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Döbelner Schwimmer Martin Schulz bei der Europameisterschaft

Döbelner Schwimmer Martin Schulz bei der Europameisterschaft

Seit ein paar Tagen ist es endlich amtlich: Martin Schulz ist nominiert für die Para-Triathlon-Europameisterschaft in Eilat/Israel.

Leipzig/Döbeln.

 

 

 

 

Vergangenes Jahr nahm der junge Mann, der in Döbeln schwimmen gelernt hat und seit vielen Jahren in Leipzig beim Behindertensportverein trainiert, erstmals an einem Triathlon-Wettkampf teil - und holte gleich Gold in Hamburg, auf der Sprintdistanz bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Parathriathlon. Damit machte er diejenigen auf sich aufmerksam, die letztlich über Nominierungen zu entscheiden haben. "Die Deutsche Triathlon-Union hat angefragt, ob ich Interesse hätte, zur Europameisterschaft zu fliegen." Keine Frage, "da bin ich dabei", sagt sich Martin Schulz und lacht.

Obwohl er kein spezielles Triathlontraining absolviert, schaffte er es schon im vergangenen Jahr, den zweitplatzierten Paratriathlen über vier Minuten hinter sich zu lassen. Sein großer Vorteil: Martin Schulz schwimmt einfach schnell. Selbst nicht gehandicapte Sportler kann er so locker hinter sich lassen - wie er beim LVB-Triathlon im Sommer vergangenen Jahres unter Beweis stellte, als er lange vor allen anderen Döbelner Teilnehmern aus dem Wasser kam.

"Ich laufe nebenbei zweimal die Woche, wie ich es eben schaffe", sagt der Stadtwerke-Azubi, der nächstes Wochenende zu einem Schwimm-Wettkampf nach Dänemark fliegt. "Aber durch mein tägliches Schwimmtraining habe ich eine gute Grundlagenausdauer, und das mache ich mir auch beim Triathlon zu nutze." Martin Schulz fliegt nicht nach Israel, um einfach nur bei der EM dabei zu sein. "Natürlich muss ich erstmal schauen, wie das Niveau ist, aber ich denke, dass ich eine Medaille erkämpfen kann. Zumindest ist das mein Ziel."

Ein anderes großes Ziel verfolgt der 21-Jährige, der in wenigen Tagen seinen 22. Geburtstag feiert, auf seinem ursprünglichen sportlichen Gebiet. Im Sommer möchte er bei den Paralympics in London dabei sein. Dafür will sich Martin Schulz auf den 200 Meter Lagen qualifizieren. 2:22,31 Minuten schnell muss er sein - seine Bestzeit, die er 2009 zur Europameisterschaft geschwommen ist, liegt bei 2:23,36 Minuten. "Nur" eine Sekunde also. Doch damals waren noch Schwimmanzüge erlaubt und jetzt im Frühjahr, so der Profi, sei es nicht ganz so leicht, eine Bestzeit zu erreichen. Auch mit den 400 Metern Freistil könnte sich der Döbelner qualifizieren, vorausgesetzt, er schafft eine 4:25,61. Im Dezember bei der Deutschen Kurzstreckenmeisterschaft reichte es immerhin zu 4:28,88 Minuten. "Allerdings ist es auf der Kurzbahn auch leichter, eine bessere Zeit zu schwimmen, durch die häufigeren Wenden und Abstöße", so Martin Schulz.

Um sich auf die Paralympics vorzubereiten, geht es nach dem Wettkampf in Dänemark als nächstes für zwei Wochen mit der deutschen Schwimm-Nationalmannschaft ins Trainingslager nach Zypern. "Im Frühjahr ist dann der Wettkampfhöhepunkt. Aber mal sehen, was in Dänemark geht. Es wäre ja schön, wenn ich da schon mal in Richtung Norm schwimmen könnte."

Was dann einen Monat später in Israel bei der Triathlon-Europameisterschaft geht - nicht nur Martin Schulz selbst dürfte darauf gespannt sein. Übrigens: Ab 2016 gehört auch Triathlon zum paralympischen Programm.

Manuela Engelmann

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