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Döbeln Döbelner Stadtrat fordert bahntechnische Diskriminierung der Region Döbeln zu beenden
Region Döbeln Döbelner Stadtrat fordert bahntechnische Diskriminierung der Region Döbeln zu beenden
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20:18 08.12.2016
Nach Proteststurm: Regiobahn rollt wieder. Quelle: Thomas Sparrer
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Döbeln

Plötzlich geht es doch. Auf der Bahnstrecke RB45 Chemnitz – Elsterwerda über Döbeln fuhren am Donnerstag wieder Züge. Nach massiver Kritik und dem Totalausfall vom Mittwoch haben die Mitteldeutsche Regiobahn als Betreiber der Strecke und der Verkehrsverbund Mittelsachsen nun doch noch einen Notverkehr auf die Reihe bekommen.

Der Döbelner Landtagsabgeordnete und Stadtrat Henning Homann (SPD) dankte am Donnerstagabend auf der Stadtratssitzung Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) für seine klaren Worte an den Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS). Nachdem Egerer am Mittwoch wutschnaubend Mittelsachsens Landrat Matthias Damm (CDU) angerufen hatte und vom katastrophalen Umgang mit den Bahnkunden in der Region Döbeln berichtete, zog das Bahnchaos von VMS und Regiobahn weite Kreise.

„Ab sofort gibt es wieder mehr Zugleistungen bei der Mitteldeutschen Regiobahn“, kündigt die MRB am Donnerstag in einer Presseerklärung an. Schon seit vergangenen Donnerstag wird ein Teil der Fahrzeugflotte, die wegen Ausbröckelungen von Radsätzen und Türstörungen aus dem Betrieb genommen werden musste, beim Hersteller Alstom im Dreischicht-System im neuen Eisenbahnbetriebshof am Chemnitzer Hauptbahnhof sowie im Alstom-Werk Braunschweig überprüft und repariert. Zwölf Coradia Continental-Fahrzeuge können ab sofort wieder fahren. Dies bedeutet, dass noch 17 Fahrzeuge von insgesamt 29 nicht rollen. Der Hersteller der neuen Elektrotriebzüge kann allerdings noch immer keine Aussage treffen, wann alle Züge wieder einsatzfähig sind.

Gemeinsam mit den Aufgabenträgern ZVMS (Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen), VVO (Verkehrsverbund Oberelbe) und ZVV (Zweckverband ÖPNV Vogtland) wurde jetzt doch ein Notfahrplan auf die Beine gestellt. Seit Donnerstagmorgen fahren auf der Strecke RB45 (Chemnitz – Elsterwerda) wieder Züge im Zweistunden-Takt (Abfahrten 4.09 Uhr, 6.09 Uhr, 8.09 Uhr, etc. ab Chemnitz und Abfahrten 6.14 Uhr, 8.14 Uhr, 10.14 Uhr, etc. ab Elsterwerda). Die beiden Umläufe auf der Strecke können mit einem noch funktionsfähigen Coradia Continental sowie einem geliehenen RegioShuttle der CityBahn Chemnitz bedient werden. Zusätzlich wird Schienenersatzverkehr per Bus zwischen Elsterwerda und Riesa eingerichtet, der in Riesa Anschluss von der RB50 aus Dresden und an den IC nach Dresden hat.

Den Döbelner Stadträten und allen voran Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer ist das noch lange nicht genug. „Nachdem der Verkehrsverbund Mittelsachsen die Region Döbeln bisher verscheißert habe, erwarten wir jetzt, dass geliefert wird“, so der SPD-Landtagsabgeordnete Homann. Gemeinsam mit seinem Kollegen, dem CDU-Landtagsabgeordneten und Döbelner Stadtrat Sven Liebhauser, berichtete er, dass der Landtag im Haushalt 2017 mehr Geld für die Verkehrsverbünde locker macht. Der VMS bekommt allein 3,1 Millionen Euro obendrauf. „Wir verlangen nichts Unangemessenes. Wir wollen, dass die bahntechnisch vom VMS vernachlässigte Region Döbeln davon ihren Anteil bekommt“, so Homann. Sein Landtagskollege Sven Liebhauser sprach davon, dass zu Jahresbeginn ein erneuter Gesprächstermin mit Anrainern der Bahnstrecke Döbeln-Meißen anstehe. „Döbeln wurde zugesichert, dass der Bahnverkehr bis zum Bahnhof Döbeln-Zentrum rollt. Die 500 000 Euro Mehrkosten wurden uns zugesagt. Mit den zusätzlichen Landesmitteln ist jetzt eine Weiterfahrt der Züge bis Roßwein nur noch ein Klacks.“ Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer geht noch weiter: „Mein Ziel ist, dass die Strecke von Leipzig über Grimma, Döbeln, Nossen und Meißen bis Dresden wieder befahren wird. Wenn man sieht, was täglich auf der Autobahn los ist, gibt es dazu keine Alternative.“ Zudem bestätige eine Analyse der TU Dresden, dass diese Bahnstrecke ein Potenzial von mindestens 1000 Fahrgästen am Tag hat. „Ich habe den Eindruck, gewisse politische Kreise wollen das nicht. Deren Widerstand müssen wir mit Hilfe der Bevölkerung knacken“, so Egerer kämpferisch.

Von Thomas Sparrer

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