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Döbeln Döbeln und Waldheim: Handball-Trainer von HSG- und VfL-Frauenmannschaften schmeißen hin
Region Döbeln Döbeln und Waldheim: Handball-Trainer von HSG- und VfL-Frauenmannschaften schmeißen hin
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14:41 25.11.2015
HSG-Trainer Bernd hinterlässt einen leeren Stuhl: Vor wenigen Tagen verkündete er dem Verein seine Kündigung. VfL-Trainer André Hein tat es ihm gleich. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln/Waldheim

Was klingt wie ein schlechter Scherz, ist bittere Realität: Fast zeitgleich warfen beide Trainer der ersten Frauenmannschaften von HSG Neudorf-Döbeln und VfL Waldheim das Handtuch. Sowohl Bernd Berthold als auch André Hein kündigten ihren Vertrag mit sofortiger Wirkung. Zurück bleiben vor den Kopf gestoßene Spielerinnen und zwei Vereinsvorstände, die jetzt vor ihrer größten Herausforderung stehen: Geeignete Trainer finden – und das mitten in der laufenden Saison.

Zwei Jahre lang trainierte Bernd Berthold die Sachsenliga-Handballerinnen vom größten Handballverein der Region. Mit seinen HSG-Mädels konnte Berthold auf eine erfolgreiche letzte Saison zurück blicken, doch mit Beginn der aktuellen Spielzeit kriselte es. Die Neudorf-Döbelnerinnen schafften es bisher nicht, an ihre zuletzt gute Form anzuknüpfen, rangieren nach acht Spieltagen auf dem zehnten Tabellenplatz. „Bernd Berthold äußerte, er habe die Mannschaft nicht mehr erreicht“, versucht Frank Klausner vom Vorstand der HSG Neudorf-Döbeln eine Erklärung zu finden. Die schriftliche Kündigung kam prompt. „Wir haben noch versucht, ihn bis zur Saisonhälfte als Trainer zu halten, aber es ging kein Weg dahin.“ Bernd Berthold wollte sich auf Nachfrage der DAZ nicht zur Thematik äußern. Der Vorstand beteuert derweil, man habe sich in beiderseitigem Einvernehmen getrennt. „Böses Blut gab es keines“, so Frank Klausner. Aktuell befindet sich der Verein auf der Suche nach einem Nachfolger, bis dahin übernimmt Co-Trainerin Heike Pörsch-Ehrenberg die Betreuung der Mannschaft.

Trennung ohne böses Blut

Eine ähnliche Situation derzeit bei der ersten Frauenmannschaft des VfL Waldheim: Trainer André Hein zog ebenso kurzfristig den Hut wie sein Kontrahent in Döbeln. Thomas Berger vom Vereinsvorstand, der fortan die Trainer-Aufgaben übernimmt, erklärt: „Für André Hein war die Belastung zu groß. Das Pendeln zwischen Leipzig und Waldheim zehrte an den Nerven.“ Trotzdem kam die Entscheidung des Trainers überraschend. „Solche Entscheidungen werden meistens getroffen und dann auch gleich in die Tat umgesetzt. Lieber jetzt sofort als den Zustand noch unnötig heraus zu zögern“, ist sich Berger sicher. In den Reihen der Mannschaft stieß der Rückzug des Trainers sowohl auf Enttäuschung, aber auch ein stückweit auf Erleichterung. „Die Mädels müssen jetzt damit leben. Manche waren froh, andere enttäuscht“, weiß Vorstandsmitglied und Interims-Trainer Thomas Berger. Maria Zaspel trainiert seit vielen Jahren in Waldheim, gehört zur Stammbesetzung der Sachsenliga-Mannschaft beim VfL Waldheim. „Die große Überraschung war es für mich persönlich und für die ein oder andere meiner Mitspielerinnen sicher nicht. Ärgerlich ist nur, dass wir es nicht von ihm persönlich erfahren haben.“ Und weiter: „Wir nehmen es hin und halten uns nicht damit auf. Thomas Berger hat uns sofort unterstützt, trainiert und nicht hängen lassen.“ Dass sich ihr Trainer langsam entfernt, ist an den Handballerinnen nicht unbemerkt vorbei gegangen. „Man hat gemerkt, dass er nicht mehr mit vollem Engagement und Leidenschaft dabei war. Die Prioritäten wurden dann anders gesetzt.“

Beide Vereine auf Nachfolger-Suche

Wie beim Döbelner Verein betont auch der VfL-Vorstand, dass die Trennung vom Trainer in beiderseitigem Einverständnis vonstatten ging. „Wir sind im Guten auseinander gegangen“, so Berger. Seine Trainier-Tätigkeit sieht er als reine Übergangslösung – „irgendjemand musste sich darum kümmern“ – während der Verein auf der Suche nach einem Ersatz ist. Die sportlichen Leistungen der Waldheimer Handballerinnen stagnieren unterdessen. Nur einen Tabellenplatz vor den HSG-Frauen, auf Rang neun, könnte die erste Hälfte der Saison besser verlaufen. Die ungeklärte Trainer-Situation fordert zusätzlich seinen Tribut. Doch für die Mannschaften und auch die Vereine ist klar: Aufgeben ist keine Option.

Dass ein überraschender Trainer-Fortgang auch positives mit sich bringen kann, beweisen die Handballer der ersten Männermannschaft der HSG Neudorf-Döbeln unterdessen. Auch hier zog sich Trainer Marcus Uhlig Anfang August dieses Jahres aus privaten Gründen zurück. Steve Böttger übernahm fortan die Funktion des Spielertrainers, feierte erste Erfolge. Langfristig wollte er die Verantwortung aber nicht auf seinen Schultern tragen, denn vorrangig will Böttger auf dem Spielfeld stehen: „Ich möchte sportlich noch was leisten. Noch dazu braucht man auf der Trainerbank einen klaren Kopf.“ Seit dem vergangenen Spieltag agiert Steve Böttger nicht mehr als alleiniger Trainer, viel mehr gibt es nun eine Dreierspitze an der HSG-Front. Neben Steve Böttger sind auch Thomas Händler und Matthias Morgner als Trainer aktiv. Händler beendete erst kürzlich seine sportliche Karriere bei der HSG, tritt nun als Trainer in Erscheinung. „Wenn Not am Mann ist, müssen Thomas und ich aufs Spielfeld, deswegen wollten wir noch eine dritte Person im Boot haben“, erklärt Böttger.

Dreierspitze für HSG-Männer

Anstatt sich weiter in entfernten Kreisen nach einem geeigneten Trainer umzusehen, verlagerte der Verein seinen Blick intern, durchforstete die „alten Recken“ nach geeigneten Persönlichkeiten. Gespräche mit Handball-Urgestein Gert Teichert, der in Waldheim erfolgreich als Trainer agierte, liefen ins Leere. Gesundheitliche Probleme machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Fündig wurden sie bei Matthias Morgner, einem jahrelangen Spieler aus den eigenen Reihen, der seine sportliche Karriere vor einigen Jahren beendete. „Mit Matthias Morgner haben wir nun einen Mann im Trainer-Team, der selbst jahrelang in der ersten Männermannschaft des Vereins spielte und sich hier eines hohen Stellenwertes erfreut“, erklärt Steve Böttger. Nach dem Motto „Einmal im Verein, immer im Verein“ gab Morgner seine Zusage. Ihren Einstand hatten die drei HSG-Trainer am vergangenen Wochenende gegen die SG LVB Leipzig II. Dort holte die Mannschaft unter neuer Führung zwei wichtige Punkte, um in der Tabelle aufzurücken. Mit ihrem aktuell sechsten Rang befinden sich die Sachsenligisten im soliden Mittelfeld, müssen sich um einen drohenden Abstieg vorerst keine Sorgen machen.

Von Stephanie Jankowski

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