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Döbelner Kegelfreunde ärgern sich

Döbelner Kegelfreunde ärgern sich

Den Kegelfreunden aus der Engen Gasse bleibt der Zutritt zum Keglerheim an den Klostergärten weiterhin verwehrt. "Nicht unsere Zuständigkeit", heißt es aus dem Rathaus.

Döbeln. Bereits Anfang des Jahres wandte sich die Freizeittruppe an die Zeitung. Jahrzehntelang hatten die Kegler die Sportstätte unweit der Rosa-Luxemburg-Straße genutzt. Seit September des Vorjahres sollte das nicht mehr möglich sein.

Der Besitzer des Keglerheimes, Heiko Schmieder, erklärte bereits weshalb: Die Gaststätte des Objektes ist geschlossen, deshalb gibt es keine Kasse und somit keine Möglichkeit, eine öffentliche Nutzung der Bahnen abzurechnen. Schmieder erklärte zwar im Januar, nach einer Lösung suchen zu wollen. Passiert sei aber laut Kegelfreunden nichts. "Der Eigentümer der Immobilie hat wohl kein Interesse, neben dem Kegelsportverein (KSV) 90 Döbeln auch der Öffentlichkeit Zutritt zum Keglerheim zu gewähren", schlussfolgert Wilfried Erbarth, Sprecher der Freizeitgruppe.

Was die Kegler aus der Engen Gasse nicht verstehen, ist, dass der KSV 90 gleich zwei Privilegien genießt: der Verein darf im Keglerheim Sport treiben und zudem erhält er dafür finanzielle Unterstützung von der Stadt.

Dass das alles mit rechten Dingen zugeht und das eine mit dem anderen im Prinzip nichts zu tun hat, erklärt Michael Thürer, Mitarbeiter im städtischen Amt für Recht, Kultur und Sport. Wen der Eigentümer des Keglerheimes in seine Sportstätte lässt und wen nicht, dass sei laut Thürer einzig und allein Heiko Schmieders eigene Entscheidung. "Die Stadt hätte nichts dagegen, wenn die Kegelfreunde die Anlage nutzen. Das liegt aber nicht in unserer Zuständigkeit", so Thürer.

Die Sportförderung stehe hingegen auf einem ganz anderen Blatt. Thürer: "Für die Stunden, die der KSV 90 im Keglerheim kegelt, zahlt die Stadt an den Besitzer der Sportstätte einen Betriebskostenzuschuss. Der Verein muss auch noch einen eigenen Anteil leisten." Die Kommune gewährt diesen Zuschuss, weil sie für die Sportart Kegeln keine städtische Sportstätte zur Verfügung stellen kann. Auch anderen Sportvereinen der Stadt werde auf diese Art und Weise geholfen.

Falls die Frage auftauchen sollte, weshalb für den KSV 90 solch ein Zuschuss gezahlt wird, für die Freizeitsportler aus der Engen Gasse hingegen nicht, dann hat Thürer auch darauf eine Antwort: "Bei der Freizeittruppe handelt es sich um eine private Interessengemeinschaft, die sich zum Kegeln und zum Bierchen treffen wollen. Der KSV 90 ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Sportler im Wettkampfbetrieb stehen, der Nachwuchsarbeit für Kinder und Jugendliche leistet."

Die Kegelfreunde wird das nicht befriedigen. Immerhin haben sie für Heiko Schmieder noch einen Tipp: Für die Sportanlage des SV Lüttewitz, die ebenfalls über zwei Kegelbahnen verfügt, gibt es ab diesem Jahr einen neuen Bewirtschafter. Das ist der Partyservice Frank Kloss aus Mockritz. Ein Erfahrungsaustausch böte sich an.

Olaf Büchel

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