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Döbelner Ruinen: Bröckelnde Sorgenkinder

Döbelner Ruinen: Bröckelnde Sorgenkinder

Seine besten Zeiten hat das Gründerzeitgebäude an der Mastener Straße 4 bis 6 schon lange hinter sich. Seit gut zehn Jahren steht die langsam vor sich hin gammelnde Ruine nun schon unter Beobachtung des Bauordnungsamtes des Stadt Döbeln.

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In der Gründerzeit war der Gebäudekomplex an der Mastener Straße 4 bis 6 eine Fabrik für feine Holz- und Metallwaren, später ein Großhandelskontor für Lebensmittel. Seit Anfang der 1990er Jahre vergammelt das Gebäude und wird vom Bauordnungsamt beobachtet. Die Eigentümer haben keine konkreten Pläne damit.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Das Grundstück an der Mastener Straße ist aber auch nicht das größte Sorgenkind, wenn es um Ruinen geht. "Die gefährlichste Ruine im Stadtgebiet ist derzeit das Gebäude an der Ecke Schillerstraße/Muldenstraße unmittelbar an der Kaufland-Kreuzung", sagt Döbelns Ordnungsamtsleiter Jürgen Müller. Hier sind schon Zwischendecken im Inneren eingebrochen und verschlechtert sich der Bauzustand gerade dramatisch. Mit dem Eigentümer sucht die Stadt das Gespräch und macht auch bauordnungsrechtlich Druck. Doch wenn der Hauseigentümer wirtschaftlich nicht in der Lage ist, Lösungen zu stemmen, ist die Stadt irgendwann wegen Gefahr im Verzug wieder am Drücker. "Wenn sich kein Investor findet, der das Gebäude in Schuss bringt, müssen wir am Ende auch über einen Zwangsabbruch nachdenken, bevor es an einer unserer wichtigsten Verkehrsadern zu einer Gefährdung kommt", so Jürgen Müller. "Wir sind dran an dem Thema."

Eine Lösung ist seit kurzem für die Ruine in der Theaterstraße in Sicht. Seit dem Tag der Sachsen 2004 war das Gebäude mit ein paar Holzbohlen verkleidet, damit es in den damaligen historischen Markt in dem Stadtteil passte und zum Festumzug nicht so auffiel. Doch seit vorigem Jahr bröckelte die kleine Hütte ohne Dach langsam auf die Straße. Der Gehweg musste halbseitig gesperrt werden. Von den im Ausland lebenden Eigentümern kam nichts. Mittlerweile hat das Grundstück aber der Döbelner Stadtrat und Immobilienunternehmer Wolfgang Müller gekauft. Er ärgerte sich als Vermieter des Nachbarhauses schon länger über die Ruine und arbeitet mit Sicherheit schon an Plänen, den unschönen Anblick und die Gefahrenstelle zu heilen.

 

 

❏ Der Gebäudekomplex Mastener Straße 4 bis 6 wurde 1903 bis 1906 als "Spezialfabrik ersten Ranges zur Herstellung feiner Holz- und Metallwaren - Kessler und Herold Döbeln in Sachsen" errichtet. Hier wurden auf drei Etagen komplette Ladeneinrichtungen, metallübergleitete Holz- und Kehlleisten, Haus- und Küchengeräte hergestellt. Es gab eine Kunstschlosserei, sowie eine Abteilung zur Einfassung von Schaufenstern mit Nickel und Messing. 1930 wurde das Dachgeschoss aufgestockt. 1944 wurde das zweite Geschoss zur Unterbringung "ausländischer Zivilarbeiter" ausgebaut.

❏ In den 1950er-Jahren wurde es als Deutsche Handelszentrale, Niederlassung Döbeln, genutzt, 1955 mit Aufzügen und einem Kulturraum erweitert. Der Name wurde zu Großhandelskontor für Lebensmittel. Letzte Bautätigkeiten gab es 1970 als nochmals Büroräume ausgebaut wurden.Quelle: Bauarchiv Stadt Döbeln

Thomas Sparrer

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