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Döbelner Dönermord: "Ayman hat geschossen"

Döbelner Dönermord: "Ayman hat geschossen"

Am siebten Verhandlungstag im Prozess um den Döbelner Bistro-Mord hörte die Schwurgerichtskammer gestern eine weitere belastende Aussage. Der Zeuge berichtete jedoch lediglich vom Hörensagen.

Zudem offenbarte diese Aussage einen Widerspruch. Außerdem prüft die Kammer unter Vorsitz von Richterin Simone Herberger derzeit einen Beweisantrag. Rechtsanwalt Enrico Brand, der den angeklagten Kurden Mahmoud Ayman E. verteidigt, will Achmed S. erneut in den Zeugenstand zitieren. Der gab an, beim Kauf der Tatwaffe in Tschechien dabei gewesen zu sein (die DAZ berichtete).

"Ich wurde bedroht. Wenn ich den Mund aufmache, werde ich abgeschossen", sagte der aus Syrien stammende Tomar S. Mehrfach kündigte er im Zeugenstand an, er werde jetzt die Wahrheit sagen - mehrfach fragte die Kammervorsitzende den Mann, wer ihm drohe. "Ayman hat Kontakte nach draußen", bezichtigte er den Angeklagten, der in Untersuchungshaft sitzt. Dass er mit seiner Aussage vorsichtig sein soll, habe ihm Medi F. geraten, jener Döbelner Autohändler, auf dessen Verkaufsplatz sich die Leute aus dem Umfeld des erschossenen Libanesen Jamal Al Mortada nach dem Mord trafen. Von Medi F. will der Syrier folgendes gehört haben: "Ayman hat bei Medi erzählt, er habe Allah erschossen." Allah war Mortadas Spitzname. Zudem sagte Tomar S., er habe von Achmed erfahren, dass Marwan M. im Auto zu diesem gesagt hätte: "Ich hole jetzt Ayman, dann knallen wir den ab." Das ist im Kern das Geschehen, welches auch schon Achmed S. im Zeugenstand berichtete und an dessen Wahrheitsgehalt die Verteidigung zweifelt.

Glaubt man Tomar S., wollten Ayman und Marwan den Libanesen Mortada lediglich zum Invaliden machen und ins Bein schießen. Es sollte die Handschrift der Russenmafia tragen und den Verdacht von den beiden ablenken. Das widerspricht sich jedoch mit dem, was Tomar S. von Achmed gehört haben will: "Abknallen" im Sinne von Erschießen meint eine vorsätzliche Tötung - jemanden zum Krüppel zu machen ist "nur" eine gefährliche Körperverletzung. Die Kammervorsitzende Simone Herberger fragte den Zeugen, weshalb er das alles nicht schon bei der Polizei erzählt habe. "Ich hatte Angst, dass mich jemand dafür bestraft", versuchte dieser sein geändertes Aussageverhalten zu begründen. Auch der Syrier berichtete wie viele andere Zeugen von Spannungen zwischen Marwan M, Jamal Al Mortada und Mahmoud Ayman E. So habe der Pizzabäcker Mortada den Verdacht gehegt, dass Marwan mit Ayman Autos hinter seinem Rücken verkauft. Das Geschäft sei pro forma auf Marwans Namen gelaufen. Als Mortada ihn und Ayman aus dem Autohandel drängen wollte, was Marwan in Rage brachte. Die Schwurgerichtskammer verhandelt am 24. Oktober weiter. Zum übernächsten Termin am 14. November sagen die Ermittlungsbeamten aus.

Dirk Wurzel

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