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Döbeln Döbelner Schlossbergwehr geht Ende Mai in Betrieb
Region Döbeln Döbelner Schlossbergwehr geht Ende Mai in Betrieb
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15:50 15.03.2016
Beim Stahlwasserbau im brandenburgischen Beeskow wurde die 25 Meter breite und 40 Tonnen schwere Klappe gebaut und millimetergenau in das Wehr eingepasst. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Millimetergenau wurde am Dienstagmorgen die 40 Tonnen schwere und 25 Meter lange zweite Stahlklappe des Döbelner Schlossbergwehres eingehoben. Dazu war am frühen Morgen ein 400 Tonnen-Kran unterhalb des Schlossbergfelsens aufgebaut worden, um die Last am langen Ausleger genauestens zu platzieren. Die Betonbauer am zweiten Teil des Wehres hatten saubere Arbeit abgeliefert. Der Koloss passte auf Anhieb genau. In den nächsten drei Wochen werden an der riesigen Stahlplatte noch Dichtungen montiert und Detailarbeiten ausgeführt. Dann wird auch die zweite Wehrklappe mit einem riesigen Elektromotor aufgestellt und es folgt eine Dichtigkeitsprobe. Die eisernen Spundwände können dann gezogen werden, welche die zweite Hälfte des Wehres im Moment noch trocken halten. „Ab Ende Mai soll das neue Wehr funktionieren“, sagt dazu Axel Bobbe, Leiter des Betriebes Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster der Landestalsperrenverwaltung. Vorerst wird das Wehr per Hand bedient. Das neue Technikhaus unterhalb des Schlossberges wird in den nächsten Wochen mit Steuerschränken und einem riesigen Notstromaggregat ausgestattet. Zudem lässt die Landestalsperrenverwaltung den Felsen oberhalb des Bedienhauses noch mit einer Betonstützwand sichern. Der Betrieb des Wehres läuft später ferngesteuert. Zur Ausstattung gehört zudem ein fernbedienbarer Kranausleger, mit dem bei Hochwasser am Wehr angeschwemmte Bäume aus dem Wasser gezogen werden können.

5,5 Millionen Euro kostet das neue Schlossbergwehr. Mit seinen insgesamt 50 Metern Breite ist es das größte Klappenwehr im Freistaat Sachsen. Es ist der Kern des Hochwasserschutzes für die Döbelner Innenstadt. Die Anlage regelt im Hochwasserfall, dass mehr Wasser in den verbreiterten Flutgraben hinter dem Busbahnhof abgeleitet und der Muldearm hinter der Ritterstraße entlastet wird. So soll die vom Flutgraben und von der Mulde umflossenen Döbelner Innenstadt künftig nicht mehr so absaufen wie bei den Hochwassern 2002 und 2013. Dazu sind neben dem Wehr aber noch weitere Bauarbeiten notwendig. Insgesamt werden bis 2020 für den Hochwasserschutz in Döbeln 55 Millionen Euro Landes-, Bundes- und vor allem EU-Mittel ausgegeben.

Der nächste Bauabschnitt startet bereits im Juni. Ab dem Kauflandsteg wird der Flutgraben flussabwärts auf einer länge von 300 Metern auf beiden Seiten verbreitert, in der Mitte ausgepflastert und auf beiden Uferseiten mit insgesamt 600 Metern Flutschutzmauern versehen. „Die Aufträge sind raus. Bis Frühjahr 2017 wird gebaut“, so Betriebsleiter Axel Bobbe. Danach steht 2017 der Abriss der Brücke in der Straße des Frieden auf dem Plan. Sie muss wegen dem verbreiterten Flutgraben auch breiter neu gebaut werden. Es folgen der Abschnitt zwischen Brücke und Kauflandsteg und ein letzter Abschnitt bis zum Steigerhausplatz. 2018 soll dann der verbreiterte Flutgraben mit seinen Schutzmauern fertig sein. Danach gehen die Arbeiten am Muldenarm weiter, wo von der Wappenhenschanlage bis zum Stadtbad Flutschutzmauern errichtet werden müssen.

Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung muss die riesigen Investitionen in Döbeln auf die nächsten Jahre verteilen. Denn aus drei Gründen sind mehrere solcher Großprojekte nicht gleichzeitig umsetzbar. Zum einen würden mehrere Baustellen im Fluss den Abschlussquerschnitt im Hochwasserfall einschränken. Die Baustellen würden selbst zur Hochwassergefahr. Zum zweiten müssen tausende Tonnen Erdmassen und Baumaterial mitten durch die Döbelner Innenstadt bewegt werden. Bei den ohnehin schon laufenden Straßenbauprojekten würde der Verkehr dann wahrscheinlich zum Erliegen kommen. Zum dritten fehlt es der Landestalsperrenverwaltung an Bauingenieuren, welche die Millionen Euro teuren Projekte händeln können. Axel Bobbe hat mehrere bewilligte Stellen für Bauingenieure zu besetzen, findet aber keine geeigneten Fachleute. Die Bauwirtschaft hat die Ingenieure zu besseren Konditionen aufgesaugt, zumal der Freistaat Sachsen die Bauingenieure seiner Landestalsperrenverwaltung seit dem Hochwasser 2002 nur befristet einstellt und immer wieder verlängert.

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Am Dienstagmorgen schwebte die zweite 40 Tonnen schwere und 25 Meter breite Klappe des neuen Schlossbergwehres an einem 400 -Tonnen-Kran ein.

Von Thomas Sparrer

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