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Döbeln Döbelner Händler sollen mehr Umsatz am Sonnabend machen
Region Döbeln Döbelner Händler sollen mehr Umsatz am Sonnabend machen
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20:00 17.03.2017
Wolfgang Müller regt im Stadtwerbering neue Diskussion um Kernöffnungszeit und langen Samstag in der Döbelner City an. (Archivfoto) Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Eine neue Diskussion um Kernöffnungszeiten in den Geschäften der Döbelner Innenstadt möchte Wolfgang Müller, Mitglied im Vorstand des Döbelner Stadtwerberinges gern anschieben. Auf der Wirtschaftsseite dieser Zeitung vom Mittwoch stritten Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handverbandes Deutschland und Sachsens Evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing in einem Pro und Kontra zum Thema Sonntagsöffnungszeiten. „Danach sieht es die Standesvertretung des Handelsverbandes eindeutig so, dass Shopping am Sonntag ein Muss ist. Wir sollten in Döbeln also die vier möglichen und vom Stadtrat beschlossenen Sonntage in diesem Jahr auch nutzen“, so Wolfgang Müllers Schlussfolgerung.

Wolfgang Müller, Vorstand Stadtwerbering: „Wir sollten die Kernöffnungszeiten in Döbelns Innenstadt zugunsten des langen Samstags noch einmal neu diskutieren.“ Quelle: FW Döbeln

Im von ihm zitierten Beitrag auf der Wirtschaftsseite dieser Zeitung war darüber hinaus eine Statistik zum Umsatz nach Wochentagen in einer Grafik abgebildet. Diese findet Wolfgang Müller auch für Döbelns Innenstadt sehr aufschlussreich. Nach Wochentagen abgerechnet machen deutsche Einzelhändler demnach am Sonnabend mit 21,9 Prozent den größten Umsatz. Gefolgt vom Freitag mit 19,3 Prozent, Donnerstag 15,1 Prozent sowie Montag 14,7 Prozent. Dienstag und Mittwoch wären nach der Statistik mit 13,4 beziehungsweise 13,6 Prozent die umsatzschwächsten Wochentage.

„Wir müssten angesichts des Ladensterbens am oberen Obermarkt dringend nochmals das Thema Samstagsöffnungszeiten anpacken. Wenn wir die statistischen Samstagsumsätze von mehr als 21 Prozent gewichten und dieses mit den drei Stunden Kernöffnungszeit in Döbeln am Sonnabend gegenüber neun Stunden Kernöffnungszeit anderswo gegenüberstellen, dann verzichten am Samstag unsere örtlichen Einzelhändler auf zumindest 14 Prozent des möglichen Jahresumsatzes. Vielleicht sollten wir angesichts dieser Umsatzstatistik einmal diskutieren, ob wir die Kernöffnungszeiten in Döbelns Innenstadt ändern und lieber an den zwei umsatzschwächsten Tagen am Dienstag oder Mittwoch ab mittags die Ladenöffnung ins Ermessen eines jeden Einzelnen stellen und dafür am Samstag Kernöffnungszeiten bis 18 Uhr einführen“, argumentiert Müller.

Spielwarenhändler Heiko Fassbinder aus der Döbelner Ritterstraße findet die Idee gut. „Ich bin ein großer Verfechter des langen Sonnabends. Klar gibt es sonnabends in der Mittagszeit mal eine Durststrecke. Aber wenn die Kunden wissen, dass immer sonnabends bis 18 Uhr geöffnet ist, kommen sie auch“, ist er überzeugt. Heiko Fassbinder denkt dabei gar nicht mal nur an die Döbelner. In vielen kleinen Städten rundherum sehe ich für unsere Innenstadt noch Kundenpotenzial, die vielleicht Sonnabendnachmittag zu uns nach Döbeln kämen. Gerade manche Ältere sind doch gar nicht immer scharf drauf, mit dem eigenen Auto in die Großstädte fahren zu müssen“, so der Einzelhändler.

Skeptisch ist dagegen Buchhändlerin Andrea Panke von der Buch-Oase in der Ritterstraße. „Man verteilt doch den Umsatz nur auf längere Öffnungszeiten. Das ist auch nicht betriebswirtschaftlicher. An einem Wochentag im Gegenzug vormittags zu schließen, macht unsere Öffnungszeiten auch nicht kalkulierbarer. Ich denke, wir sollten als Innenstadthändler unsere gängigen Kernöffnungszeiten wieder beleben und sonnabends oder abends zu bestimmten Events länger öffnen. So verhindern wir, dass wir Händler im Frühjahr und Sommer sonnabendnachmittags allein im Laden stehen, während die Kunden in der Natur oder im Garten ihre Zeit verbringen“, so Andrea Panke.

Kommentar: Wie viel Potenzial hat der lange Samstag?

Das Thema Kernöffnungszeiten und der lange Einkaufssamstag ist seit zwei Jahrzehnten das immer wiederkehrende Thema bei den Döbelner Innenstadthändlern. Die Statistiken, die Wolfgang Müller nun zu Rate zieht, sind Wasser auf die Mühlen. Es leuchtet ein: Alle Menschen in Döbeln und vor allem im Umland, die man gern zum Einkauf in die Döbelner Innenstadt locken möchte, brauchen kalkulierbare Öffnungszeiten. Wer ins Auto steigen und ins Döbelner Stadtzentrum fahren soll, muss sicher sein, dass er bei der Mehrzahl der Geschäfte nicht vor verschlossener Tür steht. An Wochentagen leben die heimischen Händler, vor allem von älteren Menschen, von den Kunden , die in der Innenstadt arbeiten und von Menschen, die gerade keine Arbeit haben. Alle anderen, die wochentags, in Betrieben, im Umland oder in den nahen Zentren ihrer Arbeit nachgehen, haben wochentags recht wenig Gelegenheit, in der Innenstadt zu shoppen. Am Samstag bleibt ihnen, wenn sie zeitig frühstücken, die Zeit zwischen 9 und 12 Uhr, um in Döbeln einzukaufen. Recht kurz, um sein sauer verdientes Geld unter die Leute zu bringen. Hier gibt es theoretisch Potenzial. Doch ist dieses Potenzial so groß, dass jeder Samstag ein langer Einkaufstag in Döbeln werden sollte? Auf diese Frage gibt es keine klare Antwort.

Von Thomas Sparrer

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