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Döbelner Erstaufnahme ist Geschichte – Freistaat nutzt Gebäude als Lager

Autoliv Döbelner Erstaufnahme ist Geschichte – Freistaat nutzt Gebäude als Lager

Leser fragen sich: Ist die Döbelner Erstaufnahme für Asylbewerber an der Eichbergstraße tatsächlich dicht? Schließlich bewacht ein privater Sicherheitsdienst das Objekt noch. Das wird noch bis Jahresende so sein, sagt die Landesdirektion Sachsen. Asylbewerber leben aber nicht mehr in den ehemaligen Autoliv-Hallen.

Für einige Monate waren die Gebäude des ehamligen Autozulieferers an der Eichbergstraße in Döbeln eine Erstaufnahme des Freistaates für Asylbewerber. Das ist nun vorbei.

Quelle: Olaf Büchel

Döbeln. Ist die Erstaufnahme für Flüchtlinge im ehemaligen Autoliv-Betrieb in Döbeln nun geschlossen oder nicht? Diese Frage stellt sich zum Beispiel Franz Müller, der gleich nebenan in der Eichbergstraße wohnt. „Das Objekt ist doch nach wie vor bewacht wie ein Hochsicherheitstrakt. Ich sehe dort noch immer viel Wachpersonal. Wer oder was wird denn da noch bewacht. Was passiert dort derzeit?“, will Müller als Anwohner wissen. Tatsächlich bietet das Objekt an der Ecke Leisniger Straße/Eichbergstraße von außen noch den gleichen Anblick, wie vor der verkündeten Schließung der Erstaufnahme. Die Zäune sind ringsherum noch mit einem Sichtschutz verhangen. Die Schranke an der Haupteinfahrt ist geschlossen. Dahinter steht ein Mann vom Wachschutz, der die Umgebung beobachtet. Alles wirkt ruhig, auf dem Hof des ehemaligen Betriebsgeländes keinerlei Bewegung. „Was ist eigentlich aus der Kleiderkammer geworden und den Sachen, die dort abgegeben wurden?“, will Franz Müller ebenfalls wissen.

Wachschutz patrouilliert noch bis Jahresende

„Die Gebäude dienen der Landesdirektion Sachsen als Lager für Materialien und Anlagen aus ehemaliger Erstaufnahme-Nutzung“, teilt Jana Beck, Sachbearbeiterin in der Pressestelle der Landesdirektion Sachsen auf Nachfrage der DAZ mit. Die LDS ist für die Döbelner Einrichtung zuständig. Auf die Frage, warum die Mitarbeiter eines Wachschutzdienstes das ehemalige Autoliv-Gelände noch immer bewachen und ob das möglicherweise an der Laufzeit der Verträge liegen könne, antwortet Jana Beck von der LDS so: „Der Wachschutz (Bestreifung) ist vorerst bis Ende des Jahres durch den SIB (Sächsischer Staatsbetrieb für Immobilien und Baumanagement, d. Red.) beauftragt.“ Der SIB verwaltet die ehemaligen Autoliv-Werkhallen für den Freistaat Sachsen, der diese gekauft hat, um dort die Erstaufnahme einzurichten. Keine konkrete Antwort gibt die LDS auf die Frage, was der Wachschutz kostet. „Wir bitten um Verständnis, dass wir zu diesen Vertragsinternas keine Angaben ma-chen“, so Jana Beck.

Der Freistaat Sachsen hat derzeit nicht vor, dafür zu sorgen, dass sich in den Werkhallen wieder Wirtschaft ansiedelt. „Da das Gelände derzeit für Lagerzwecke benötigt wird, hat der Freistaat bisher keine andere als die derzeitige Nutzung in Aussicht“, sagt Jana Beck.

Kleiderkammer ist aufgelöst

Und die Kleiderkammer des Bündnisses Willkommen in Döbeln? „Die Kleiderkammer ist komplett leergeräumt. Wir haben die Räume wieder übergeben“, sagt Judith Schilling vom Willkommensbündnis. Da es nach ihren Worten derzeit keine Flüchtlinge in Döbeln gibt, die eine Erstausstattung benötigen, hat das Bündnis die gespendeten Sachen und Möbel nach Oschatz, Roßwein und Mittweida gegeben, wo entsprechender Bedarf besteht. „Die Wintersachen haben wir einem Hilfstransport in die Ukraine mitgegeben“, sagt Judith Schilling.

Von Olaf Büchel & Dirk Wurzel

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