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Döbelner Aladin-Mord: Verurteilter packt aus – wird der Fall neu aufgerollt?

Exklusiv-Gespräch Döbelner Aladin-Mord: Verurteilter packt aus – wird der Fall neu aufgerollt?

Fast fünf Jahre nach dem Mord im Döbelner Bistro Aladin und anderthalb Jahre nach der rechtskräftigen Verurteilung des Kurden Ayman Eskan Mahmoud, kämpft der 37-Jährige jetzt für eine Wiederaufnahme des Verfahrens.

Ayman Eskan Mahmoud (37) galt dem Landgericht Dresden als Döbelner Bistro-Mörder. Jetzt sitzt er in der JVA Waldheim und kämpft für die Wiederaufnahme.

Quelle: Thomas Sparrer

Döbeln/Waldheim. Fast fünf Jahre nach dem Mord im Döbelner Bistro Aladin und anderthalb Jahre nach der rechtskräftigen Verurteilung des Kurden Ayman Eskan Mahmoud wegen Mordes ist in den Fall noch immer keine Ruhe eingekehrt. Der 37-Jährige kämpft jetzt für eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Davon berichtete Ayman Eskan Mahmoud dieser Zeitung in der JVA Waldheim, wo er seine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßt.

Seine Beteiligung an der Tat räumt Ayman Eskan Mahmoud ein. Er habe den Schützen zum Tatort gefahren, allerdings ohne zu wissen, was dieser vorhat. Als Schützen nennt der Kurde seinen Bekannten Marwan H., ebenfalls Kurde. Der hatte sich nach der Bluttat in den Irak abgesetzt, wo er laut Aymans Angaben unbehelligt mit Frau und Kindern lebt. Die deutschen Behörden suchen Marwan H. bisher ergebnislos mit internationalem Haftbefehl. Auch eine dritte Person war laut Angaben Aymans an der Tat beteiligt. Diese habe Schmiere gestanden. In zwei Prozessen belastete diese Person Ayman. Er sei beim Kauf der Waffe dabei gewesen, habe sogar mit der Ceska 85 gedroht.

Allerdings unterscheiden sich die Zeugenaussagen in Details. Man habe in Tschechien lediglich die Pistole gekauft, sagte der Belastungszeuge im Verfahren vorm Landgericht Chemnitz, das Ayman wegen Beihilfe zum Totschlag zu fünf Jahren Haft verurteilt hatte. Im Prozess am Landgericht Dresden sagte der Zeuge, Ayman und Marwan hätten sogar einen Schalldämpfer gekauft. Der wäre für die Waffe nutzlos gewesen, weil ihr das Gewinde fehlte, um ihn aufzuschrauben. Das stellte der Waffensachverständige im zweiten Prozess in Dresden fest. An dessen Landgericht hatte der Bundesgerichtshof die Sache zur erneuten Verhandlung verwiesen, nachdem er das Chemnitzer Urteil aufgehoben hatte. In Dresden gab es dann lebenslang wegen Mordes für Ayman. Dieses Urteil ist rechtskräftig.

Damit ein Antrag auf die Wiederaufnahme eines rechtskräftig abgeschlossenen Verfahrens Erfolg hat, braucht es neue Beweise, die vorher unbekannt waren. Auch wenn ein Zeuge falsch ausgesagt hat, ist eine Wiederaufnahme laut Paragraf 359 Strafprozessordnung zulässig. Die Rechtsanwälte Enrico Brand (Waldheim) und Prof. Endrik Wilhelm (Dresden) hatten Ayman in Dresden verteidigt. Sie unterstützen ihn jetzt bei seinem Kampf für einen neuen Aladin-Prozess. Das hat sich bis zur Staatsanwaltschaft herumgesprochen. „Bestrebungen des Verurteilten, eventuell die Wiederaufnahme des Verfahrens zu beantragen, sind bekannt. Ein Wiederaufnahmeantrag liegt uns gegenwärtig jedoch noch nicht vor.

Daher kann auch diesbezüglich keine Stellungnahme abgegeben werden“, teilt Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart, Pressesprecherin der Staatsanwaltshaft Chemnitz, auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Im Namen ihres Mandanten haben Aymans Anwälte den Belastungszeugen wegen falscher uneidlicher Aussagen in den Prozessen angezeigt. Die Staatsanwaltschaft habe das Ermittlungsverfahren mittlerweile mangels Tatverdacht eingestellt. Allerdings prüfe die Generalstaatsanwaltschaft Dresden eine Beschwerde gegen diese Entscheidung, so Ingrid Burkhart.

Ayman Eskan Mahmoud will nicht lebenslang für einen Anderen sitzen und bricht deshalb gegenüber Reportern sein Schweigen. Was er zu sagen hat, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe oder der E-Paper-Ausgabe der Döbelner Allgemeinen Zeitung vom 20./21. August 2016.

Von Dirk Wurzel und Thomas Sparrer

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