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Döbelner Gymnasium richtet Landestreffen von „Schule ohne Rassismus“ aus

115 Teilnehmern Döbelner Gymnasium richtet Landestreffen von „Schule ohne Rassismus“ aus

115 Schüler von 15 Schulen aus ganz Sachsen arbeiteten am Freitag den ganzen Tag am Lessing-Gymnasium Döbeln in spannenden Workshops. Die Schule und ihre 15-köpfige Gruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ waren Gastgeber des Landestreffens all dieser Gruppen.

Zirkuspädagogik bot Marco Lamz (r). in seinem Workshop. Isabell Eulitz probierte das Laufen auf dem Drahtseil aus, wie man es etwa bei Integrationsfesten anbieten könnte.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. 115 Schüler von 15 Schulen aus ganz Sachsen arbeiteten am Freitag den ganzen Tag am Lessing-Gymnasium Döbeln in spannenden Workshops. Die Schule und ihre 15-köpfige Gruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ waren Gastgeber des Landestreffens all dieser Gruppen. Die fünfte Auflage des Treffens war wegen der zentralen Lage und der guten Bedingungen in Döbeln so gut besucht wie noch nie. Schülergruppen aus Chemnitz, Dresden, Zschopau, Leipzig, Pegau, Mittweida, Chemnitz, Penig, Burgstädt sowie aus Waldheim und Roßwein waren angereist. Selbst Sachsens Staatsministerin für Integration und Gleichstellung, Petra Köpping (58), änderte gestern Nachmittag ihren Terminplan, um dieSchüler zu besuchen, die sich gegen Rassismus und Diskriminierung stellen. Die SPD-Ministerin war voll des Lobes für das Engagement der Schüler.

Matthias Brauneis (27) ist Landeskoordinator von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beim Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. in Dresden. Er organisiert die Vernetzungstreffen und hat die Veranstaltung dieses Mal an seine alte Penne nach Döbeln geholt. Zudem hat der Koordinator gute Kontakte in die Stadt. Erst im vergangenen Jahr begleitete er die Förderschule für Lernbehinderte Am Schlossberg zum Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Matthias Brauneis kann in Döbeln auch auf den Treibhausverein bauen, in dessen Vorstand der junge Mann mitarbeitet.

Nach einer  Begrüßung am Vormittag, wurden den Schülern verschiedene Workshops angeboten. „Dafür haben wir die gesamte obere Etage mit der Aula und den danebenliegenden Klassenzimmern freigelenkt“, sagt Schulleiter Michael Höhme, der auch ein wenig stolz ist, dass seine Schule Gastgeber des Landestreffens sein darf.

Die Workshops befassten sich unter anderem mit Rechtspopulismus im Klassenzimmer, mit der Lebenssituation von Roma in Deutschland in Vergangenheit und Gegenwart, mit der Vielfalt verschiedener Lebens- und Liebesweisen, mit Döbelns Geschichte im Nationalsozialismus oder mit der „Lügenpresse“.   In diesem Workshop versuchte der freiberufliche Medienpädagoge Johannes Gersten die interessierten Schüler im kritischen Umgang mit Medien und ihren Kritikern zu schulen. Er zeigte den Schülern auf, was journalistische Qualität ist, wie Journalistenalltag funktioniert, woher der Begriff „Lügenpresse“ kommt und wie Lügen entlarvt werden können, indem jeder auch über seine eigenen Kompetenzen nachdenkt.

Marco Lamz demonstrierte unterdessen in der Aula Zirkuspädagogik zum Ausprobieren. Es ging dabei auch um ganz konkrete Fragen: Etwa wie man bei einem Integrationsfest für Kinder die Angebote trotz Sprachbarrieren in Bahnen lenken kann. „Dieser Zirkusworkshop hat mir richtig gut gefallen. Wir konnten vieles ausprobieren und selbst Spiele erfinden, die wir vielleicht bald selbst einsetzen können“, sagt Pauline Müller aus der 9. Klasse des Lessing-Gymnasiums. Sie ist eine der 15 Schüler im Döbelner Team von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Nach der Mittagspause konnten die Schüler einen zweiten Workshop wählen und im Schulclub die Ausstellung „Ich bin kein Etikett“ der Heinrich-Böll-Stiftung ansehen oder einen Markt der Möglichkeiten besuchen.

Die Schülergruppe des Döbelner Gymnasiums hat in dieser Woche bereits mit einem ganz neuen Projekt unter dem Leitmotiv „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ begonnen. Die Schüler möchten die 19 Flüchtlings- und Migrantenkinder, die am Lessing-Gymnasium in der DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) die deutsche Sprache erlernen, besser in den Schulalltag und den Alltag der Mitschüler integrieren. „Wir haben in dieser Woche damit begonnen. Weil Sport verbindet, haben wir mit den Schülern gemeinsam Fußball und Basketball gespielt, bevor uns Kasim aus Afghanistan auf deutsch ein Fangspiel aus seiner Heimat erklärte“, beschreibt Lehrer Tommy Greim (28), der die Döbelner Schule-ohne-Rassismus-Gruppe anleitet. Im Anschluss kochten die Schüler mit den Migranten gemeinsam. „Das kam gut an und sie bedankten sich sehr liebevoll. Nach den ersten Eindrücken voneinander werden wir das jetzt vertiefen und den Kontakt mit vielen weiteren neuen Mitschülern herstellen“, so Tommy Greim.

Hintergrund

115 Schüler aus 15 Schulen in ganz Sachsen nahmen am Vernetzungstreffen „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage in Döbeln teil. Diese Schulen waren dabei:

  • Lessing-Gymnasium Döbeln
  • Oberschule Roßwein,
  • Oberschule Waldheim,
  • Schlossbergschule Döbeln
  • Oberschule Pegau,
  • Oberschule „Martin Andersen
  • Nexö“ Zschopau,
  • August-Bebel-Oberschule Zschopau
  • 128. Oberschule Dresden
  • Diesterweg-Oberschule Burgstädt
  • Gymnasium Mittweida,
  • Romain-Rollands-Gymnasium
  • Dresden,
  • Freie Walddorf-Schule Dresden
  • Humbold-Gymnasium Leipzig
  • Montessori-Schule Chemnitz
  • Freies Gymnasium Penig
  • Sächsische Bildungsgesellschaft für Chemie und Umweltberufe

Seit 2003 trägt das Lessing-Gymnasium Döbeln den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und hat den Titel immer wieder verteidigt.

Von Thomas Sparrer

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