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Döbeln Döbelner Rutschenbauer wächst
Region Döbeln Döbelner Rutschenbauer wächst
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20:00 24.03.2016
René Claußnitzer (rechts) und Waldemar Tscherkaschin (links). Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Die große weite Welt ist auch unser größter Wachstumsmarkt.“ Das sagte René Claußnitzer, einer der beiden Geschäftsführer der Atlantics GmbH in Döbeln. Der Hersteller von Edelstahlrutschen aller Art hat seine Nische am Markt gefunden. Gerade wurde in einem Einkaufszentrum in Tel Aviv eine riesige Erlebnisrutsche eingeweiht. Bis Mitte des Jahres rechnet René Claußnitzer mit weiteren Folgeaufträgen aus Israel. In den Werkhallen an der Dresdner Straße wird schon an einem nächsten aufwendigen Auftrag gebaut. Für ein Shopping-Center in Toulon an der Côte d’Azur entsteht in Döbeln ein Spielturm mit einer Pinienskulptur als Mittelpfeiler und einer Riesenrutsche. „Ende April/Anfang Mai wird das ganze vor Ort aufgebaut. Danach entsteht bei uns ein 24 Meter hoher Rutschenturm für Karls Erdbeerhof in Rövershagen. Pfingsten soll er eingeweiht werden“, schildert der Geschäftsführer. Etwa 300 bis 400 Rutschen aller Art werden pro Jahr bei Atlantics in Döbeln gebaut. Etwa 20 davon werden komplett mit einem Rutschenturm ausgeliefert. In diesen Fällen arbeitet Atlantics auch mit anderen Stahlbauern der Region zusammen.

Das moderate Wachstum im Auslandsgeschäft macht sich aber auch in den Platzverhältnissen in den Werkhallen an der Dresdner Straße bemerkbar. Deshalb wird das 46-Mitarbeiter-Unternehmen ab Mai/Juni eine 30 mal 20 Meter große Produktionshalle am jetzigen Werksgelände anbauen. Darin entstehen weitere Produktionsarbeitsplätze. Zudem ist ein großer Bereich für Transport und Logistik vorgesehen um die gebauten Rutschenanlagen mit einem Portalkran besser auf die Schwerlasttransporte verladen zu können, die mehrmals im Monat das Unternehmen verlassen. „Der Bauantrag ist gestellt. Die Stadt Döbeln unterstützt uns bei unseren Erweiterungsplänen“, so René Claußnitzer. Gerade hat der Stadtrat beschlossen, dem Unternehmen ein weiteres angrenzendes 2300 Quadratmeter großes Grundstück zu verkaufen. „Dieses Grundstück haben wir für zukünftige Entwicklungen erworben.“

Mit der neuen Halle benötigt das Unternehmen auch weitere Fachkräfte. Aktuell werden Metallbauer und Konstruktionsmechaniker gesucht. Wegen der derzeit guten Arbeitsmarktlage und der recht geringen Arbeitslosenquote ist es gar nicht so einfach, geeignete Mitarbeiter für unsere Fertigung zu finden“, weiß der Geschäftsführer.

Neben den Spielplatzrutschen, den Wasserrutschen und den Erlebnisrutschen für Freizeitparks baut Atlantics auch Evakuierungsrutschen sowie Rutschenanlagen für die Transport- und Logistikbranche. So bestellen Reedereien zum Beispiel Gepäckrutschen für Kreuzfahrtschiffe. Ganz aktuell hat Atlantics ein Pilotprojekt mit Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main gestartet. Für die ersten Gates werden so genannte Gaterutschen gefertigt, mit denen Handgepäck, welches die Kapazität der Kabine übersteigt, noch ganz elegant im Bauch des Flugzeuges verstaut werden kann.

Neben Messeauftritten und der Internetpräsenz kommen neue Kunden vor allem durch bereits ausgelieferte Produkte auf das Döbelner Unternehmen, das in einem nur von wenigen Firmen besetzten Markt agiert. Edelstahlrutschen aus Döbeln gibt es mittlerweile auf dem ganzen Erdball. Von Guatemala bis Indonesien, Singapore bis Dubai. „Neuseeland ist wohl das bisher weiteste Projekt. Neukaledonien im südlichen Pazifik ist der bisher exotischste Ort, in den wir geliefert haben“, sagt der Geschäftsführer. Innerhalb Europas baut Atlantics seine Anlagen mit eigenen Leuten auf. Außerhalb des Kontinents stellt das Unternehmen dem Kunden Leitmonteure aus Döbeln für den Aufbau zu Seite.

Die Atlantics GmbH wurde 1992, als Spielwaren-Importeur gegründet. Das Spielwarengeschäft lief eher schleppend. So sattelten die Unternehmer um, vertrieben und bauten Außenspielgeräte. 1996 wurde die erste Evakuierungsrutsche entwickelt. Seit 2000 hat sich das Unternehmen auf Edelstahlrutschen spezialisiert.

Von Thomas Sparrer

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