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Döbelner Müllhalde wird neues Gewerbegebiet

Döbelner Müllhalde wird neues Gewerbegebiet

Schutthaufen, Müllberge und ziemlich marode Werkhallen bestimmen das Bild des künftigen Gewerbegebietes Döbeln-Süd, zwischen der Feldstraße und der Bundesstraße 169. Ab nächstem Jahr will die Stadt Döbeln das Gelände vermarkten.

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Müllberge und Bauschutt von bereits abgerissenen Werkhallen bestimmen auf dem alten Möbelwerkegelände das Bild. Hier auf den Ruinen soll ab nächstem Jahr das fünf Hektar große Gewerbegebiet Döbeln-Süd erschlossen und vermarktet werden.

Döbeln. "Wir führen bereits Gespräche mit potenziellen Investoren. Doch solange der Affe noch nicht in der Kiste ist, ist auch die Vermarktung noch schwierig", sagt Döbelns Wirtschaftsförderer Karl Körner scherzhaft. Noch wird über die Fördermittel für die Erschließung des Geländes verhandelt. 85 Prozent Fördergelder aus dem Programm Gemeinschaftsaufgabe-Ost sind für den Abriss und die Beräumung des Geländes sowie für die anschließende Erschließung in Aussicht gestellt. Doch der Förderbescheid liegt noch nicht vor.

"Wir brauchen zwei Absichtserklärungen von ansiedlungswilligen Unternehmen, damit die Gelder fließen können. Eine haben wir bereits", sagt Döbelns Baudezernent Thomas Pfeiffer. Knappe fünf Hektar umfasst das Gebiet zwischen Feldstraße, Waldheimer Straße und Bundesstraße 169.

Etwa drei Hektar davon gehörten den früheren Möbelwerken, einem traurigen Kapitel in der Nachwendegeschichte. Die Möbelwerke Döbeln GmbH ging 1995 pleite. Die zuletzt 52 Möbelwerker bekamen über Monate keinen Lohn. Geschäftsführer Reinhold Bartling, der "Totengräber" der Döbelner Möbelwerke, wurde im September 1996 wegen Fördermittelbetruges zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt. Fördergelder der Möbelwerke Döbeln waren in den Westen umgeleitet worden. Seit Januar 2005 wurde der Döbelner Rechtsanwalt Reinhard Greiten vom Amtsgericht Leipzig mit der Nachtragsliquidation für das Möbelwerkegelände beauftragt. Grund: Das 1997 geführte Gesamtvollstreckungsverfahren war nicht zu Ende geführt worden. Die eigentlich nicht mehr existenten Möbelwerke Döbeln waren weiter auf dem Papier Besitzer des Geländes an der Feldstraße geblieben. Die Stadt Döbeln schob das Verfahren beim Amtsgericht Leipzig an, um Ordnung auf dem Gelände zu schaffen. Denn neben einigen einheimische Gewerbetreibenden hatten sich auch Nazis dort niedergelassen. Wer hier wem, was vermietete, blieb dabei irgendwie im rechtsfreien Raum, wurde damals im Stadtrat argumentiert. Das Problem der Rechten auf dem Gelände wurde bei der Nachtragsliquidation zuerst gelöst. Sie mussten ihr Domizil räumen.

Die Stadt konnte das Gelände dann zu einem symbolischen Preis erwerben. Über Nachbargrundstücke wurde danach lange verhandelt. Erst in diesem Jahr kam der Kauf des früheren BMK-Süd-Geländes zustande. Die 18 300 Quadratmeter wurden per Ratsbeschluss von einem Hamburger Besitzer erworben. Etwa 3,5 Hektar des Geländes können nach Abzug von Straßen und Grünflächen durch neue ansiedlungswillige Unternehmen bebaut werden. Erschlossen werden soll das Gelände über die Waldheimer Straße.

In dem bereits bestehenden Teil des Gewerbegebietes sind eine Fahrschule, ein Getränkehandel, ein Reifendienst und die Firma Clariant Masterbatches (ehemals Colorplast) angesiedelt. Clariant hat aber bereits für nächstes Jahr die Schließung seines Döbelner Werkes angekündigt.

Weitere potenzielle Flächen für die Ansiedlung von Firmen hält die Stadt Döbeln an der Autobahnanschlussstelle Döbeln-Nord bereit. Knapp 16 Hektar könnten relativ zügig erschlossen werden, wenn entsprechende Verträge mit ansiedlungswilligen Firmen zustande kämen. Das Gewerbegebiet Döbeln-Nord wollte ursprünglich die Bauunion Gröditz als Hauptinvestor mit einem Musterhauspark erschließen. Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise waren die Pläne aber dann doch nicht verwirklicht worden. Das Gelände an der A 14 liegt allerdings auch in einer Trinkwasserschutzzone. Damit ist nicht jede Industrieansiedlung möglich.

 

 

-Kommentar, Seite 13

Thomas Sparrer

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