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Döbeln Döbelner Gymnasium richtet zwei Klassen für Flüchtlingskinder ein
Region Döbeln Döbelner Gymnasium richtet zwei Klassen für Flüchtlingskinder ein
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16:42 16.03.2016
Schülerrat und Schüler des Lessing-Gymnasiums organisierten im Dezember eine Weihnachtsfeier für Flüchtlingskinder. Als „Schule gegen Rassismus“ engagierten sich viele Schüler und Lehrer für Flüchtlinge. Quelle: Foto: Sven Bartsch
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Döbeln

Das Lessing-Gymnasium Döbeln bereitet sich darauf vor, zwei Vorbereitungsklassen für Flüchtlingskinder im Alter von 10 bis 15 Jahren einzurichten. Das kündigte Schulleiter Michael Höhme am Dienstag an. Bereits am Montag hatte er mit einer Vertreterin der Bildungsagentur das Thema in der Dienstberatung mit dem Lehrerkollegium sowie mit Elternvertretern, Schülervertretern sowie der Stadt als Schulträger in der Schulkonferenz erörtert.

„Das Lessing-Gymnasium wird sich der neuen Aufgabe stellen. Nach der Einwanderungswelle wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen steigen, die Deutsch lernen und in unser Schulsystem integriert werden müssen. Das werden jetzt auch weiterführende Schulen übernehmen“, so Michael Höhme. In Bezug auf das Engagement seiner Lehrer und Schüler am Gymnasium macht sich der Schulleiter keine Sorgen, dass die Integration der Flüchtlingskinder an der Schule nicht gelingen könnte.

Wegen räumlicher Engpässe, etwa an der Oberschule Am Holländer in Döbeln, sind auch die Gymnasien mit im Boot. Ähnliche Vorbereitungsklassen sind an den Gymnasien Rochlitz, Mittweida oder Marienberg geplant.

Wann es in Döbeln los geht, ist noch offen. In Abstimmung mit Landratsamt und Bildungsagentur ist das Gymnasium aber vorbereitet und könnte in wenigen Wochen loslegen. Zum 1. Februar wurden mit Mandy Fernau und André Krauß am LGD zwei Gymnasiallehrer angestellt, welche sich auf die Aufgabe vorbereiten. André Krauß ist derzeit ans Berufsschulzentrum ausgeliehen, wo er mit deutschlernenden unbegleiteten Flüchtlingen arbeitet. Die Flüchtlingskinder, die am LGD lernen, werden als Schüler der Oberschule am Holländer gezählt. Die Oberschule Waldheim, die schon länger die Sprachausbildung für Flüchtlingskinder anbietet, ist dritter Partner im Bund. Je nach dem Alter der neuen Schüler werden die Klassen am Körnerplatz oder am Hauptgebäude des LGD angesiedelt. Das Gymnasium hat derzeit mehr Platz als die Oberschule. Dennoch können die Flüchtlingskinder wegen der Zugangsvoraussetzungen nicht automatisch Gymnasiasten sein. Naheliegendes Ziel der Vorbereitungsklassen ist, sie in drei Phasen zum Haupt- oder Realschulabschluss zu bringen. Bei entsprechender Eignung ist später auch ein Zugang zum Gymnasium möglich. In Phase eins werden die Kinder 25 Stunden pro Woche in Deutsch unterrichtet, inklusive praktischer Ausflüge etwa zum Einkauf im Supermarkt. In Phase zwei können sie mit entsprechenden Deutschkenntnissen zusätzlich weniger sprachintensive Fächer, wie Musik, Sport, Kunst oder Naturwissenschaften besuchen. In Phase drei könnten sie vollständig in den normalen Unterricht integriert werden.

Von Thomas Sparrer

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