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Döbeln Döbelner Arzt gibt Tipps zu Sport bei Minusgraden
Region Döbeln Döbelner Arzt gibt Tipps zu Sport bei Minusgraden
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23:42 03.02.2012
Fußball im Winter ist auch bei extremen Minusgraden theoretisch kein Problem. Wirklich Spaß macht der Kick auf dem hart gefrorenen Boden allerdings nicht. Von der erhöhten Verletzungsgefahr ganz zu schweigen. Doch wer ein paar Regeln beachtet, kann sich auch bei Frost im Freien bewegen, ohne die seine Gesundheit zu gefährden.

Beheizte Schuhe, über die im Vorfeld des gestrigen Rückrundenauftaktes der Bundesliga-Fußballer diskutiert wurde, haben die hiesigen Kicker natürlich nicht. Genauso wenig wie einen beheizten Rasen oder beheizte Spielerbänke. Doch nicht allein die Tatsache, dass bei eisigen Temperaturen der bloße Aufenthalt im Freien grenzwertig werden kann, spielt bei Spielabsagen eine Rolle. "Es macht einfach keinen Spaß, auf einem knüppelhart gefrorenen Boden zu spielen", sagt DSC-Trainer Steffen Eichhorn. "Die Temperaturen selbst gehen schon, aber die Bodenverhältnisse sind eben problematisch." Die Verletzungsgefahr steigt. "Aber mit hoher körperlicher Belastung bei diesen Temperaturen unterwegs zu sein, ist auch nicht gut für die Bronchien."

Die Spielordnung für den Amateurbereich schreibt vor, dass bis minus neun Grad Celsius gespielt werden darf. Bei den Profis - beheizter Rasen, beheizte Bänke - liegt die Grenze bei minus 15 Grad. "Das letzte Wort hat der Schiedsrichter, er entscheidet am Ende, ob ein Spiel angepfiffen wird oder nicht", so Eichhorn. Er hat am Dienstag mit seinen Jungs im Freien trainiert. "Es war kalt, vor allem für den Trainer", schmunzelt er.

Auch Marcel Blümel, Trainer von Kreisoberligist Roßweiner SV, sind ein paar Grad mehr auf dem Thermometer lieber. "Es ist natürlich nicht angenehm, jetzt im Freien zu trainieren. Man stößt an seine Grenzen." Trotzdem sei die Trainingsbeteiligung gut gewesen. Heute wollen sich die Roßweiner mit den Kreisligisten des Döbelner SC II zum Test treffen. "Es ist gut möglich, dass wir spielen", sagt Blümel und lacht: "Es ist jetzt das dritte Jahr, dass wir in der Winterpause zur Vorbereitung gegen die Döbelner antreten und bislang war es jedes Mal bitterkalt." Im vergangenen Jahr habe DSC-Coach Zimmermann gemeint, ob man sich denn nicht vielleicht lieber mal im Sommer treffen wolle...

Ob Sommer oder Winter - das ist Daniel Buchwald relativ egal, wenn es um sein Training geht. Der Leisniger Storm Biker versucht in Vorbereitung auf die neue Saison, selbst jetzt zweimal die Woche zu laufen und aufs Mountainbike zu steigen. Storm-Biker-Kollege Christian Groß ist ähnlich hart im Nehmen, läuft vor allem regelmäßig trotz der eisigen Bedingungen. "Ich hab natürlich auch überlegt, ob ich bei diesen Temperaturen aufs Fahrrad steige oder nicht", sagt Daniel Buchwald. "Meine Frau hat mich für verrückt erklärt." Doch er sei auf seiner 28-Kilometer-Tour nicht einmal allein gewesen. Getroffen hat er unterwegs zum Beispiel Annett Naumann von der Rad- und Laufsportgruppe Leisnig, die sich in Vorbereitung auf ihr Transalp Running in diesem Jahr ebenso wenig von Minusgraden abhalten lässt.

Anderthalb Stunden auf dem Rad seien für ihn allerdings das Maximum, sagt Buchwald. Im Zwiebelschalenprinzip gekleidet, mit warmem Tee im Trink-Rucksack auf dem Rücken, zieht er los. Vier Lagen auf dem Oberkörper, drei auf den Beinen. Zwei Paar Socken aus Merinowolle, Radschuhe und darüber Thermoüberzieher - "bis auf die Kälte ist das Wetter doch jetzt absolut optimal gewesen."

Dr. Hermann Schulz meint, dass grundsätzlich nichts gegen körperliche Aktivitäten auch bei niedrigen Temperaturen spricht. Der Döbelner Internist, der bereits eine Karriere als Eiskunstläufer hinter sich hat, findet die offiziellen Temperatur-Grenzen für Spielsportarten allerdings fast ein wenig zu hoch. "Die Verletzungsgefahr steigt bei diesen Minusgraden enorm an, Bänder, Sehnen, Muskulatur arbeiten zur Wärmeerhaltung auf Minimalbetrieb."

Deshalb sei es besonders wichtig, sich ordentlich zu erwärmen - und zwar drinnen. Und das gelte nicht nur für Fußballer, sondern für jeden, der sich bei diesen Temperaturen draußen bewegt. "Man sollte nicht schon mit kalten Füßen loslaufen."

Besondere Vorsicht walten lassen müssen Sportler, die asthmatische Beschwerden oder vorbelastete Bronchien haben. Sie sollten bei solchen Temperaturen ein bisschen kürzer treten. "Generell sollte versucht werden, nicht durch den offenen Mund, sondern durch die Nase zu atmen und vor der Nase ein gut durchlüftetes Tuch zu haben." Damit werde die kalte Luft nicht auf direktem Weg zu den Lungen geleitet, sondern könne auf dem längeren Weg durch den Nasenraum erwärmt werden.

Manuela Engelmann

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