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Döbelner Gymnasiast Anh Nguyen setzt große Hoffnungen in Merkels Vietnam-Reise

Döbelner Gymnasiast Anh Nguyen setzt große Hoffnungen in Merkels Vietnam-Reise

Große Erwartungen knüpft Anh Nguyen an den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Vietnam. Er ist zwar in Döbeln aufgewachsen und fühlt sich in der Stadt wohl, sein Blick schweift dennoch häufig in das südostasiatische Land, aus dem seine Eltern stammen.

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Anh Nguyen über seinen Schulbüchern. Lieber macht er zwar Karate, aber in der zwölften Klasse muss er mehr pauken, um das Abitur gut zu bestehen. Vier Sprachen spricht der Döbelner. Nach dem Studium würde er gern als Wirtschaftsfachmann die Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam mit ausbauen.

Quelle: Frank Pfeifer

Döbeln. Anh Nguyen kann sich vorstellen, später an den ökonomischen Beziehungen zwischen beiden Ländern mitzuwirken. Der 18-Jährige steht kurz vor dem Abitur am Lessing-Gymnasium und will danach studieren, am liebsten Betriebswirtschaft. Er spricht Vietnamesisch, wenn auch seine Großeltern den fremdländischen Akzent heraushören, perfekt Hochdeutsch sowie sehr gut Englisch und Französisch. Für einen Job auf internationaler Ebene dürfte er beste Chancen haben.

Von klein auf half er schon im Bekleidungsgeschäft seiner Eltern im Döbelner Zentrum mit. Der Vater, der 1988 in die DDR kam und bei DBM an der Stanze stand, und die Mutter, die 1992 nachzog, hatten es aufgebaut. "Wir wollen durch unsere Arbeit leben und nicht die Hilfe von Behörden in Anspruch nehmen", betont Dung Nguyen. Anh und sein 15-jähriger Bruder, ebenfalls ein Gymnasiast, sollen nach seiner Meinung das Geschäft aber später einmal nicht übernehmen. "Mir ist es lieber, wenn sie lernen und sichere Arbeitsplätze finden oder selbst große Unternehmen aufbauen."

Die Noten von Anh Nguyen sehen ganz gut aus. "Sie könnten besser sein", winkt er ab. "Aber in Deutschland ist die Schule nicht so streng wie in Vietnam. Hier gibt es viele Angebote zur Ablenkung." Zum Beispiel investiert der Sportbegeisterte eine Menge Zeit in den Karate-Verein Kenbu Kan.

Verwurzelt ist er in der Stadt von früh an. "Schon im Kindergarten habe ich mich mit allen gut verstanden. Ich habe immer versucht, mich zu integrieren", sagt er. Sogar stark gesächselt hatte er damals. Wenn er heute mit seinen Freunden rumhängt, fühlt er sich als Deutscher. Den Pass der Bundesrepublik beantragt er gerade.

Probleme hat Anh Nguyen, wie er erklärt, nie in Deutschland gehabt. Keiner pöbelte ihn an. Beleidigend findet er jedoch, wenn er und andere Vietnamesen als Fidschis bezeichnet werden. "Die Fidschi-Inseln sollen zwar sehr schön sein", sagt er mit einem Lächeln. Aber sie liegen nun einmal 8500 Kilometer von Vietnam entfernt. "Mich darf gerne jemand fragen, ob ich ein Chinese oder ein Japaner bin, denn Asiaten können auch nicht auf Anhieb zwischen Deutschen und Engländern unterscheiden", meint er. "Ich denke, 'Fidschi' ist ein Modewort, denn selbst nette Leute haben mich schon so angesprochen. Schöner wäre aber, wenn es vermieden würde."

Anh Nguyen hat für sich entschieden: "Ich lebe europäisch." In gewisser Weise schwebt er dennoch zwischen zwei Welten. Die Deutschen sehen ihm an, dass er keine heimischen Wurzeln hat; für die Vietnamesen gilt er nicht 100-prozentig als einer der ihren. Dabei könnte alles so einfach sein. "Ich hoffe, dass beide Länder, ja im Grunde alle Länder auf der Welt, lernen, besser miteinander auszukommen" sagt er. Die Asienreise Merkels sei der richtige Weg. Frank Pfeifer

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