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Döbeln Döbelner Treibhaus brechen Einnahmen weg
Region Döbeln Döbelner Treibhaus brechen Einnahmen weg
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19:15 14.08.2012
Plakate kleben ist vielleicht bald nicht mehr nötig: Der Treibhausverein findet kein neues Domizil, um Konzerte veranstalten zu können. Quelle: Wolfgang Sens

Dem Café Courage in Döbeln brechen wichtige Einnahmen aus Konzerten und Partys weg. Grund: Der Treibhausverein, der das Café betreibt, findet keinen geeigneten Ort für diese Veranstaltungen. Schon Ende April dieses Jahres verhängte das Ordnungsamt Döbeln ein Verbot für laute Feiern, die länger als bis 22 Uhr dauern. Ein Nachbar hatte sich mehrfach über Lärm beschwert. Deshalb verlagerte der Treibhausverein größere Konzerte in den Rohtabak. Mittlerweile sind aber auch die Betreiber des Clubs an der Roßweiner Straße ausgezogen. Für die rund 60 Mitglieder des Treibhausvereins wird es nun eng.

"Die Stadt hat uns vorgeschlagen, das Volkshaus zu nutzen. Aber das ist sehr oft schon mit anderen Veranstaltungen belegt und das Volkshaus zieht auch nicht unbedingt unsere Zielgruppe an", erklärt Treibhaus-Vorstandsmitglied Stefan Brauneis. Ernste Alternativen gibt es bislang nicht. Der Kleinstadtklub Döbeln stehe zwar zur Debatte, wie der Kulturmanager des Vereins Ronny Lienkämper erzählt, "doch dort gibt es auch schon Probleme mit Anwohnern wegen des Lärms."

Außerdem würde die Miete die ohnehin schon geringen Einnahmen auffressen. Mit Konzerten und Partys im Café Courage konnte der Treibhausverein bislang immerhin genug Geld erwirtschaften, um die tägliche Öffnung des Cafés zu ermöglichen und wichtige Projekte zu finanzieren. Fördergelder gibt es dafür nur, wenn der Verein einen bestimmten Eigenanteil selbst tragen kann. Ohne die Konzerteinnahmen dürfte das nun noch schwieriger werden. "Es geht ja auch darum, das kulturelle Angebot weiterzuführen", erklärt Lienkämper. Momentan betreut der Verein fünf größere und mehrere kleinere Projekte für Jugendliche in der Region.

Eine Einigung mit dem Nachbarn ist bislang nicht in Sicht. Zum endgültigen Zerwürfnis kam es Ende April, als bei einer Mitgliederversammlung mit einer anschließenden Feier die Polizei wegen Lärmbelästigung anrückte. "Dafür haben wir auch Verständnis. Das war unsere Schuld", gibt Brauneis zu. Ordnungsamtschef Jürgen Müller betont, dass er für den Verein keine Ausnahmen machen könne: "Die Rechte der Anwohner sind wichtiger als die wirtschaftlichen Interessen des Vereins." Sonderkonditionen für das Café Courage könnten laut Müller auch rechtliche Konsequenzen für die Stadt haben. "Wenn die Mieter durch die Lärmbelästigung Mietminderung fordern, kann diese schlimmstenfalls auch an die Stadt weiter gegeben werden", erklärt Müller. Mehr als das Angebot, das städtische Volkshaus zu nutzen, sei nicht drin.

Hält der Treibhausverein sich nicht an das Veranstaltungsverbot, drohen den Mitgliedern ein Bußgeld von mindestens 1000 Euro und die Auflage, das Café schon um 22 Uhr schließen zu müssen. "Wenn das passiert, können die den Laden wahrscheinlich zu machen", mutmaßt Jürgen Müller.

Stefan Hantzschmann

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