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Döbelner Fünftklässler lernen beim ESV Lok Döbeln kleines Kanu-Einmaleins

Döbelner Fünftklässler lernen beim ESV Lok Döbeln kleines Kanu-Einmaleins

Es ist der letzte Tag im Kanulager und auch die Fünftklässler in diesem dritten Durchgang haben Glück: Strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen.

Westewitz.

 

 

 

 

Dafür funktioniert die Kooperation mit dem ESV Lok Döbeln viel zu gut. Außerdem sind die Kinder jedes Mal aufs neue "heiß", wie Sportlehrerin Petra Jentzsch aus Erfahrung sagen kann. Sie ist gut gelaunt, und das liegt auch am tollen Wetter. "Ich hab' bei meinen Kollegen schon den Spitznamen Regentrude, weil es immer in meinen Durchgängen schlechtes Wetter gab", lacht die Lehrerin. "Aber jetzt habe ich schon das zweite Jahr gutes Wetter..."

Mit Namensliste und Stoppuhr in der Hand steht sie am Ufer, während jeweils sieben der diese Woche insgesamt 21 Schüler ihren Abschlusstest auf dem Wasser ablegen. "Es ist erstaunlich, was die Kinder in diesen drei Tagen für eine Entwicklung auf dem Wasser genommen haben", sagt sie. Nach dem ersten wackeligen Einstieg ins Boot am Montag sind die Elfjährigen jetzt schon in der Lage, geradeaus und in Kurven zu fahren. Der eine schneller, der andere langsamer.

Dass Nina ein besonderes Talent hat, ist auch Harald Gärtner schon am ersten Tag aufgefallen. Er ist einer von den Mitgliedern der Abteilung Kanu des ESV Lok Döbeln, die sich für die Betreuung der Schüler in den zurückliegenden drei Wochen bereit erklärt haben. Und Nina - die hätte man nur zu gern als neues Mitglied im Boot. Die für ihr Alter groß gewachsene, sportliche Schülerin sitzt im Boot, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Da gibt es nur ein Problem: "Sie ist schon in einem anderen Verein und tanzt."

Das ist ganz oft ein Hindernis, wenn es sich um ein talentiertes Kind handelt. "In allen drei Durchgängen, die wir in den zurückliegenden Wochen hatten, waren immer ein, zwei Kinder dabei, die das Zeug zum Kanuten haben", sagt Heidrun Willwandt vom ESV. "Aber oftmals sind die Mädchen und Jungen eben schon anderweitig gebunden."

Geht es nach Nina, ist das kein Problem. Die Elfjährige, die in allen Disziplinen die Note Eins bekommen hat, findet Kanufahren cool. "Ja gerne, wenn ich darf!", ruft sie lächelnd aus dem Boot zum Ufer, als Petra Jentzsch und Harald Gärtner fragen, ob sie nicht im Verein trainieren wolle. Ihren Klassenkamerad Niklas Baier hätte sie dann vielleicht auch an ihrer Seite. Auch der junge Bursche macht eine gute Figur im Boot - und ist noch in keinem anderen Verein! Für den Mittelschüler ist es fast schon eine Auszeichnung, von Harald Gärtner gefragt worden zu sein, ob er sich vorstellen könnte, regelmäßig zum Training zu kommen.

Andere sind vielleicht nicht ganz so auf Du-und-Du mit dem Kanu, doch Mühe geben sie sich alle. Zwei Kenterungen gab es in diesen drei Tagen zu verzeichnen und Petra Jentzsch hat einen ihrer Schützlinge immer ganz besonders im Auge: Max, der "immer hart an der Grenze" fährt, weil er sich entweder rechts oder eben links zu weit aus dem Kanu beugt. Andere verwechseln den Sitz im Boot mit einem Sessel und werden deshalb immer wieder von der Sportlehrerin ermahnt. Geduld braucht auch Brigitta Franke vom ESV, die heute am Start der 100 Meter steht, und versucht, mit Kommandos die unruhigen Boote an einer imaginären Linie aufzureihen.

Doch dass die Schüler gern auf dem Wasser sind, ist deutlich zu spüren - kaum, dass ein Durchgang ans Ufer gerufen wird, stehen die nächsten schon zappelig bereit, um ins Boot zu steigen und ihre Leistungskontrolle abzulegen.

Manuela Engelmann

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