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Döbeln Döbelner Raub-Prozess endet mit Haftstrafen
Region Döbeln Döbelner Raub-Prozess endet mit Haftstrafen
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17:18 27.11.2018
Die Döbelner Täter müssen ins Gefängnis. Quelle: dpa (Symbolbild)
Döbeln/Chemnitz

Letzteres kann Rechtsanwalt Martin Göddenhenrich als Erfolg verbuchen. Denn das Urteil der ersten Instanz war härter.

Dieses Geschäft war verhängnisvoll. Irgendwann kaufte ein Döbelner einem anderen Modellautos aus der DDR ab. Und der Verkäufer meinte, dafür immer wieder Geld verlangen zu müssen. „Für Dich ist immer Zahltag“, fasste Richterin Petra Kürschner, Vorsitzende der 5. Kleinen Strafkammer am Chemnitzer Landgericht, die Aussage des Geschädigten zusammen. Die Kammer verwarf die Berufung des 40-Jährigen gegen ein Urteil des Amtsgerichtes Chemnitz: Vier Jahre Haft wegen schwerer räuberischer Erpressung.

Angelegenheit eskaliert

Im Dezember vergangenen Jahres eskalierte die Angelegenheit böse. Gemeinsam mit einem 25-Jährigen und zwei Angehörigen der Döbelner Drogenszene suchte der 40-Jährige den Geschädigten auf. Der jüngere klingelte. Als nicht geöffnet wurde, randalierte der Ältere solange bis der Geschädigte herunterkam. 90 Euro sollte er rausrücken. Weil er sich weigerte, schlug ihn der Ältere mit einer Schreckschusspistole bis das Blut spritzte. Dann gingen die fünf Leute zur Bank, aber die Karte des Geschädigten war kaputt. Also zurück in die Wohnung, wo sich ein Bekannter des Modellauto-Verkäufers aufhielt. Von ihm bekam der 40-Jährige schließlich das Geld.

Geschädigte ist glaubwürdig

„Wir haben nicht gehört, dass mein Mandant keinen Anspruch auf das Geld hatte. Das ist allenfalls eine Nötigung in Tateineinheit mit gefährlicher Körperverletzung“, sagte Rechtsanwalt Fischer, der Verteidiger. „Der Geschädigte ist 100-prozentig glaubwürdig“, fasste Richterin Kürschner zusammen, wie die Kammer die Angelegenheit sieht – als Verbrechen der schweren räuberischen Erpressung.

Zeugen bestätigen die Aussage

Mehr holte Rechtsanwalt Göddenhenrich für seinen Mandanten raus. Der brachte 38 Monate wegen schwerer räuberischer Erpressung vom Amtsgericht mit. „Das Urteil des Amtsgerichtes ist falsch. Mein Mandant hat die Waffe übergeben und beim Geschädigten geschellt. Seine Tat war es nicht. Er ging davon aus, dass die Forderung des Mittäters zu recht besteht“, sagte Martin Göddenhenrich und forderte ein halbes Jahr mit Bewährung wegen Beihilfe zur Nötigung. Einen gemeinsamen Tatplan, den Mittfünfziger auszurauben, gab es nämlich nicht. Das bestätigten auch die Zeugen. Die Kammer verurteilte den 25-Jährigen wegen Nötigung zu zwei Jahren Haft.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Von Dirk Wurzel

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