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Döbeln Döbelner Kosmetik-Legende kehrt zurück: Bald gibt’s wieder Decenta-Seife
Region Döbeln Döbelner Kosmetik-Legende kehrt zurück: Bald gibt’s wieder Decenta-Seife
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20:00 06.01.2016
So sah die Döbelner Seife früher aus. „Souvenir“ soll es wieder geben. Quelle: Olaf Büchel
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Marbach/Döbeln

Eine Döbelner Kosmetik-Legende, die Decenta-Seife, soll in diesem Jahr wieder auf den Markt kommen. Daniel Zimmermann, Geschäftsführer der Striegistaler Seifenmanufaktur in Marbach, hat sich den Marken-Namen gesichert. Mit zeitgemäßen Inhaltsstoffen soll die Seife bereits im Frühjahr zu haben sein.

Daniel Zimmermann (38), der mit seiner Frau seit 2009 mit Seifen und Pflegeprodukten aus aller Welt handelt, seit 2013 selbst einen Hofladen in Marbach betreibt und mit der Manufaktur „Frische erleben“ auch selbst Naturseifen herstellt, hat eine ganz persönliche Beziehung zu Döbelner Kosmetikprodukten. „Früher habe ich am Döbelner Pferdeberg gewohnt. Und auf dem Weg zur damaligen Karl-Marx-Schule musste ich immer am Florena-Betrieb an der Roßweiner Straße vorbei. An den Geruch kann ich mich heute noch erinnern.“ Zudem war Werner Schmidt, Nachfahre von Firmengründer Hermann Otto Schmidt und einer der früheren Miteigentümer der gleichnamigen Döbelner Seifenfabrik eine Zeit lang der Chef von Zimmermanns Vater. Als Werner Schmidt im vergangenen Jahr im Döbelner Rathaus bei einem Vortrag zur Industriegeschichte sehr emotional von seinen Erlebnissen berichtete, war auch Daniel Zimmermann anwesend und spitzte die Ohren.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Marbacher bereits die feste Absicht, mit „Decenta“ die regionale Seifenmarke wieder aufleben zu lassen. „Ich hatte Werner Schmidt davon erzählt, er fand es gut und bestärkte mich darin.“ Schon im Jahr 1938 war „Decenta“ als Schutzname für Feinseifen aus der Schmidt’schen Fabrik eingetragen worden. Der Name Decenta verschwand zwar noch vor der Wende aus dem öffentlichen Blickfeld, als der mittlerweile volkseigene Betrieb Decenta Döbeln im VEB Florena Waldheim-Döbeln aufging. Doch geschützt blieb er nach wie vor. „Ich hatte das schon die ganze Zeit im Blick. Der Beiersdorf-Konzern übernahm ja Florena und ließ sich 2005 die Schutzmarke Decenta für weitere zehn Jahre verlängern“, berichtet Daniel Zimmermann. Im Oktober des vergangenen Jahres gab Beiersdorf den Namen offensichtlich auf und meldete keine Ansprüche mehr auf den Markennamen an. Der Marbacher Zimmermann reagierte nun ganz schnell: „Gleich am 7. Oktober 2015 habe ich die Marke „Decenta“ beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet. Doch wie das so ist, die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam. Jetzt warten wir auf den Eintrag.“ Wenn der erfolgt ist, dann hat Daniel Zikmmermann mit seiner Striegistaler Seifenmanufaktur die Rechte am Namen „Decenta“. Die nächsten zehn Jahre ist er dann innerhalb der Europäischen Union geschützt.

Ziel ist, bis etwa nach Ostern gemeinsam mit anderen Manufakturen neue Seifenprodukte zu entwickeln. Daniel Zimmermann will mit seiner Frau die Verpackungen entwerfen und dann die neue Decenta-Seifen in den Handel bringen. Er stellt sich zum Beispiel vor, dass die Seife mit dem Namen „Souvenir“, der vielen älteren Bewohnern der Region noch ein Begriff ist, darunter sein wird. Der Geschäftsführer: „Es werden natürlich Seifen mit zeitgemäßen Inhaltsstoffen sein. Zum einen liegen uns die alten Rezepte gar nicht vor. Zum anderen wurden früher Tierfette verwendet, während wir heute viel Wert auf natürliche, nachhaltige und möglichst regionale Inhaltsstoffe legen und beispielsweise pflanzliche Fette benutzen.“

Anbieten will Zimmermann die Seifen dem Groß- und Einzelhandel und in der Region möchte er gezielt Parfümerien und Wellness-Läden ansprechen. Da Retro im Moment sowieso im Kommen ist, sind es nostalgische Hüllen rings um die Seife geben. Dann wird bei vielen ganz gewiss die Erinnerung an „Decenta“ wach.

Von Olaf Büchel

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