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Döbelner Karosseriewerk beendet Insolvenz

Rettung mit Lackkratzern Döbelner Karosseriewerk beendet Insolvenz

Nach fünf Jahren im Insolvenzverfahren ist die Zukunft der RKB Karosseriewerk GmbH in Döbeln gesichert. Das Insolvenzverfahren ist beendet. Das Traditionsunternehmen an der Stockhausener Straße in Döbeln wird auch künftig mit seinen über 100 Beschäftigten weiter produzieren. Doch die gute Nachricht hat offenbar auch Schattenseiten. Die Gerüchteküche brodelt.

Service rund ums Auto: Gilt dieser Slogan des RKB Karosseriewerkes an der Stockhausener Straße auch noch für Privatkunden? Im Betrieb geht es auf jeden Fall weiter.

Quelle: Olaf Büchel

Döbeln . Gute Nachrichten aus der Stockhausener Straße in Döbeln: Nach fünf Jahren im Insolvenzverfahren ist die Zukunft der RKB Karosseriewerk GmbH in Döbeln gesichert. Das Insolvenzverfahren ist beendet. Das Traditionsunternehmen an der Stockhausener Straße in Döbeln, das seit 1929 im Karosseriebau tätig ist und sich im Bereich Sonderfahrzeugbau spezialisiert hat, wird auch künftig mit seinen über 100 Beschäftigten weiter produzieren.

Doch diese für die Mitarbeiter positive Entwicklung hat offenbar auch Schattenseiten. Die Gerüchteküche brodelt. Zumal das Unternehmen nach Jahrzehnten seit Neustem keine Karosserie- und Lackierarbeiten für Privatkunden mehr übernehmen soll. Dirk Hartmann, der neue Geschäftsführer des Unternehmens bittet um etwas Zeit und Geduld. „Wir haben noch einige Hausaufgaben zu erledigen und wollen dann zu gegebener Zeit an die Öffentlichkeit gehen und uns als RKB Karosseriewerk Döbeln präsentieren“, sagt er auf DAZ-Anfrage. Im Internet präsentiert sich RKB bereits mit einer neuen Homepage.

Fakt ist das Insolvenzverfahren, das am 2. April 2012 die damaligen Geschäftsführer Hartwig Hoffmann und Jürgen Schulz beantragt hatten, wurde am 12. Juni 2017 aufgehoben, nachdem ein Insolvenzplan rechtskräftig bestätigt wurde. Seitdem kann das Unternehmen wieder ohne Insolvenzverwalter wirtschaften. Im April 2012 hatte RKB Insolvenz anmelden müssen. RKB hatte damals mit Unterstützung des Mercedes-Konzernes, der die Fahrgestelle lieferte, ein großes Geschäft mit einem von Mercedes vermittelten Partner in Rumänien angebahnt. 1000 Kühl- und Verkaufsfahrzeuge sollten gebaut werden. Doch der rumänische Auftraggeber ging pleite. Sieben Millionen Euro hätte die rumänische Firma Mic.ro Retail SRL an RKB für die Produktion und Lieferung der ersten Tranche Verkaufswagen überweisen müssen. Zwar hatte für diese Summe die holländische Muttergesellschaft von Mic.ro Retail eine Bürgschaft übernommen. Die geforderte Zahlung leistete sie jedoch nicht. RKB war über den Tisch gezogen worden. Vom Insolvenzverwalter eingesetzte international renommierte Anwälte wurden damit betraut. Doch die von einem rumänischen Industriellen und Oligarchen eingefädelte Bürgschaft war das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben war. Dennoch gingen die Lichter bei dem traditionsreichen Döbelner Karosseriebauer nicht aus. Dank guter Auftragslage wurde mit voller Belegschaft weiter produziert. Neue Aufträge gingen ein und RKB schaffte unter seiner alten Geschäftsführung den Return und schrieb in der fünfjährigen Insolvenzzeit schwarze Zahlen. Im Rahmen der gerichtlichen Sanierung durch Regelinsolvenz wurde vier Jahre lang versucht, einen Insolvenzplan aufzusetzen, der die Gläubiger befriedigt und gleichzeitig auch die wirtschaftlichen Interessen der beiden Eigentümerfamilien berücksichtigt, die das Unternehmen weiterführen wollten.

Überraschend präsentierte Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß dann allerdings im Januar 2017 mit dem Dresdner Unternehmer Dirk Hartmann einen Investor, der das Döbelner Karosseriewerk für zwei Millionen Euro übernahm. Die beiden Geschäftsführer Jürgen Schulz und Hartwig Hoffmann stimmten in der Gesellschafterversammlung dem aufgestellten Insolvenzplan zu. Dirk Hartmann wurde zum Geschäftsführer berufen, der die Anteile übernimmt. Verwalter Rüdiger Weiß kündigte schließlich im Mai kurz vor Ende des Insolvenzverfahrens den beiden Geschäftsführern Hartwig Hoffmann und Jürgen Schulz als seine letzte Amtshandlung. Die ehemaligen Eigentümer scheiden somit Ende August aus und sind seit Mai freigestellt. Die Vergütung des Insolvenzverwalters wurde vom zuständigen Amtsgericht Chemnitz auf 2,5 Millionen Euro festgesetzt. Diese wird aus der Insolvenzmasse bezahlt.

Unternehmer Dirk Hartmann war zuletzt mit der Dresdner sachcontrol GmbH, die sich mit dem Schadensmanagement von Sach-, Haftpflicht- und Kfz-Schäden befasst, sehr erfolgreich. Ein amerikanisches Unternehmen übernahm 2014 das Dresdner Unternehmen.

Von Thomas Sparrer

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