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Döbeln Döbelner Karosseriewerk RKB meldet Insolvenz an
Region Döbeln Döbelner Karosseriewerk RKB meldet Insolvenz an
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21:31 10.04.2012
Döbeln

Sieben Millionen Euro hätte die rumänische Firma Mic.ro Retail SRL noch an RKB für die Produktion und Lieferung von 1000 Verkaufswagen überweisen müssen. Zwar hatte für diese Summe die holländische Muttergesellschaft von Mic.ro Retail eine Bürgschaft übernommen, die geforderte Zahlung leistete sie jedoch trotz Mahnung nicht in der vorgesehenen Frist. Die RKB GmbH will ihre Ansprüche notfalls gerichtlich durchsetzen. Doch das wird einen erheblichen Zeitaufwand erfordern. Somit entschloss sich die Geschäftsleitung, einen Insolvenzantrag zu stellen.

Weil dies frühzeitig geschah und nach eigenen Angaben eine gute Arbeit im Vorfeld geleistet wurde, geht die RKB-Geschäftsleitung davon aus, das operative Geschäft störungsfrei weiterführen zu können. Laut Rechtsanwalt Stefan Ettelt von der Döbeln-Dresdner Kanzlei Kulitzscher & Ettelt, die das Unternehmen an der Stockhausener Straße vertritt, liegen Aufträge für die nächsten sechs Monate vor. Ein halbes Jahr lang sei der Betrieb vollständig ausgelastet, und neue Aufträge würden laufend eintreffen.

"Da gegenüber den 129 Beschäftigten keine Zahlungsrückstände bestehen, hat das Unternehmen nunmehr drei Monate Zeit, sich für einen Sanierungsweg zu entscheiden", teilte Stefan Ettelt mit. Angestrebt werde eine Insolvenzplanlösung, gegebenenfalls in Eigenverwaltung durch die bisherige Geschäftsführung.

Durch die frühzeitige Antragstellung erhofft sich der Betrieb bestmögliche Sanierungschancen. Außerdem will er damit den Dialog mit seinen Gläubigern offen halten. Dass dies möglich ist, zeigte sich bereits in der ersten Sitzung des Gläubigerausschusses am 4. April, in der die Gläubiger Rechtsanwalt Rüdiger Weiß von der Kanzlei Wallner-Weiß als vorläufigen Insolvenzverwalter einstimmig vorschlugen. Das Amtsgericht Chemnitz setzte ihn schon am Tag danach als Gutachter und bis auf Weiteres als Verwalter von RKB ein. "Rechtsanwalt Weiß ist ein ausgewiesener Insolvenzplanspezialist und verfügt darüber hinaus über Erfahrungen in der Eigenverwaltung. Damit stehen der RKB GmbH sämtliche Sanierungsmöglichkeiten offen", informierte Ettelt. Frank Pfeifer

-Standpunkt, Seite 13

Das Traditionsunternehmen RKB beschäftigt derzeit 129 Mitarbeiter. Seit 1929 ist es im Karosseriebau tätig und hat sich im Bereich Sonderfahrzeugbau spezialisiert. Hierbei besitzt es in Deutschland die längste Erfahrung in der sogenannten Sandwichbauweise mit Glasfaserkunststoff-Materialien für den Bereich Shop- und Transporterfahrzeuge. Zu den gefragtesten Produkten gehören Verkaufsfahrzeuge, Paketverteilerfahrzeuge und Spezialkofferbauten sowie Spezialfahrzeuge wie Fernsehübertragungswagen und Einsatzleitwagen. Vor zwei Jahren stand der Betrieb vor einem Auftragsloch. Damals waren sogar Kündigungen im Gespräch. Vergangenen Sommer hingegen blickte das Unternehmen optimistisch in die Zukunft und wollte sogar Mitarbeiter einstellen.

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