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Döbelner Online-Unternehmen startet mit neuem Partner wieder durch

Neue Tischkultur: Döbelner Online-Unternehmen startet mit neuem Partner wieder durch

Die Döbelner Firma Neue Tischkultur von Rico Kretschel kann mit einem neuen Investor wieder durchstarten. Unter 17 Interessenten wurde mit Ralf Hensgens und seiner HTI-Line GmbH ein Übernehmer aus Döbeln gefunden, der auch für die Henwi-Kaufhäuser und Möbel-SB Hallen steht. Die Neue Tischkultur steigt jetzt auch in den Onlinemöbelhandel ein.

Gehen künftig gemeinsame, geschäftliche Wege: Rico Kretschel (38, l.) von Neue Tischkultur.de und Ralf Hensgens (50,r.) von der Unternehmensgruppe Henwi. Montage: Sven Bartsch

Döbeln. Das Unternehmen „Neue Tischkultur Rico Kretschel e.K.“ in Döbeln hat wieder eine sichere Zukunft. Die HTI-Line GmbH aus Döbeln hat das Döbelner Unternehmen komplett übernommen. Die sechs Mitarbeiter, darunter zwei Neueinstellungen, und Firmengründer Rico Kretschel (38) können somit mit frischem Kapital und vielen neuen Ideen weitermachen.

Der mit zahlreichen Auszeichnungen überhäufte Döbelner Onlinespezialist musste mit dem überraschenden Insolvenzantrag vom Herbst 2015 für sein eigentlich gesundes Unternehmen Konsequenzen aus einem drohenden Rechtsstreit mit den Insolvenzverwaltern von Neckermann ziehen. Für den namhaften Versandhändler, der 2012 pleite ging, hatte das Döbelner Unternehmen „neue Tischkultur.de“ das komplette Online-Geschäft mit Haushaltwaren in Deutschland und Österreich abgewickelt. Durch die Neckermann-Insolvenz hatte Kretschels Firma nicht nur jährlichen Umsatz verloren. Drei Jahre nach der Neckermann-Pleite waren durch Insolvenzanfechtungen noch einmal hohe Rückforderungen auf das Döbelner Unternehmen zu gekommen. Die Anwaltskanzleien im Neckermann-Insolvenzverfahren hatten vorsorglich, alle Rechnungen, die Neckermann an Kretschel für seine Dienstleistungen bezahlte, rückwirkend in Frage gestellt. „Klar gehe ich davon aus, dass die Forderungen der Insolvenzanwälte unrechtmäßig sind. Doch bis zur endgültigen Klärung hätten uns diese im Raum stehenden Forderungen ruinieren können. Dem haben wir mit unserem Insolvenzantrag einen Riegel vorgeschoben“, so Rico Kretschel. Mit Unterstützung der auf Wirtschafts- und Unternehmensrecht spezialisierten Döbelner Anwaltskanzlei Kulitzscher und Ettelt war Rico Kretschel ohnehin auf Investorensuche, damit die „neue Tischkultur“ weiter wachsen kann. Unter der Insolvenzverwaltung wurde diese Investorensuche intensiviert. „Wir haben auch in dieser Zeit immer schwarze Zahlen geschrieben“, schildert Kretschel.

17 Unternehmen deutschlandweit und aus Frankreich wollten die „neue Tischkultur“ Döbeln erwerben. Auch mit Rico Kretschel, der unter den hundert kreativesten Köpfen der europäischen Digitalindustrie gehandelt wird, wollten die meisten zusammenarbeiten. Doch entschieden wurde die Übernahme in Döbeln. Hinter dem Käufer HTI-Line GmbH steckt Ralf Hensgens, der auch mit seiner Firmengruppe Henwi Kaufhäuser, wie das Döbelner Innenstadtkaufhaus, betreibt und an der Firmengruppe Möbel-SB-Halle beteiligt ist. Mit der HTI Line GmbH betreibt er Importhandel mit Waren und Gütern aus Fernost. Die Neue Tischkultur wird eine eigene Abteilung des Unternehmens. Die sechs Mitarbeiter setzen das Kerngeschäft mit hochwertigen Haushaltwaren fort. Hinzu kommen wird das Onlinegeschäft mit Möbeln im Auftrag der Möbel-SB Halle und die strategische Entwicklung und Planung von Onlinehandel als Dienstleistung. Die Neue Tischkultur wird in den nächsten Tagen neue Büros in der Bäckerstraße über dem City-Kaufhaus beziehen. Der bisherige Firmensitz an der Johannisstraße 9 bis 10 in Döbelns Innenstadt wird einen neuen Nutzer verkauft. „Wir bleiben dem Standort Döbeln treu“, sagt Rico Kretschel. Auf seine Mitarbeiter, die während der Insolvenz immer zur Stange gehalten haben, ist er stolz. Mit ihnen will er durchstarten und unter neuem Firmendach wachsen.

Von Thomas Sparrer

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