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Döbeln Döbelner Sozialassistentinnen klären Mitschüler über Aids auf
Region Döbeln Döbelner Sozialassistentinnen klären Mitschüler über Aids auf
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21:58 16.12.2011
Übung macht die Meisterin, oder den Meister. Im Döbelner Berufsschulzentrum konnte am Freitag der Umgang mit dem Verhüterli geprobt werden. Auch wenn das lustig war - der ernste Hintergrund, wie Schutz vor Aids, blieb nicht auf der Strecke. Quelle: W. Sens

Wenn Schüler ihre Mitschüler in lockerer, aber doch ernsthafter Art über Aids und den Schutz vor dieser Krankheit aufklären, dann bleibt bestimmt was hängen. Jedenfalls mehr, als wenn es der Lehrer mit erhobenem Zeigerfinger versucht. Das dachte sich die Fachlehrerin für Sozialwesen, Sandra Möller. Sie holte Ines Laschet, Aidsberaterin des Kreis-Gesundheitsamtes, mit ins Boot und beide brachten das Projekt am Berufsschulzentrum Döbeln ins Rollen.

Zehn angehende Sozialassistentinnen des zweiten Lehrjahres bereiteten eine informative Präsentation und einen Stationsbetrieb mit Quiz und Praxistest vor. Im Lehrerzimmer legten sie Listen aus, in die sich interessierte Schulklassen eintragen konnten. Gestern nun der große Tag für die Berufsschülerinnen. "Die Resonanz ist groß. Die Klassen, die zu uns kommen, sind sehr aufmerksam, machen gut mit und betrachten das hier nicht als Spaßveranstaltung", zog Anke Gebhardt, eine der Akteurinnen, nach der dritten Unterrichtsstunde ein erstes Fazit. Das Schülerpublikum, das die Aids-Prävention besuchte, war breit aufgestellt. Es reichte vom künftigen Maurer bis zur Erzieherin.

"Bei der Vorbereitung des Projektes haben wir selbst noch viel Neues gelernt. Dass man zum Beispiel ein Kondom nicht ins Portmonee stecken soll, wusste ich bislang nicht", sagte Stephanie Müller. Wenn die Kondomverpackung an Geldstücken reibt, könnte die Hülle beschädigt werden, das Verhüterli wäre nicht mehr vakuumverpackt und könnte seine Wirksamkeit verlieren.

Dass Nadia von den No Angels an Aids erkrankt und Freddy Mercury von Queen daran gestorben ist, wussten einige der Berufsschüler nicht. Auch mit der hohen Zahl von täglich 5700 Aidstoten weltweit hatten die meisten nicht gerechnet. Um so genauer hörten sie hin, wenn es um den Schutz vor der Immunschwächekrankheit ging. Während das HIV-Virus möglicherweise bei Tätowierungen oder Bluttransfusionen, nicht aber durch Insektenstiche oder Speichel übertragen werden kann, bleibt ungeschützter Geschlechtsverkehr die Hauptursache für eine Infizierung. "Ein kostenloser und anonymer Test beim Gesundheitsamt kann Gewissheit bringen", so Aidsberaterin Ines Laschet. Damit der Test negativ ausfällt, hatte Janine Geißler vom Projektteam den entscheidenden Tipp: "Es ist Wochenende, Disco steht an. Wenn Ihr Sex haben wollt, dann vergesst das Kondom nicht." Olaf Büchel

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