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Döbelner Volkssolidarität tagt im Wappenhenschstift

Miteinander Döbelner Volkssolidarität tagt im Wappenhenschstift

Braucht es die Volkssolidarität auch heute noch? Der Geschäftsführer des Döbelner Regionalverbands, Winfried Schneider, gibt die Antwort: "Die Volkssolidarität hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, sich um bedürftige Menschen zu kümmern."

"Unsere Hauptaufgabe ist es, sich um bedürftige Menschen zu kümmern", sagt Winfried Schneider, Regional-Geschäftsführer.

Quelle: Judith Schilling

Döbeln. Die Delegiertenversammlung des Regionalverbandes Döbeln der Volkssolidarität fand vergangenen Sonnabend statt. Es wurde nicht nur auf das zurückliegende Jahr geblickt und ein neuer Vorstand gewählt, sondern auch über Probleme der Hilfsorganisation gesprochen.

In diesem Jahr wurde das 70. Jubiläum der Volkssolidarität gefeiert. Gegründet wurde die Organisation nach dem Zweiten Weltkrieg, um den vom Krieg geschädigten Menschen zu helfen. Bis heute hat die Volkssolidarität, mittlerweile ein eingetragener Verein, Bestand. Warum braucht es die Volkssolidarität auch heute noch?

Der amtierende Geschäftsführer des Döbelner Regionalverbands, Winfried Schneider, gibt die Antwort: "Die Volkssolidarität hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, sich um bedürftige und behinderte Menschen zu kümmern" - zu allen Zeiten. Die Organisation sei traditionell gewachsen. Dabei stünde der Pflegebedürftige an erster Stelle und nicht etwa das Geld. Auch wenn Winfried Schneider als Geschäftsführer wirtschaftlich denken muss. "Ich persönlich will natürlich die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens sichern", so Schneider. "Ein gesunder Betrieb bietet die Grundlagen für unsere Arbeit."

Kathrin Grafe ist Pflegedienstleiterin des Volkssolidarität Döbeln. Als ehemalige Gemeindeschwester wurde sie nach 1989 automatisch bei der Volkssolidarität angestellt. "Hier stehen Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, Solidarität und soziales Engagement im Vordergrund", so Grafe. Diese Werte müssten nach wie vor hoch gehalten werden, pflichtet ihr auch Schwester Eva Weißbach bei. Beide sind im ambulanten Pflegedienst tätig. Derzeit werden 319 Pflegebedürftige im Umkreis von 56 Mitarbeitern betreut. Die Patientenzahlen seien, laut Grafe, konstant. Problematisch sei aber der wachsende Mangel an Fachkräften. Weitere Probleme der heutigen Arbeit in der Volkssolidarität nennt auch Hans-Jürgen Fronert. "Schwindende Mitgliederzahlen sind in allen Ortsverbänden zu verzeichnen", so Fronert. 2012 habe man noch etwa 1450 Mitglieder gehabt, aktuell seien es knapp 1010. Kaum Nachwuchs und wenige ehrenamtliche Helfer verschlimmerten die Lage. Das Durchschnittsalter steige immer höher. Ist die Volkssolidarität so noch zukunftsfähig?

Nicole Mann, Leiterin der Volkssolidarität-Kindertagesstätte "Zschopauknirpse", betont die große Chance der Einrichtung: "Das Füreinander und Miteinander wird gestärkt - und damit muss bereits bei den Kleinsten begonnen werden." Die Kinder müssten raus aus der Ellbogengesellschaft und mehr zusammenrücken.Trotzdem wird sich die Institution Volkssolidarität in den kommenden Jahren noch häufig die Frage stellen müssen, wie sie nachhaltig arbeiten und neue, junge Menschen in ihre Arbeit einbinden kann.

Judith Sophie Schilling

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