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Döbelner Kuppelbau wird Turm des Rechts

Anwälte als neue Hausherren Döbelner Kuppelbau wird Turm des Rechts

Waffenschmiede, Beschlägefabrik, Zentrale des Döbelner Autoliv-Werkes: Der Kuppelbau aus dem Jahr 1941 hat eine wechselvolle Geschichte. Die Döbelner Rechtsanwälte Axel Buschmann, Tino Rasser und Matthias Renner sind als neue Hausherren die Zukunft des markanten Eckhauses an der Grimmaischen Straße.

Rechtsanwalt Matthias Renner wird in den neuen Räumen demnächst Akten wälzen, Schriftsätze verfassen und mit Mandanten sprechen. Am Donnerstag gaben die Maler den Büros den letzten Schliff.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Am Donnerstag arbeiteten die Handwerker noch fleißig im Kuppelbau des ehemaligen Autozulieferers „Autoliv“ an der Grimmaischen Straße. Am Freitag zogen Büromobiliar, Computer, Telefone und Akten in das Gebäude ein. Und natürlich auch Menschen, die diese Dinge benutzen: Die „Anwaltskanzlei brr“ der Rechtsanwälte Axel Buschmann, Tino Rasser und Matthias Renner sind die neuen Hausherren des markanten Eckhauses des Dresdner Architekten Wilhelm Kreis aus dem Jahr 1941. Die Juristen hatten das Gebäude vor kurzem gekauft.

Mieterverein Meißen und Umgebung zieht ins 2. OG

Passend zu einem rechtlichen Spezialgebiet von Axel Buschmann, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht, ist ein künftiger Mieter des fünfgeschossigen Baus: In einige Büros im 2. Obergeschoss zieht der Mieterverein Meißen und Umgebung ein. In den anderen Büros dieser Etage hat sich die Hausverwaltung MSG GmbH eingemietet. „In unseren alten Räumen sind wir an die Platzgrenzen gestoßen“, begründet Rechtsanwalt Renner einen Grund für den Umzug. Die Juristen und ihre Fachangestellten arbeiten künftig im 3. Obergeschoss des Kuppelbaus. Ein weiterer Vorteil der neuen Adresse sind die Parkplätze für die Mandanten. Am alten Standort der Kanzlei in der Döbelner Innenstadt war es dagegen schwierig, einen Stellplatz zu bekommen.

Frei sind derzeit noch zwei Etagen des Hauses: Das 1. Obergeschoss mit der Kantine und das Dachgeschoss. „Wenn wir einen Betreiber für die Kantine finden, ist das gut. Aber wir sind völlig offen, für andere Nutzungen, können uns auch vorstellen, die Kantine zurückzubauen“, sagt Matthias Renner. Das Dachgeschoss ist derzeit im Rohbauzustand. Der Raum erstreckt sich über die gesamte Grundfläche, die auf fast jeder Etage etwa 220 Quadratmeter beträgt. Außer im Erdgeschoss, das hat ungefähr 140 Quadratmeter. Ohne Zwischenwände ist das Dachgeschoss frei für die Einrichtungswünsche künftiger Mieter.

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Architektonisch ist der 1941 errichtete Kuppelbau sehr interessant. Hier ein paar Eindrücke.

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Wenn die Anwälte fertig umgezogen sind, wird auch das große brr-Logo am Kuppelturm leuchten. „Mit solcher Werbung haben wir an unserem Büro in Naunhof gute Erfahrungen gesammelt. Hier in Döbeln leuchten sogar LED“, sagt Rechtsanwalt Renner.

Hitlersäge und Kalaschnikow

Anwaltskanzlei, Mieterverein und Hausverwaltung – das ist eine völlig neuartige Belegung des Gebäudes. Seit 1941 fertigte die „Metall- und Lackwarenfabrik Johannes Großfuß“ im „Rotunda-Bau“ genannten Gebäude hier Waffen, darunter das bei den Alliierten gefürchtete Maschinengewehr 42, wegen seiner hohen Schussfrequenz „Hitlersäge“ genannt. Nach dem Krieg enteignet, ging die Waffenproduktion bei den Döbelner Beschläge- und Metallwerk weiter. Der Nachfolgebetrieb der Großfuß-Werke stellte Teile für das Sturmgewehr AK 47 Kalaschnikow her. Nach der Wende war im Kuppelbau die Verwaltung des Döbelner Autoliv-Werkes untergebracht, das die Stadt Ende vergangenen Jahres verlassen hat und nach Rumänien weitergezogen ist.

Von seiner langjährigen Nutzung als Produktionsstätte zeugen die roten Aufschriften an der Treppe des Gebäudes: „Haltet die Transportwege frei!“ und „Arbeitsschutz geht alle an“ steht an den Stufen.

Von Dirk Wurzel

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