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Döbelner Bistro-Mord: Anruf aus dem Irak

Döbelner Bistro-Mord: Anruf aus dem Irak

Im Mordprozess gegen den Angeklagten Mahmoud E. am Landgericht Chemnitz hat gestern die ehemalige Freundin des getöteten Bistro-Betreibers Jamal A.

Chemnitz/Döbeln. Seit einem halben Jahr fahnden die Ermittlungsbehörden nach Marwan M. In dem sieht die Staatsanwaltschaft Chemnitz Mahmoud E.s Mittäter. "Wir haben gestern telefoniert", sagte Franziska D. vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichtes Chemnitz zur Überraschung der Prozessteilnehmer. Sie war die Ex-Freundin des Mordopfers. Bereits während dieser Beziehung hatte sie ein Verhältnis mit dem gesuchten Marwan M., konnte diese aber vor Jamal A. Mortada verbergen. Den schilderte die Frau als "lustigen Mann", dessen Laune schnell kippen konnte. "Vor allem, wenn er am Spielautomaten saß", sagte die Zeugin. An diesen Automaten habe er mitunter viel Zeit verbracht, darum manchmal sogar im Bistro geschlafen. Kennengelernt hatten sich die beiden im Januar 2011 in einer Disko. Zu Beginn habe es sich um eine Liebesbeziehung gehandelt, sagte Franziska D. "Aber dann gab es immer häufiger Streit." Grund dafür sei unter anderem Mortadas Eifersucht gewesen. Zusammengezogen ist das Paar nicht, obwohl es Zukunftspläne hatte. "Jamal ist nach einem Streit mit seiner Frau in eine eigene Wohnung gezogen. Ich war dann bei ihm oder er bei mir." Vorsitzende Richterin Simone Herberger fragte die Zeugin nach den finanziellen Verhältnissen. "Die Einnahmen des Bistros deckten kaum die Kosten", sagte die Zeugin. Trotzdem habe Jamal A. Mortada stets bündelweise Bargeld in der Tasche gehabt - nach D.'s Worten 1000 bis 2000 Euro.

Mit Marwan M. kam die Zeugin im Juli vergangenen Jahres zusammen. Bis Februar habe die Liaison angedauert. "Marwan sagte, dass sein Vater krank sei und er in den Irak müsse", berichtete die Zeugin. Seitdem pflegten die beiden telefonischen Kontakt. "Ich habe lange nichts von ihm gehört, bis er mich gestern anrief", so die Frau. Nur mit der Telefonnummer des Gesuchten konnte sie dem Gericht nicht weiterhelfen.

In Tina K. fand die Verteidigung eine weitere mögliche Entlastungszeugin für den Angeklagten Mahmoud E. Die junge Frau habe am Tag des Mordes einen Mann in der Gegend der Muldebrücke und Rosa-Luxemburg-Straße gesehen. Dort fand die Polizei die Tatwaffe im Fluss. Der Mann sei gerannt und dunkel gekleidet gewesen. "Er hatte längere schwarze Haare", sagte Tina K. Der Angeklagte trägt Glatze. Ihr damaliger Begleiter Sebastian S. bestätigte das. "Der Mann ist sehr panisch gerannt und hat grimmig geschaut", sagte er und erkannte den Angeklagten nicht als die Person, die er damals hat rennen sehen.

Dirk Wurzel

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