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Döbeln Döbelner Schwimmer Martin Schulz könnte heute für die Paralympischen Spiele nominiert werden
Region Döbeln Döbelner Schwimmer Martin Schulz könnte heute für die Paralympischen Spiele nominiert werden
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18:03 20.07.2012
Martin Schulz in seinem Element. Der 22-jährige Döbelner Schwimmer wartet auf seine Nominierung zu den Paralympics in London. Heute fällt die Entscheidung. Quelle: privat

Geht es nach ihr, gehört Martin Schulz zum deutschen Schwimmer-Kader, der am 23. August nach London fliegt, um dort bei den Paralympics zu starten. Und das, obwohl der Döbelner, der seit acht Jahren in Leipzig beim Behindertensportverein trainiert, in diesem Jahr die erforderlichen Normen auf seinen Strecken nicht erfüllt hat. "Es lief gut, aber ich bin eben gerade mal so in den Bereich meiner Bestzeiten gekommen", sagt Schulz, der seit vergangenem Jahr auch im Triathlon erfolgreich ist. Unter seine Bestzeiten - 200 Meter Lagen 2:23:36 Minuten, 100 Meter Freistil 1:00:02 Minuten und 100 Meter Brust 1:17:07 Minuten - hätte er schwimmen müssen, um ein Ticket sicher zu haben. "Und eigentlich hieß es von Anfang an, wer die Norm nicht erfüllt, fährt nicht. Punkt."

Eigentlich. Elf Plätze bekamen die deutschen Para-Schwimmer für Frauen vom Komitee zugesprochen, zehn für die Männer. Genau elf Frauen haben die Norm erfüllt, bei den Männern waren es nur acht. Bleiben zwei Plätze... "Und die würde der Verband gern auch noch vergeben, damit der Betreuerstab komplett mit kann." Klingt kompliziert, ist es aber nicht: Je mehr Sportler mit nach London fahren, umso mehr Betreuer dürfen mit. Das ist nach einem bestimmten Schlüssel geregelt. Und damit die Medaillenkandidaten im Team auch tatsächlich ausreichend Betreuer zur Seite haben, müssen so viele wie möglich mit. "Bei uns ist es ja tatsächlich so, dass viele Schwimmer aufgrund ihres Handicaps Hilfe bis zum Beckenrand brauchen."

Die deutsche Staffel ist ohne ihn aufgeschmissen

Deshalb wird Bundestrainerin Ute Schinkitz heute vor dem Nominierungskomitee des Deutschen Behindertensportverbandes (DBV) Argumente dafür finden, dass auch zwei Schwimmer mit nach London dürfen, die die Norm nicht erfüllt haben. Drei Kandidaten gibt es, und dass Martin Schulz einer der beiden sein wird, für den sich die Bundestrainerin einsetzt, dafür sprechen unter anderem seine konstanten Leistungen in den vergangenen Jahren. Und die Tatsache, dass die deutsche Herren-Staffel auf den 4x100 Metern Freistil ohne ihn verloren ist.

Martin Schulz ist derzeit 13. der Weltrangliste über 100 Meter Brust und 200 Meter Lagen, mit seinen Bestzeiten liegt er sogar an sechster Stelle. Er hätte also in London durchaus Chancen, ins Finale zu schwimmen und das wird vermutlich auch Ute Schinkitz heute vor der Kommission ins Feld führen.

Martin Schulz indes will noch gar nicht so sehr darüber nachdenken, wie es wäre, wenn er tatsächlich mit nach London dürfte. Schon einmal war der Döbelner kurz davor, sich den olympischen Traum zu erfüllen. Doch vor vier Jahren, als es 14 Startplätze gab und Martin Schulz sich bei den Deutschen Meisterschaften als Nummer 13 für Peking qualifiziert hatte, klagte sich ein anderer Schwimmer per Anwalt ins Team und der Döbelner musste zu Hause bleiben.

Zur Weltmeisterschaft nach Neuseeland geht es definitiv

Diesmal will er sich nicht schon wieder vorher freuen, auch wenn es so gut wie sicher ist, dass er in London dabei ist. Martin Schulz wartet heute bei seinem Wettkampf in Hamburg - 2011 siegte er dort in seiner Kategorie mit über vier Minuten Vorsprung - auf eine SMS von Ute Schinkitz. "Sie weiß, dass ich unterwegs bin und ich denke, die Wackelkandidaten wird sie sofort informieren, wenn die Entscheidung gefallen ist." Wird das zu seinen Gunsten sein, dann hat der junge Schwimmer auf jeden Fall noch viel Luft nach oben für seine Freude. Darf er nicht mit nach London, konzentriert sich Martin Schulz einfach schon jetzt auf den nächsten Wettkampfhöhepunkt: Die Weltmeisterschaften im Paratriathlon in Neuseeland im Oktober diesen Jahres. Dort wird er auf jeden Fall am Start sein, nachdem er im April bei der Europameisterschaft in Eilat/Israel die Konkurrenz hinter sich ließ und mit einer Minute Vorsprung Sieger in seiner Handicap-Kategorie wurde. Manuela Engelmann

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