme zu lösen. Insgesamt gebe es in Mittelsachsen aktuell rund 9300 Geflüchtete und EU-Ausländer. Nach Freiberg mit 9300 in der Stadt lebenden Ausländern liege Döbeln mit 1200 an zweiter Stelle und es gebe keine Probleme. Flüchtlinge hat das Landratsamt aktuell 261 in Döbeln untergebracht. Davon leben in der Gemeinschaftsunterkunft an der Friedrichstraße 124 Menschen bei einer Kapazität von 210 Plätzen. Im Wohnprojekt an der Friedrichstraße sind 40 Personen vorwiegend Familien in Wohnungen untergebracht. 65 Flüchtlinge mit Bleibestatus leben in Wohnungen, die der Landkreis angemietet hat. In nächster Zeit hat das Landratsamt die Aufgabe mit der seit 2016 geltenden Wohnsitzauflage Flüchtlinge mit Aufenthaltstitel möglichst gerecht und nach dem Angebot von Kitaplätzen und Schulen im Landkreis anzusiedeln, um die Großstädte zu entlasten.

Auch die Drogenkriminalität macht weiter Sorgen.Hier stagnieren die Zahlen in Döbeln auf hohem Niveau. „In der Stadt gibt es eine stabile Crystal-Szene. Zudem sind nach unseren Beobachtungen Cannabis und Marihuana wieder im Kommen“, schildert Andree Wagner. Das bemerken die Polizisten mittlerweile auch bei Verkehrskontrollen. 30 Fahrzeugführer wurden 2016 unter Drogeneinfluss erwischt. Im vergangenen Jahr waren es schon 73. Die Zahl kommt den 91 erwischten Fahrern unter Alkoholeinfluss schon sehr nahe. „Das ist sehr bedenklich“, findet der Revierleiter.

Aus polizeilicher Sicht sei der Crystal-Sucht kaum beizukommen, weil die Szene sehr konspirativ agiert. Die Strafen, welche das Amtsgericht in ketzter Zeit immer wieder verhängte, schreckten die Drogenkonsumenten dagegen kaum ab ab. „Wir müssen Präventionsprogramme auf den Prüfstand stellen. Denn es sind zu viele junge Leute, die sich so ihr Leben versauen“, findet Wagner und hofft auch aus der Runde von Schulleitern, Behörden- und Vereinsvertretern im kriminalpräventiven Rat auf Unterstützung. Eine ganze Reihe Crystal-Konsumenten seien schon Patienten in der psychiatrischen Klinik in Hochweitzschen.

Die Drogenszene gibt der Döbelner Polizei noch ein Rätsel auf. „Wenn auf der einen Seite die Eigentumsdelikte rückläufig sind, müssen wir uns auf der anderen Seite fragen, wo die Konsumenten das Geld für ihre Sucht herbekommen. Das untersuchen wir gerade genauer“, so Wagner.

Der Anstieg gibt es bei den Betrugsfällen im Döbelner Revierbereich, geht größtenteils auf Angebots- und Anzeigenportale im Internet zurück, wo entweder bezahlt und nicht geliefert oder geliefert und nicht bezahlt wird.

Kaum neue Anzeigen habe es dagegen bei Betrugspraktiken zu Lasten von Senioren, wie etwa dem Enkeltrick und durch Gewinnversprechen am Telefon gegeben, bei denen noch im Vorjahr reihenweise ältere Menschen um zum Teil hohe Geldbeträge gebracht wurden. Andree Wagner erklärt das auch mit der guten Präventionsarbeit in Döbeln. Schüler des Lessing-Gymnasiums hatten mit einem Theaterstück, das sie zweimal vor älteren Menschen aufführten, Aufklärungsarbeit geleistet. Dafür dankte er der Schule für die tolle Zusammenarbeit.

Großes Lob richtet der Döbelner Polizeichef auch an Döbelns Feuerwehr. Bei der nun aufgeklärten Brandserie in Döbeln-Nord hätte die Wehr jedes Mal dank ihrer hochprofessionellen Arbeit noch schlimmeres verhindert. Die Brandserie hatte für große Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt, um so erfreulicher sei die gelungene Aufklärung.

Hintergrund: Autobahnpolizeirevier zieht mit nach Döbeln

Für den Bau des neuen Döbelner Polizeireviers an der Grimmaischen Straße in Döbeln-West sind mittlerweile alle wichtigen Unterschriften auf den Bauunterlagen und die Finanzierung geklärt. „Im Moment liegen die Unterlagen noch zur Prüfung in der Zentrale des Sächsischen Immobilien und Baumanagements“, sagte Döbelns Revierleiter Andree Wagner. Er und seine Kollegen hatten an der Gestaltung des neuen Reviers mitsprechen dürfen.

Personell sei das Revier in Döbeln in der Fläche zwar noch immer recht knapp aufgestellt. D ie Ausstattung mit Personal sei mittlerweile aber besser geworden. Dennoch wünschte sich der Revierleiter noch mehr Streifenbeamte . „Wir können unsere Aufgaben aber jederzeit erfüllen“, so der Polizeichef.

Mit dem Bau des neuen Polizeireviers in Döbeln West wird sich die gefühlte Polizeipräsenz in Döbeln weiter erhöhen. Denn das Autobahnpolizeirevier, das jetzt noch in Deutschenbora untergebracht ist, wir mit in den Neubau des Döbelner Polizeireviers einziehen und von Döbeln-West aus zu Einsätzen und Kontrollfahrten auf die Autobahn ausrücken.

Von Thomas Sparrer

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