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Döbeln Döbelner Mammutbaum ist jetzt Kleinholz – Wirt wehrt sich gegen Angriffe
Region Döbeln Döbelner Mammutbaum ist jetzt Kleinholz – Wirt wehrt sich gegen Angriffe
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DAZ Mammutbaum im Bürgergarten trotz Protesten gefällt Quelle: Thomas Sparrer
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Döbeln/Roßwein

Mittwochmorgen, um 7.30 Uhr, knatterte am Mammutbaum vor dem Bürgergartenrestaurant die Kettensäge. Wenig später lag der in diesen Breiten seltene Nadelbaum auf der Wiese und wurde weiter zerkleinert. Eine Dreiviertelstunde später wurden bereits die Späne auf den holprigen Gehwegplatten um dem den Baumstumpf zusammengekehrt. Der Protest vieler Döbelner hat nichts genutzt. Der Nadelbaum hat nach der Baumschutzsatzung keinen besonderen Schutz. Sein Umsägen war legal.

Wirt wehrt sich

Lars Lemke, der Besitzer der Gaststätte Bürgergarten und des Geländes rundherum, ließ den Baum am Mittwoch wie angekündigt umlegen. Dennoch wehrt er sich gegen die vielen Anfeindungen. „Ich habe mit dem Sachgebiet Naturschutz der Stadt bei einem Vor-Ort-Termin meine Beweggründe und meine Pläne erläutert. Ich habe den Baum nicht einfach mal aus Spaß gefällt“, sagt er. Niemand habe direkt mit ihm gesprochen oder konkret nachgefragt. Nur in den sozialen Netzwerken hätten die Tastaturen geglüht, mit zum Teil wüsten Behauptungen.

So oder so der Buhmann

„Wer mich gefragt hätte, dem hätte ich die Gehwegplatten rund um den Baum gezeigt. Erst letztes Jahr habe ich sie richten lassen, weil sie eine Gefahrenquelle waren. Die flachen Wurzeln des Baumes haben die riesigen Platten schon wieder angehoben. Und die Wurzeln mit den Aufwerfungen im Pflaster reichen bis unters Gebäude“, berichtet Lars Lemke. Auch ohne seine geplanten Investitionen in den Bürgergarten hätte er etwas tun müssen. „Fällt man den Baum, ist man der Buhmann. Tut man nichts und einer stürzt wegen der Wurzeln, regen sich die selben Leute ebenfalls auf“, so Lemke.

Neue Bäume als Ersatz geplant

Im vergangenen Jahr hatte Gastronom Lemke die Gaststätte und das Gelände rundherum von der TAG gekauft. Zuvor war er dort jahrelang Pächter gewesen. „Nun, da es mir gehört, will ich investieren“, beschreibt er. Neben einer Erweiterung der Küche und dem Bau eines festen Wintergartens soll der Bereich vor dem Eingang neu gepflastert, als Eingangsbereich mit Freisitz eingefriedet und bepflanzt werden. Für den Mammutbaum wird er im Gelände neue Bäume pflanzen. Auch die Blumenuhr fällt nach dem Kauf des Geländes in seine Verantwortung. „Natürlich werde ich mich darum kümmern. Meine Mitarbeiter und ich leben davon, dass die Leute gern in den Bürgergarten kommen.“

Andere Städte, andere Sitten

In der Nachbarstadt Roßwein hätte ein solcher Mammutbaum höchstwahrscheinlich nicht so einfach gefällt werden können. Erst im September des Vorjahres beschloss der dortige Technische Ausschuss, dass eine 75 Bäume umfassende Liste Bestandteil der kommunalen Baumschutzsatzung werden sollte. Diese Liste für den „Besonderen Schutz“ hatte ein Baum-Experte und Mitglied des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) erstellt. Die darin aufgeführten alten und/oder wertvollen Bäume genießen einen strengen Fällschutz, dürfen nur in ganz besonderen Situationen umgesägt werden. Wackelnde Gehwegplatten hätten sicherlich nicht dazu gehört. Die bestätigte Liste enthält solche Gehölze wie einen Ginkobaum, eine Kaukasische Flügelnuss oder eine Kolorado-Tanne.

Von Olaf Büchel und Thomas Sparrer

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