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Döbeln Döbelner Schüler treffen griechische Politiker
Region Döbeln Döbelner Schüler treffen griechische Politiker
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23:33 18.04.2014
Richard Wintsche, Friedhelm Finsterbuch, Matti Simon und Ahmed Shah (v.l.n.r.) mit ihrer Lehrerin Sieglinde Kastner waren auf einer Wissenschaftsexkursion in Athen. Als Souvenir mitgebracht: Ein Demonstrationsplakat der griechischen Kommunisten gegen Nazis aus Europa und der Welt. Quelle: Wolfgang Sens

In der griechischen Hauptstadt interviewten die vier Döbelner Schüler zwei Parlamentsabgeordnete: Christos Dimos und Dimitrios Katsoudas von der konservativen Partei "Neue Demokratie". Schon seit September 2013 bereiteten Politikwissenschaftler der TU Chemnitz ausgewählte sächsische Schüler und Lehrer während eines monatlichen Treffens auf das Projekt vor, das die Wirtschafts- und Finanzkrise im Euroraum sowie deren Auswirkungen thematisiert. Die Schüler erhielten Hintergrundwissen zu der politischen und wirtschaftlichen Lage in Griechenland und der EU. Sie erarbeiteten einen Fragebogen und erstellten eine Vokabelliste mit Fachwörtern, denn die Befragungen wurden in englischer Sprache durchgeführt. Die tatsächliche Durchführung der Interviews vor Ort sorgte für Überraschungen. "Wir wurden darauf vorbereitet, kurze Interviews von 25 Minuten zu halten. In Wirklichkeit dauerten die zwei Interviews jeweils etwa eine Stunde," sagt der Zehntklässler Friedhelm Finsterbusch. "Wenn wir etwas nicht verstanden haben auf Englisch, konnten wir uns das aus dem Kontext erschließen," ergänzt Matti Simon.

Im letzten Jahr startete das Projekt der TU Chemnitz bereits mit deutschen Bundestagsabgeordneten als Interviewpartner. "Die Antworten der deutschen und griechischen Abgeordneten fielen ähnlich aus. Alle kämpfen gegen die Vorurteile vom faulen Griechen oder vom faschistischen Deutschen. Außerdem werfen sie den Medien vor, reißerische Artikel zu veröffentlichen", sagt Shah. "Die Parlamentarier hatten ein sehr großes Wissen über die Sache und waren uns gegenüber offen," sagt Wintsche. Beide Zwölftklässler nahmen schon an der ersten Projektphase in Berlin teil.

Die vier Döbelner Gymnasiasten erlebten drei ereignisreiche Tage in Athen. Neben den wissenschaftlichen Befragungen und dem üblichen Kulturprogramm beobachteten sie zwei Straßendemonstrationen von Gewerkschaftern und Kommunisten. Außerdem beeinflusste die Explosion einer Autobombe vor dem Gebäude der griechischen Zentralbank den Exkursionsaufenthalt. "Zum Glück wurde niemand verletzt," so die betreuende Döbelner Lehrerin Sieglinde Kastner. Als einzige Europaschule im Landkreis Mittelsachsen fördert das Lessing-Gymnasium europabezogene Projekte. Für das Projekt der TU Chemnitz konnten sich leistungsstarke Schüler in einem Bewerbungsprozess durchsetzen. Die Gymnasiasten sind dem Europagedanken ein Stückchen näher gerückt: "Der Euro ist etwas einmaliges, auf das wir stolz sein können. Die EU und Griechenland haben Fehler gemacht, aus denen sie hoffentlich lernen," so Ahmed Shah.

Victoria Graul

Das Projekt der TU Chemnitz wurde im Rahmen des Förderprogrammes "Denkwerk - Schüler, Lehrer und Geisteswissenschaftler vernetzen sich" der Robert-Bosch-Stiftung im letzten Jahr gestartet. Damals interviewten die Teilnehmer 96 deutsche Bundestagsabgeordnete zum gleichen Thema. In der Auswertungsphase der kürzlich erhobenen Studien in Griechenland werden die Schüler weiterhin einbezogen. In den kommenden Monaten gilt es, die 15 auf Tonband aufgenommenen Interviews zu Papier zu bringen und die Aussagen statistisch auszuwerten. Abschließend werden mittels eines Statistikprogrammes Vergleiche zu den Ergebnissen über deutsche Parlamentsabgeordnete gezogen. Auf diese Weise werden die Schüler an die sozialwissenschaftliche Forschung herangeführt. Am Ende des Projektes stehen ein wissenschaftliches Symposium an der TU Chemnitz sowie eine öffentliche Abschlussveranstaltung, auf der die Schüler ihre Ergebnisse selbst präsentieren.

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