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Döbelner Aladin-Prozess: Kundenflaute am Mordabend

Döbelner Aladin-Prozess: Kundenflaute am Mordabend

Was weiß Achmed S. wirklich über den Mord am Döbelner Pizzeriabetreiber Jamal A. Diese Frage beschäftigt seit gestern die Verteidigung des Angeklagten Mahmoud Ayman E.

Was weiß Achmed S. wirklich über den Mord am Döbelner Pizzeriabetreiber Jamal A. Mortada?

Diese Frage beschäftigt seit gestern die Verteidigung des Angeklagten Mahmoud Ayman E., welche die Rechtsanwälte Enrico Brand und Prof. Bernd Max Behnke führen. Am sechsten Tag des Prozesses vor der Schwurgerichtskammer des Chemnitzer Landgerichtes sagte nun Medi F. im Zeugenstand aus. Der betreibt einen Autohandel in Döbeln, der im bisherigen Prozessverlauf als Anlaufstelle und Treffpunkt für Ausländer zur Sprache kam. Achmed S. habe dort Folgendes zu ihm gesagt: er selbst, Marwan M. und der Angeklagte hätten etwas mit der Sache, also mit dem Mord, zu tun. Aber Medi F. habe darüber nichts hören wollen und sei deswegen nicht näher auf Achmeds Gerede eingegangen. Der wiederum sagte in seiner Zeugenvernehmung, Mahmoud und der mittlerweile flüchtige Marwan hätten ihn gezwungen, sie auf der Fahrt nach Tschechien zu begleiten, wo sie die Pistole kauften. Achmed S. gab vor, große Furcht vor dem Angeklagten zu haben (die DAZ berichtete).

Ural A. kommt aus der Türkei und verkauft jetzt in Döbeln Döner. Seine Aussage warf ein Schlaglicht auf die Arbeit der Ermittlungsbehörden im Mordfall Mortada. Denn er galt der Kripo kurzzeitig als Tatverdächtiger, weil er am Abend der tödlichen Schüsse in der Nähe des Tatortes mit dem Auto unterwegs war. "Ich war einmal drei und einmal sechs Stunden bei der Polizei. Die Beamten sagten zu mir: Du bist ein Mörder, warum hast Du den umgebracht?", sagte Ural A. Bei der Polizei habe er als Zeuge und nicht als Beschuldigter ausgesagt.

Neben diesem Erinnerungs-Exkurs in die polizeiliche Vernehmungsarbeit gab Ural A. an, dass Mahmoud Aymann E. häufig in seinem Laden zu Gast war. Einige Zeit vor dem Mord habe er ihn gefragt, ob er eine Waffe besitze. Den Grund für diese Frage konnte A. nicht nennen. Zudem gab er an, am Tattag Achmed S. getroffen und mit in die Stadt genommen zu haben. Grund für die Fahrt sei ein Möbelstück gewesen, welches Ural A. von seiner Wohnung in den Laden transportierte. Ungewöhnlich ist daran, dass er zu dieser Zeit normalerweise seine Angestellte im Laden ablöste. Aber an diesem Tag habe Kundenflaute geherrscht und so sei er durch Döbeln gefahren, um zu schauen, ob die Läden der Konkurrenz auch so leer sind. In Mortadas Bistro "Aladin" habe er niemanden gesehen und es sei dunkel gewesen, erinnerte sich Ural A. Heute setzt die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Simone Herberger den Prozess fort. Die Kammer will zwei Zeugen hören, von denen einer als Alibi-Zeuge in Betracht kommt. Dirk Wurzel

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